Wir brauchen Ihre Hilfe: haOlam.de arbeitet ohne Verlag. Damit wir unsere Arbeit in gewohnter Qualität fortsetzen und laufende Aufgaben abschließen können, sind wir weiter auf Unterstützung angewiesen.
Iran bereitet Machtwechsel vor: Name Khamenei soll an der Spitze des Regimes bleiben

Iran bereitet Machtwechsel vor: Name Khamenei soll an der Spitze des Regimes bleiben


Im Machtzentrum der Islamischen Republik zeichnet sich eine Entscheidung ab. Hinweise aus dem iranischen Expertenrat deuten darauf hin, dass Mojtaba Khamenei die Nachfolge seines getöteten Vaters antreten könnte.

Iran bereitet Machtwechsel vor: Name Khamenei soll an der Spitze des Regimes bleiben

Im Iran verdichten sich die Hinweise auf eine bevorstehende Entscheidung über die Nachfolge an der Spitze der Islamischen Republik. Mitglieder des einflussreichen Expertenrates erklärten, dass der Name Khamenei weiterhin mit der Führung des Landes verbunden bleiben werde. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Mojtaba Khamenei, der Sohn des getöteten Revolutionsführers Ali Khamenei, zum neuen Obersten Führer ernannt wird.

Der Geistliche Hosseinali Eshkevari, Mitglied des Expertenrates, erklärte in einem Video, das von iranischen Medien verbreitet wurde, dass bereits eine Mehrheit für einen neuen Führer gefunden worden sei. Die Person, die den Weg von Ruhollah Khomeini und des verstorbenen Ali Khamenei fortsetzen werde, sei gewählt worden. Der Name Khamenei werde weiterhin an der Spitze des Systems stehen, sagte er.

Nach Angaben iranischer Medien wurde die Entscheidung bereits getroffen und soll in Kürze offiziell verkündet werden. Ein weiteres Mitglied des Gremiums, Ahmad Alamolhoda, bestätigte ebenfalls, dass ein neuer Oberster Führer bestimmt worden sei. Die formelle Bekanntgabe soll dem Geistlichen Hosseini Bushehri übertragen worden sein.

Die Hinweise auf eine Entscheidung stehen im Gegensatz zu früheren Aussagen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi. Er hatte zuvor erklärt, es sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen und der Expertenrat müsse zunächst zusammentreten, um über einen neuen Führer abzustimmen.

Der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, ist laut iranischer Verfassung für die Wahl des Obersten Führers zuständig. Berichten zufolge fand ein entscheidendes Treffen bereits am Donnerstag statt, größtenteils in Form von Videokonferenzen.

Hinter den Kulissen soll dabei erheblicher Druck von den Revolutionsgarden ausgegangen sein. Mehrere Berichte sprechen davon, dass die militärische Führung eine rasche Entscheidung zugunsten von Mojtaba Khamenei forderte.

Der Sohn des verstorbenen Revolutionsführers gilt seit Jahren als enger Verbündeter wichtiger Figuren innerhalb der Revolutionsgarden. Dazu gehören unter anderem Ahmad Vahidi, der neu ernannte Kommandeur der Organisation, der frühere Geheimdienstchef Hossein Taeb sowie Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.

Die offizielle Bekanntgabe der Entscheidung wurde offenbar aus Sicherheitsgründen verzögert. Berichten zufolge befürchten iranische Behörden, dass Mojtaba Khamenei nach einer öffentlichen Ernennung selbst Ziel eines Attentats werden könnte.

Diese Sorge wurde zusätzlich durch eine ungewöhnlich scharfe Warnung aus Israel verstärkt. Über einen persischsprachigen Kanal der israelischen Armee in sozialen Netzwerken wurde erklärt, dass Israel jeden neuen Führer des iranischen Regimes weiterhin verfolgen werde.

In der Botschaft hieß es, dass das iranische Regime nach dem Tod von Ali Khamenei versuche, seine Führung neu aufzubauen. Israel warnte alle Personen, die an der Wahl eines Nachfolgers beteiligt seien, dass auch sie mögliche Ziele werden könnten.

Innerhalb des iranischen Systems bleibt die mögliche Ernennung Mojtaba Khameneis umstritten. Kritiker verweisen darauf, dass der Geistliche nie ein offizielles Regierungsamt bekleidet hat.

Zwar kämpfte er während des Iran Irak Krieges und erhielt später den religiösen Rang eines Hojjatoleslam nach Studien in den religiösen Seminaren der Stadt Qom. Dennoch liegt dieser Rang unterhalb des Titels Ajatollah, den viele als Voraussetzung für das höchste religiöse Amt im Staat betrachten.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die symbolische Bedeutung einer solchen Entscheidung. Berichten zufolge hatte Ali Khamenei selbst Vorbehalte gegenüber der Vorstellung geäußert, dass sein Sohn eines Tages seine Nachfolge antreten könnte. Eine solche Machtübertragung könne den Eindruck einer monarchischen Dynastie erwecken und damit dem Selbstverständnis der Islamischen Republik widersprechen.

Tatsächlich kam es innerhalb des Expertenrates in den vergangenen Tagen zu offenen Meinungsverschiedenheiten über die mögliche Ernennung. Einige Mitglieder lehnen Mojtaba Khamenei wegen fehlender religiöser Legitimität ab. Andere teilen die Sorge, dass eine familiäre Nachfolge dem politischen System schaden könnte.

Trotz dieser Einwände scheint sich innerhalb der Führung inzwischen eine Mehrheit für diese Lösung gebildet zu haben. Sollte die Entscheidung tatsächlich bestätigt werden, würde der Iran erstmals eine direkte familiäre Machtübertragung an der Spitze seines politischen Systems erleben.

Der mögliche Machtwechsel erfolgt in einer Phase außergewöhnlicher Unsicherheit für das Regime. Der Krieg mit Israel und den Vereinigten Staaten übt enormen Druck auf die militärischen und politischen Strukturen des Landes aus.

Gerade deshalb sehen viele Beobachter die schnelle Wahl eines neuen Obersten Führers als Versuch, Stabilität zu demonstrieren und das Machtgefüge der Islamischen Republik zusammenzuhalten.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Mehr News Agency, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=127795315
Sonntag, 08 März 2026

haOlam via paypal unterstützen


Hinweis: Sie benötigen kein PayPal-Konto. Klicken Sie im nächsten Schritt einfach auf „Mit Debit- oder Kreditkarte zahlen“, um per Lastschrift oder Kreditkarte zu unterstützen.
empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage