Fluchtoption Moskau: Khameneis geheimer Notfallplan für den Zusammenbruch des RegimesFluchtoption Moskau: Khameneis geheimer Notfallplan für den Zusammenbruch des Regimes
Während Irans Straßen brennen und das Regime unter Druck gerät, verdichten sich Hinweise auf einen internen Fluchtplan für den obersten Führer. Sollte die Macht kippen, steht offenbar bereits ein sicherer Zufluchtsort bereit.
Die Proteste in Iran weiten sich aus, die Nervosität an der Spitze des Systems ist greifbar. Nach übereinstimmenden Berichten aus britischen Sicherheitskreisen verfügt Irans oberster Führer Ali Khamenei über einen ausgearbeiteten Notfallplan für den Fall eines Regimekollapses. Ziel dieses Plans ist nicht irgendein Exil, sondern Russland, genauer gesagt Moskau.
Intern soll das Szenario als „Plan B“ bezeichnet werden. Es sieht vor, dass der 86-jährige Khamenei gemeinsam mit rund zwanzig Personen aus seinem engsten Umfeld das Land verlässt. Dazu zählen Familienmitglieder, enge Berater sowie sein Sohn Mojtaba, der seit Jahren als möglicher Nachfolger gehandelt wird. Der Plan geht weit über eine bloße Evakuierung hinaus. Er umfasst auch die Sicherung eines gigantischen Vermögensnetzwerks, das dem religiösen Führer zugerechnet wird und dessen Wert von internationalen Recherchen bereits vor Jahren auf mehrere Dutzend Milliarden Dollar geschätzt wurde.
Im Zentrum dieses Systems steht die Organisation Setad, ein undurchsichtiges Konglomerat aus Stiftungen, Beteiligungen und شبه-staatlichen Einrichtungen. Offiziell dient es wohltätigen Zwecken, faktisch gilt es als finanzielles Rückgrat der Machtelite. Dass selbst für den Abtransport dieser Ressourcen Vorkehrungen getroffen worden sein sollen, deutet darauf hin, wie ernst die Lage im innersten Machtzirkel eingeschätzt wird.
Russland als sicherer Hafen der Autokraten
Die Wahl Moskaus ist kein Zufall. Khamenei hat sich in der Vergangenheit mehrfach offen positiv über Wladimir Putin geäußert und Russland als kulturell näher an Iran beschrieben als den Westen. Vor allem aber hat Moskau in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es gefallenen Autokraten Schutz bietet. Das prominenteste Beispiel ist Baschar al-Assad, der nach dem Zusammenbruch seines Regimes nach Russland ausgeflogen wurde und dort unbehelligt lebt.
Für die iranische Führung ist dieses Szenario mehr als eine theoretische Option. Es ist eine reale Versicherung gegen den Machtverlust. Der Vergleich mit Assad wird hinter vorgehaltener Hand offen gezogen. Beide Systeme stützten sich auf brutale Repression, beide verloren schrittweise die Kontrolle über Teile der Bevölkerung, beide unterschätzten lange die Dynamik des inneren Widerstands.
Dass ein solcher Fluchtplan überhaupt existiert, ist ein politisches Signal. Er zeigt, dass selbst an der Spitze der Islamischen Republik nicht mehr uneingeschränkt an die eigene Stabilität geglaubt wird. Während Khamenei öffentlich versucht, Proteste als Randphänomen darzustellen und zwischen Demonstranten und sogenannten Unruhestiftern zu unterscheiden, bereitet sich das System offenbar auf das Gegenteil vor.
Die Proteste speisen sich längst nicht mehr nur aus wirtschaftlicher Not. Inflation, Währungsverfall und Perspektivlosigkeit wirken wie ein Katalysator, doch dahinter steht ein tiefer Bruch zwischen Gesellschaft und Herrschaft. Gerade junge Menschen stellen das gesamte ideologische Fundament des Staates infrage. Dass parallel Berichte über Fluchtpläne kursieren, dürfte diese Dynamik eher verstärken als bremsen.
Parallel zur inneren Krise erhöht auch Washington den Druck. Die Regierung von Donald Trump hat ihre Warnungen an Teheran zuletzt verschärft und signalisiert, dass sie bereit ist, hart zu reagieren, sollte das Regime erneut massiv Gewalt gegen die eigene Bevölkerung einsetzen. Diese Botschaften werden in Iran genau registriert, sowohl auf der Straße als auch in den Machtzentren.
Der mögliche Abgang Khameneis nach Moskau wäre nicht nur das Ende einer Ära, sondern ein historischer Bruch. Er würde zeigen, dass das System, das sich jahrzehntelang als gottgegeben und unerschütterlich präsentierte, im entscheidenden Moment denselben Weg wählt wie andere gescheiterte Diktaturen. Nicht der Märtyrertod, sondern die Flucht wäre das letzte Kapitel.
Noch ist es nicht so weit. Doch allein die Existenz von „Plan B“ verrät, wie sehr das Fundament der Islamischen Republik inzwischen wankt.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=181156152
Montag, 05 Januar 2026