„Gejagt, um uns zu schlagen“ – Israelische Kreuzfahrtpassagiere in Kreta von pro-palästinensischen Demonstranten bedroht„Gejagt, um uns zu schlagen“ – Israelische Kreuzfahrtpassagiere in Kreta von pro-palästinensischen Demonstranten bedroht
Zweiter Tag in Folge: Israelische Touristen erleben auf griechischen Inseln aggressive Proteste – Polizei setzt Blendgranaten ein, während Hunderte Passagiere an Bord festgehalten werden.

Screenshot X
Was als gewöhnlicher Zwischenstopp einer israelischen Kreuzfahrt begann, endete für Hunderte Passagiere in Angst und Fassungslosigkeit. Am Montagmorgen legte das Schiff der Reederei Mano Cruises im Hafen von Kreta an – doch an Land warteten keine Reiseleiter, sondern Dutzende pro-palästinensische Demonstranten mit Steinen, Transparenten und Parolen gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen.
Nach Angaben mehrerer Reisender kam es sofort zu Angriffen auf die ersten Passagiere, die das Schiff verlassen wollten. „Einige rannten uns hinterher, um uns zu schlagen – es war ihnen völlig egal, dass darunter ältere Menschen waren“, berichtet ein israelischer Passagier. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Blendgranaten, während die Kreuzfahrer in Eile zurück an Bord gebracht wurden.
Seitdem stehen die Urlauber unter einer Art Zwangsaufenthalt im Hafengelände. Die örtliche Polizei hält sie von den Demonstranten getrennt, doch viele Passagiere empfinden das Vorgehen der griechischen Behörden als demütigend. „Sie behandeln uns wie Eindringlinge, nicht wie Touristen aus einem befreundeten Land“, sagt Dr. Chava Schwartz, eine der Reisenden. „Statt die Angreifer zu entfernen, sperren sie uns ein. Das ist eine Schande für Griechenland.“
Bereits am Vortag hatte sich ein ähnlicher Vorfall im Hafen von Argostoli auf der Insel Kefalonia ereignet. Auch dort wurden israelische Kreuzfahrtgäste mit Rufen wie „Zionistische Mörder“ empfangen. Die Polizei hatte das Schiff damals unter Bewachung gestellt, während viele israelische Touristen trotz der feindseligen Stimmung an Land gingen und demonstrativ das Lied „Am Israel Chai“ sangen – „Das Volk Israel lebt“.
Die Reederei Mano Cruises, deren Schiff „Crown Iris“ von Haifa aus zu Mittelmeerreisen aufbricht, zeigte sich besorgt über die zunehmenden Anfeindungen. In einer Stellungnahme hieß es, man erwarte von der israelischen Regierung wie auch von den griechischen Behörden, „dass sie solche Situationen ernst nehmen und für die Sicherheit israelischer Reisender sorgen“. Zwar sei niemand ernsthaft verletzt worden, doch die Stimmung an Bord sei angespannt.
Viele Passagiere kritisieren, dass Griechenland, das sich gern als Urlaubsland der Freundschaft und der Offenheit präsentiert, den Demonstranten zu viel Raum lässt. „Hier wird der Hass gegen Israel auf die Straße getragen, und die Polizei schaut zu“, sagte ein anderer Passagier. „Wenn Touristen aus irgendeinem anderen Land so bedroht würden, wäre das ein diplomatischer Eklat.“
Dass pro-palästinensische Aktivisten in europäischen Häfen gezielt israelische Touristen ins Visier nehmen, ist kein Zufall. Seit Beginn des letzten GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Krieges haben sich ähnliche Szenen in mehreren Städten abgespielt – in Rom, Marseille und selbst in Lissabon. Sie spiegeln eine wachsende Tendenz wider, bei der der politische Hass auf IsraelIsraelbezogener Antisemitismus: Wenn Israelhass Judenhass wirdIsraelbezogener Antisemitismus liegt vor, wenn Feindschaft gegen Juden auf Israel übertragen wird. Kritik an israelischer Politik ist nicht automatisch antisemitisch. Antisemitisch wird sie, wenn Israel dämonisiert, delegitimiert, mit doppelten Maßstäben behandelt oder Juden weltweit für Israel verantwortlich gemacht werden.Mehr lesen in offenen AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen umschlägt.
In Griechenland, wo die Regierung offiziell gute Beziehungen zu JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen pflegt, zeigt sich zugleich ein gefährliches Schweigen: Behörden reagieren oft zögerlich, um die radikale Minderheit nicht zu provozieren. Doch dieses Zögern gefährdet die Sicherheit Unbeteiligter – und sendet ein falsches Signal an alle, die glauben, Gewalt gegen Israelis sei gesellschaftlich akzeptabel.
Israelische Diplomaten in Athen prüfen inzwischen, ob eine offizielle Beschwerde eingereicht werden soll. Auch im Außenministerium in Jerusalem wurde der Vorfall verfolgt. Hinter den Kulissen wächst der Ärger darüber, dass antisemitische Feindseligkeiten unter dem Deckmantel politischer Proteste zunehmend toleriert werden.
Für die betroffenen Passagiere aber bleibt der Schock: „Wir wollten Sonne, Meer und Ruhe“, sagt eine Mitreisende. „Stattdessen erleben wir HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen, als wären wir nicht Touristen, sondern Feinde. Das ist die Realität, wenn man heute Israeli in Europa ist.“
Autor: Redaktion
Dienstag, 04 November 2025