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Israels Sicherheitsbewertung zu Iran: Proteste setzen das Regime unter Druck, aber stürzen es nicht

Israels Sicherheitsbewertung zu Iran: Proteste setzen das Regime unter Druck, aber stürzen es nicht


In Jerusalem wird die Lage in Iran genau beobachtet. Nach aktuellen Einschätzungen der israelischen Sicherheitsbehörden ist ein Zusammenbruch des Systems in Teheran derzeit nicht absehbar. Gleichzeitig wächst die Annahme, dass das Regime außenpolitisch auf Entlastung setzt.

Israels Sicherheitsbewertung zu Iran: Proteste setzen das Regime unter Druck, aber stürzen es nicht

Die anhaltenden Proteste in Iran werden in Israel mit hoher Aufmerksamkeit verfolgt. In den vergangenen Tagen haben Sicherheits und Nachrichtendienste ihre Lageeinschätzungen der politischen Führung vorgelegt. Das zentrale Ergebnis fällt nüchtern aus. Nach aktuellem Stand gilt es als wenig wahrscheinlich, dass die Demonstrationen kurzfristig zum Sturz des Regimes führen.

Nach Einschätzung der israelischen Sicherheitsgemeinschaft funktioniert der Machtapparat der Islamischen Republik weiterhin. Insbesondere die Rolle der Basij Milizen und der Revolutionsgarden wird als entscheidend betrachtet. Beide Strukturen gelten nach wie vor als loyal gegenüber dem System und einsatzfähig, um Proteste einzuhegen und zu kontrollieren.

Loyalität der Machtinstrumente bleibt stabil

In den internen Bewertungen wird hervorgehoben, dass es bislang keine Anzeichen für einen massiven Loyalitätsverlust innerhalb der Sicherheitskräfte gibt. Die Basij Einheiten agieren weiterhin als verlängerter Arm der Revolutionsgarden und tragen maßgeblich dazu bei, die Proteste regional zu begrenzen. Auch innerhalb der Führungsschicht sei derzeit keine Spaltung erkennbar, die das Fundament der Macht ernsthaft erschüttern könnte.

Gleichzeitig betonen die Analysten, dass diese Einschätzung eine Momentaufnahme ist. Die iranische Gesellschaft steht unter enormem wirtschaftlichem und sozialem Druck. Fehlkalkulationen des Regimes, interne Machtkämpfe oder äußere Einflüsse könnten die Lage rasch verändern. Dennoch gilt die Protestbewegung aktuell eher als Belastungsfaktor denn als existenzielle Bedrohung für die Führung in Teheran.

Parallel zur innenpolitischen Lage analysieren die israelischen Stellen auch die außenpolitischen Reaktionen Irans. In Jerusalem wird davon ausgegangen, dass das Regime versuchen könnte, die internationale Lage zu entschärfen. Ein zentrales Szenario ist die Wiederaufnahme oder Beschleunigung diplomatischer Kontakte mit den Vereinigten Staaten.

Die Annahme dahinter ist pragmatisch. Gespräche über das Atomprogramm könnten dem Regime Zeit verschaffen und den Druck von außen reduzieren, insbesondere gegenüber dem amtierenden US Präsidenten Donald Trump. Selbst ohne konkretes Abkommen könnten Verhandlungen helfen, die Wahrscheinlichkeit eines militärischen oder wirtschaftlichen Eskalationsschritts zu senken.

Aus israelischer Sicht wäre ein solcher Kurswechsel vor allem taktisch motiviert. Teheran könnte versuchen, während der inneren Spannungen internationale Risiken zu minimieren und Handlungsspielräume zu gewinnen.

In Israel wird bewusst auf überzogene Erwartungen verzichtet. Frühere Protestwellen in Iran haben gezeigt, dass das Regime in der Lage ist, erheblichen inneren Druck auszuhalten. Auch diesmal überwiegt in den Einschätzungen ein realistischer Ton. Die Proteste werden als ernstzunehmendes Signal gesellschaftlicher Unzufriedenheit verstanden, nicht aber als unmittelbarer Vorbote eines Systemwechsels.

Die Sicherheitsbehörden warnen zugleich vor unvorhersehbaren Entwicklungen. Eine einzelne Eskalation, ein externer Zwischenfall oder ein interner Bruch könnten Dynamiken auslösen, die heute noch nicht sichtbar sind. Genau deshalb bleibt Iran ein zentrales Beobachtungsfeld für Israel.


Autor: Redaktion
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Mittwoch, 07 Januar 2026

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