UN startet Hormus Operation: Hunderte Schiffe sollen aus der iranischen Blockade herausgeführt werdenUN startet Hormus Operation: Hunderte Schiffe sollen aus der iranischen Blockade herausgeführt werden
Nach dreieinhalb Monaten sollen hunderte Schiffe und tausende Seeleute den Persischen Golf verlassen. Doch der Streit um Gebühren zeigt: Iran will Hormus als strategisches Machtinstrument nutzen.

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QuelleNach dreieinhalb Monaten iranischer Blockade beginnt an der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen eine heikle internationale Operation. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen hat die Koordination eines Einsatzes angekündigt, mit dem rund 11.000 Seeleute und hunderte festsitzende Schiffe aus dem Persischen Golf herausgeführt werden sollen. Die Aktion erfolgt in Abstimmung mit Iran, OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen, den USA und der internationalen Schifffahrtsbranche.
Die Dimension ist erheblich. Nach israelischen Angaben saßen zeitweise rund 600 Schiffe in der Region fest. Ein Teil konnte die Meerenge inzwischen wieder passieren, doch von einer Rückkehr zur Normalität kann keine Rede sein. Hormus ist nicht irgendein Seeweg. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Energieadern der Welt. Wer sie blockiert, greift nicht nur in den Schiffsverkehr ein, sondern setzt Ölpreise, Lieferketten, Versicherungen und die wirtschaftliche Stabilität ganzer Staaten unter Druck.
Die Wiederöffnung ist Teil des amerikanisch iranischen Memorandums nach dem Iran Krieg 2026. Für zunächst 60 Tage soll die Passage wieder ohne Gebühren offenstehen. Genau diese Frist macht den Kern des Problems sichtbar. Denn danach sollen Iran und Oman über die künftige Ordnung des Schiffsverkehrs beraten. Bereits jetzt steht die Frage im Raum, ob Teheran künftig Abgaben für Sicherheit, Umweltschutz oder maritime Dienstleistungen verlangen will.
Das wäre kein technisches Detail, sondern ein gefährlicher Präzedenzfall. US Außenminister Marco Rubio stellte öffentlich klar, kein Staat dürfe auf einer internationalen Wasserstraße Gebühren oder Zölle erheben. Diese Aussage richtet sich erkennbar gegen Teheran. Iran hat Hormus während des Krieges als Druckinstrument eingesetzt und versucht nun offenbar, aus der Wiederöffnung politischen Einfluss und wirtschaftliche Vorteile abzuleiten.
Oman spielt dabei eine Schlüsselrolle. Das Sultanat hat temporäre Schifffahrtsrouten geöffnet und erklärt, dafür würden keine Gebühren erhoben. Zugleich führt Oman Gespräche mit Iran über die künftige Organisation der Passage. Auch Golfstaaten und Irak sollen in getrennte regionale Gespräche einbezogen werden. Nach diplomatischen Angaben könnten diese Gespräche in Riad stattfinden und unabhängig von den direkten US Iran Verhandlungen laufen.
Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist diese Entwicklung nicht nur eine Frage der Weltwirtschaft. Sie passt in ein größeres Muster iranischer Politik. Teheran versucht, an mehreren Fronten Hebel gegen Israel und den Westen aufzubauen: über HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, über die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, über eingefrorene Milliarden und nun über Hormus. Die Meerenge wird damit Teil einer Strategie, in der Iran militärischen Druck, diplomatische Gespräche und wirtschaftliche Erpressbarkeit miteinander verbindet.
Die UN Operation ist notwendig. Tausende Seeleute dürfen nicht länger in einer Krise festhängen, die Teheran selbst mitverursacht hat. Auch die Weltwirtschaft braucht offene Seewege, keine politisch verwalteten Engpässe. Doch die Operation löst nicht das Grundproblem. Eine internationale Wasserstraße, die jederzeit wieder zur iranischen Druckkulisse werden kann, ist nicht wirklich frei. Sie ist nur vorläufig freigegeben.
Der eigentliche Test kommt deshalb nicht mit den ersten Schiffen, die Hormus verlassen. Er kommt nach Ablauf der 60 Tage. Dann wird sich zeigen, ob die Welt eine freie internationale Passage verteidigt oder ob Iran aus seiner Blockade am Ende noch Mitsprache, Geld und politische Aufwertung gewinnt.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 24 Juni 2026