Iran foltert Journalisten und löscht Wahrheit ausIran foltert Journalisten und löscht Wahrheit aus
Während das Regime in Teheran von Ordnung und Stabilität spricht, werden Journalisten gefoltert, zum Schweigen gebracht oder verschwinden in Gefängnissen. Der Iran zeigt, wie ein Staat Wahrheit systematisch zerstört, um Macht zu sichern.
Der Iran gehört weiterhin zu den brutalsten Staaten der Welt, wenn es um den Umgang mit inhaftierten Journalisten geht. Nicht zufällig, nicht vereinzelt, nicht aus dem Ruder gelaufen. Sondern systematisch, kalkuliert und mit politischem Willen. Wer berichtet, wer filmt, wer schreibt, wird im Iran nicht als Beobachter betrachtet, sondern als Feind.
Journalisten werden dort nicht nur festgenommen. Sie werden geschlagen, isoliert, psychisch gebrochen und in Haftbedingungen gehalten, die gezielt entmenschlichen sollen. Zellen ohne Licht, stundenlange Verhöre, Schlafentzug, Drohungen gegen Familien. All das ist kein Ausnahmezustand, sondern Teil eines Systems, das Öffentlichkeit als Gefahr begreift.
Besonders deutlich wurde das nach den landesweiten Protesten. Wer über Demonstrationen berichtete, wer wirtschaftliche Not, Polizeigewalt oder Korruption dokumentierte, geriet ins Visier. Der Vorwurf lautet fast immer gleich: Gefährdung der nationalen Sicherheit. Ein Gummibegriff, der im Iran alles bedeuten kann und nichts beweisen muss.
Zentraler Ort dieser Repression ist das berüchtigte Evin-Gefängnis in Teheran. Dort landen politische Gefangene, Aktivisten und Reporter. Wer hineinkommt, verliert nicht nur seine Freiheit, sondern oft auch seine Stimme. Kontakte nach außen werden unterbunden, medizinische Versorgung verweigert, Anwälte blockiert. Der Zweck ist klar: Abschreckung.
Parallel dazu setzt das Regime auf eine fast vollständige Informationsabschottung. Internet und Mobilfunk werden abgeschaltet, soziale Netzwerke blockiert, internationale Medien ausgesperrt. Was nicht gesendet wird, soll nicht existieren. Was nicht dokumentiert wird, soll nie geschehen sein.
Doch trotz dieser Abschottung dringen Berichte nach außen. Über Menschen, die auf offener Straße erschossen wurden. Über Familien, die gezwungen wurden, ihre Toten heimlich zu begraben. Über Krankenhäuser, die von Sicherheitskräften kontrolliert werden, damit Verletzungen nicht registriert werden. Über Leichen, die verschwinden.
Die Gewalt richtet sich nicht nur gegen Demonstranten, sondern gezielt gegen jene, die Zeugnis ablegen könnten. Journalismus wird im Iran nicht als Beruf anerkannt, sondern als Bedrohung bekämpft. Wahrheit ist dort kein Wert, sondern ein Risiko für die Machthaber.
Gleichzeitig behauptet die Führung in Teheran, die Gewalt sei übertrieben dargestellt, von ausländischen Medien gesteuert oder das Werk von Terroristen. Diese Erzählung dient einem Zweck: Verantwortung abstreifen und Täter zu Opfern erklären. Währenddessen sprechen Menschen im Land von Angst, Isolation und dem Gefühl, Geiseln im eigenen Staat zu sein.
Das Muster ist eindeutig. Erst werden Warnungen ignoriert. Dann Proteste mit Gewalt erstickt. Danach werden Informationen abgeschnitten. Schließlich wird die Realität umgeschrieben. Es ist eine bekannte Strategie autoritärer Systeme, doch im Iran wird sie mit besonderer Härte umgesetzt.
Die Behandlung von Journalisten ist dabei kein Randthema. Sie ist der Kern des Problems. Wer die Berichterstattung kontrolliert, kontrolliert die Wahrnehmung. Wer die Wahrnehmung kontrolliert, kontrolliert die Geschichte. Und wer die Geschichte kontrolliert, glaubt, die Zukunft sichern zu können.
Doch der Preis ist hoch. Ein Staat, der Wahrheit foltert, zerstört seine eigene Glaubwürdigkeit. Ein System, das auf Angst statt auf Zustimmung setzt, lebt von Gewalt und stirbt an ihr. Die Unterdrückung mag kurzfristig funktionieren. Langfristig hinterlässt sie verbrannte Erde, innerlich wie äußerlich.
Was im Iran geschieht, ist kein inneres Sicherheitsproblem, sondern ein Angriff auf grundlegende menschliche Prinzipien. Wer Journalisten foltert, erklärt der Wahrheit den Krieg. Und ein Staat, der die Wahrheit bekämpft, fürchtet sie mehr als jede äußere Bedrohung.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ehsan Iran - روزی روزگاری اوین - عکسها از وبلاگ خرداد 88 from Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11716864
Samstag, 24 Januar 2026