Iran rüstet sich gegen neue Proteste: Revolutionsgarden errichten Straßensperren und schalten Internet abIran rüstet sich gegen neue Proteste: Revolutionsgarden errichten Straßensperren und schalten Internet ab
Die Führung in Teheran bereitet sich offenbar auf mögliche neue Proteste gegen das Regime vor. Sicherheitskräfte verstärken ihre Präsenz in mehreren Städten, während gleichzeitig der Zugang zum Internet weiter eingeschränkt wird.
Nach Berichten internationaler Medien und iranischer Oppositionssender haben Sicherheitskräfte des Regimes in den vergangenen Tagen zahlreiche Kontrollpunkte in größeren Städten errichtet. Besonders in der Hauptstadt Teheran sollen neue Straßensperren und Kontrollstellen entstanden sein. Fahrzeuge werden angehalten und durchsucht, während Sicherheitskräfte verstärkt auf den Straßen patrouillieren.
Auch in anderen Städten wurden ähnliche Maßnahmen beobachtet, darunter Karadsch, Bandar Siraf, Bandar Lengeh und Buschehr. In einigen dieser Orte sollen Einheiten der Revolutionsgarden und andere Sicherheitskräfte gezielt strategische Verkehrspunkte kontrollieren.
Nach Aussagen von Bewohnern wurden einige Kontrollstellen bewusst unter Brücken oder in Straßentunneln aufgebaut. Beobachter sehen darin eine Reaktion auf Luftangriffe Israels, bei denen in der vergangenen Woche auch Stellungen der Basidsch-Miliz getroffen worden waren.
Internetblockade gegen Protestorganisation
Parallel zu den Sicherheitsmaßnahmen auf den Straßen verschärft das Regime auch seine Kontrolle über das Internet. Seit Beginn der militärischen Eskalation wurde der Zugang zu sozialen Netzwerken und verschlüsselten Messenger-Diensten massiv eingeschränkt.
Diese Maßnahmen treffen besonders Oppositionelle und Aktivisten. In Iran werden soziale Netzwerke häufig genutzt, um Demonstrationen zu organisieren, Treffpunkte zu koordinieren oder Videos von Protesten zu verbreiten.
Mit der aktuellen Internetblockade wird es für Bürger deutlich schwieriger, Informationen aus dem Land herauszugeben oder Proteste zu koordinieren.
Die Auswirkungen zeigen sich bereits deutlich. Während zu Beginn der militärischen Auseinandersetzung noch zahlreiche Videos von Angriffen und Explosionen aus Iran in sozialen Netzwerken auftauchten, sind solche Aufnahmen inzwischen deutlich seltener geworden.
Starlink als Ausweg aus der Zensur
Trotz der massiven Einschränkungen versuchen einige Menschen im Land, die Blockade zu umgehen. Dazu nutzen sie Satelliteninternet über das Starlink-System des Unternehmens SpaceX.
Berichten zufolge teilen einzelne Nutzer ihre Verbindungen mit anderen Menschen. In einigen Fällen wird der Zugang sogar verkauft. Ein Gigabyte Datenvolumen soll dabei rund sechs US-Dollar kosten, ein hoher Betrag für viele Iraner.
Das durchschnittliche monatliche Einkommen im Land liegt Berichten zufolge zwischen umgerechnet etwa 200 und 300 US-Dollar.
Gleichzeitig versuchen die Behörden offenbar gezielt, solche Verbindungen aufzuspüren. Sicherheitskräfte sollen nach Geräten suchen, die für den Zugang zum Satelliteninternet verwendet werden.
Internet für Bürger gesperrt, für Funktionäre offen
Während große Teile der Bevölkerung vom Internet abgeschnitten sind, erhalten bestimmte Regierungsvertreter weiterhin uneingeschränkten Zugang. Laut Berichten verfügen einige Funktionäre und regimetreue Journalisten über spezielle SIM-Karten mit unbeschränktem Internetzugang.
Diese sogenannten „weißen SIM-Karten“ ermöglichen ihnen weiterhin die Nutzung sozialer Netzwerke und internationaler Kommunikationsplattformen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi wurde in einem Interview auf diesen Widerspruch angesprochen. Er verteidigte den privilegierten Zugang damit, dass er im Ausland „die Stimme des iranischen Volkes“ sei und deshalb kommunizieren müsse.
Einschüchterung der Bevölkerung
Neben der verstärkten Überwachung greifen die Behörden auch zu direkter Einschüchterung. Die Geheimdiensteinheit der Revolutionsgarden verschickte nach Berichten aus Iran Massennachrichten an Mobiltelefone von Bürgern.
Darin wird davor gewarnt, an Demonstrationen teilzunehmen. Die Nachricht erklärt, der „Feind“ versuche Chaos auf den Straßen zu erzeugen. Wer sich daran beteilige, müsse mit schweren Konsequenzen rechnen.
Auch der iranische Polizeichef Ahmad Reza Radan warnte öffentlich, Menschen, die auf Befehl des „Feindes“ protestieren, würden nicht als Demonstranten behandelt, sondern als Feinde des Staates.
Zweifel an spontanen Protesten
Vor Beginn der militärischen Eskalation hatten einige Beobachter erwartet, dass schwere militärische Schläge gegen die Führung des Regimes möglicherweise neue Protestwellen auslösen könnten.
Berichten zufolge hatten israelische Sicherheitskreise diese Möglichkeit auch gegenüber den Vereinigten Staaten angesprochen. US-Präsident Donald Trump erklärte damals in einer Botschaft an die iranische Bevölkerung, sie könne nach einem militärischen Erfolg die Macht selbst übernehmen.
Doch bisher ist eine breite Protestbewegung nicht sichtbar. In mehreren Städten wurden stattdessen staatlich organisierte Demonstrationen beobachtet, bei denen Teilnehmer ihre Unterstützung für das Regime bekundeten.
Viele Menschen im Land scheinen derzeit zu zögern, offen gegen die Führung zu protestieren. Beobachter verweisen auf die extreme Gewalt, mit der Sicherheitskräfte in der Vergangenheit gegen Demonstranten vorgegangen sind.
Auch Trump selbst äußerte inzwischen Zweifel, ob sich kurzfristig eine größere Protestbewegung entwickeln wird. Die paramilitärischen Basidsch-Milizen könnten Demonstrationen brutal unterdrücken, warnte er in einem Interview.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Dienstag, 17 März 2026