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Irans Präsident droht Trump mit Krieg und entlarvt die Angst des Regimes

Irans Präsident droht Trump mit Krieg und entlarvt die Angst des Regimes


Während Irans Straßen unter Repression verstummen, richtet Teheran scharfe Worte nach Washington. Präsident Massud Peseschkian warnt Donald Trump vor einem Angriff auf Ali Khamenei und erklärt ihn zur Kriegserklärung. Die Rhetorik zeigt weniger Stärke als Nervosität – und offenbart, wie sehr das Regime unter Druck steht.

Irans Präsident droht Trump mit Krieg und entlarvt die Angst des Regimes

Die iranische Führung spricht wieder in Superlativen. Nicht aus Selbstbewusstsein, sondern aus Furcht. Inmitten anhaltender Unruhen und wachsender internationaler Isolation hat Irans Präsident Masoud Pezeshkian eine scharfe Warnung an US-Präsident Donald Trump gerichtet. Jede Attacke auf den obersten Führer Ali Khamenei, so Peseschkian, komme einer Kriegserklärung gegen die gesamte iranische Nation gleich.

Die Wortwahl ist bewusst dramatisch. Sie folgt auf Aussagen Trumps, wonach es legitim sei, über eine neue Führung für Iran nachzudenken. In Teheran wurde das nicht als politische Analyse verstanden, sondern als existenzielle Bedrohung. Peseschkian griff den Ball sofort auf und versuchte, die Figur Khamenei mit der Nation selbst gleichzusetzen. Ein klassischer Reflex autoritärer Systeme: Wer den Herrscher angreift, greift das Volk an.

Doch genau hier liegt der Kern des Problems. Die iranische Führung weiß, dass diese Gleichsetzung längst nicht mehr trägt. Die massiven Proteste der vergangenen Wochen haben gezeigt, wie tief die Kluft zwischen Regime und Gesellschaft geworden ist. Tausende Tote, zehntausende Verhaftete und ein nahezu vollständiger Informationsblackout sprechen eine klare Sprache. Das Vertrauen ist zerstört.

Peseschkian nutzte seine Botschaft zugleich, um die Verantwortung für die katastrophale Lage im Land nach außen zu verlagern. Die wirtschaftliche Not, die soziale Verzweiflung, selbst der Zusammenbruch des Alltags - all das sei, so seine Darstellung, vor allem das Ergebnis amerikanischer Feindseligkeit und unmenschlicher Sanktionen. Diese Argumentation ist alt, aber sie wird lauter, je weniger sie im Inneren überzeugt.

Dabei zeigen selbst regimeeigene Angaben, wie brüchig die Lage ist. Laut iranischen Quellen wurden während der jüngsten Proteste rund 5.000 Menschen getötet. Menschenrechtsorganisationen sprechen von noch höheren Zahlen. Besonders brutal ging der Staat in kurdischen Regionen vor. Berichte über Massenerschießungen, Brandstiftungen in Markthallen und gezielte Tötungen widersprechen frontal der offiziellen Darstellung von „bewaffneten Randalierern“.

Die Drohung Richtung Washington erfüllt deshalb vor allem einen Zweck: Abschreckung nach außen und Mobilisierung nach innen. Das Regime versucht, einen äußeren Feind zu konstruieren, um von der eigenen Schwäche abzulenken. Khamenei wird zur letzten Bastion erklärt, nicht weil er stark ist, sondern weil sein Sturz das Ende des Systems bedeuten könnte.

Trump wiederum spielt ein kalkuliertes Spiel. Seine Rhetorik ist scharf, aber bewusst offen gehalten. Er spricht von Optionen, von Führung, von Verantwortung - nicht von konkreten Angriffen. In Teheran jedoch reicht schon diese Unschärfe, um Alarm auszulösen. Denn das Regime weiß, dass es militärisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich so verwundbar ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Peseschkians Warnung vor einem „totalen Krieg“ wirkt daher weniger wie eine rote Linie als wie ein Nervenzucken. Sie zeigt, dass das Machtzentrum in Teheran nicht mehr souverän agiert, sondern reagiert. Laut, aggressiv und zunehmend defensiv.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob ein Angriff auf Khamenei einen Krieg auslösen würde. Die entscheidende Frage lautet, wie lange ein System überleben kann, das nur noch durch Gewalt, Isolation und Drohungen zusammengehalten wird. Irans Führung spricht von Krieg - doch sie führt ihn längst gegen das eigene Volk.


Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Khamenei.ir, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=150832367


Montag, 19 Januar 2026

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