Trump stellt Teheran ein Ultimatum: Verhandlungen oder Angriffe auf Kraftwerke und BrückenTrump stellt Teheran ein Ultimatum: Verhandlungen oder Angriffe auf Kraftwerke und Brücken
Die USA wollen Irans militärische Fähigkeiten an der Straße von Hormus weiter zerstören.
Kehrt das Regime nicht an den Verhandlungstisch zurück, droht Trump in der kommenden Woche mit Angriffen auf Kraftwerke, Brücken und Energieanlagen.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
US-Präsident Donald Trump verschärft den militärischen und wirtschaftlichen Druck auf das iranische Regime. In einem Interview mit Fox News kündigte er an, die amerikanischen Angriffe auf iranische Stellungen in den kommenden Nächten fortzusetzen. Sollte Teheran nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren, will Washington die Zielauswahl in der kommenden Woche deutlich erweitern. Dann könnten auch Kraftwerke, Brücken und weitere wichtige Teile der iranischen Infrastruktur angegriffen werden.
„Wir treffen sie sehr hart“, erklärte Trump. Die Vereinigten Staaten griffen derzeit nahezu alles an, was der Iran entlang seiner Küste noch besitze. Im Gebiet der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen sei es inzwischen schwierig, weitere intakte iranische Ziele zu finden. Die amerikanischen Schläge sollen bislang vor allem Küstenverteidigungssysteme, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Drohnenanlagen und militärische Fähigkeiten zerstören, mit denen die RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen Handels- und Kriegsschiffe bedrohen können.
Trump legte erstmals einen zeitlichen Rahmen für eine weitere Ausweitung der Angriffe vor. Die USA würden den Iran in der Nacht, in der darauffolgenden Nacht und auch danach schwer treffen. In der kommenden Woche könnten dann Kraftwerke und Brücken an die Reihe kommen. Wörtlich drohte der Präsident: „Wir werden alle ihre Kraftwerke zerstören und wir werden alle ihre Brücken zerstören, wenn sie nicht an den Verhandlungstisch kommen.“
Die Energieversorgung soll nach seinen Angaben erst in einer späteren Stufe der amerikanischen Operation angegriffen werden. Damit lässt Washington dem Regime noch eine begrenzte Gelegenheit, durch Verhandlungen eine weitere Ausdehnung des Krieges zu verhindern.
Die Angriffe folgen auf Teherans Bruch der Vereinbarung
Trumps Drohung ist nicht der Beginn einer grundlosen amerikanischen Offensive. Sie folgt auf die erneuten iranischen Angriffe gegen Handelsschiffe und amerikanische Einrichtungen in der Golfregion. Das Regime hatte versucht, die Straße von Hormus zu schließen und die internationale Schifffahrt unter seine Kontrolle zu bringen. Raketen und Drohnen wurden außerdem gegen Ziele in mehreren arabischen Staaten abgefeuert.
Damit hat Teheran das im Juni geschlossene Memorandum mit den Vereinigten Staaten innerhalb weniger Wochen praktisch wertlos gemacht. Die Vereinbarung sollte die Kämpfe beenden, die Schifffahrt für mindestens 30 Tage stabilisieren und neue Verhandlungen ermöglichen. Der Iran verpflichtete sich jedoch nicht zu einer überprüfbaren Aufgabe seines Raketenprogramms oder seiner Unterstützung für Terrororganisationen. Auch die Rückkehr internationaler Kontrolleure zu iranischen Atomanlagen blieb umstritten.
Das Regime nutzte die entstandene Pause nicht zur Befriedung der Region. Stattdessen setzte es die Straße von Hormus erneut als Druckmittel ein. Handelsschiffe wurden angegriffen, Seeleute verletzt und getötet. Die Golfstaaten mussten Raketen und Drohnen abfangen. Die Vereinigten Staaten reagierten mit neuen Angriffswellen gegen iranische Stellungen entlang der Küste und einer Blockade iranischer Häfen und Öltransporte.
Trump beschrieb die militärischen Fähigkeiten des Iran als inzwischen stark geschwächt. Zugleich warnte er davor, das Regime zu unterschätzen. Es verfüge noch immer über Kampfkraft und könne wie ein bereits besiegt geglaubter Boxer überraschend zurückschlagen. Genau diese Erfahrung hat die Region in den vergangenen Wochen gemacht: Auf jedes vermeintliche Ende der Auseinandersetzung folgte ein neuer iranischer Angriff.
Der Präsident erklärte, die amerikanischen Schläge würden so lange fortgesetzt, bis er selbst sie für ausreichend halte. Damit bindet er das Ende der Operation nicht an einen festen Termin, sondern an das Verhalten Teherans. Die entscheidende Bedingung ist die Rückkehr zu Verhandlungen und eine Einigung, die der Iran nicht erneut unmittelbar bricht.
Auch eine Bodenoperation wird nicht ausgeschlossen
Trump schloss eine begrenzte Operation am Boden ebenfalls nicht grundsätzlich aus. Manchmal sei ein Bodeneinsatz notwendig, erklärte er. Es gebe jedoch andere Kräfte, die einen solchen Einsatz für die Vereinigten Staaten durchführen könnten. Wen er damit meinte, ließ der Präsident offen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der iranischen Insel Chark. Sie ist ein zentraler Umschlagplatz für den iranischen Ölexport und damit von großer wirtschaftlicher Bedeutung für das Regime. Nach Trumps Darstellung wurde die Insel bereits zwei- oder dreimal angegriffen. Er habe jedoch angeordnet, die eigentlichen Ölanlagen zunächst zu verschonen, um schwere Folgen für die Weltwirtschaft zu vermeiden.
Eine Einnahme der Insel wollte Trump dennoch nicht ausschließen. Wenn der Iran ausreichend geschwächt und zurückgedrängt werde, könne er sich einen solchen Schritt vorstellen. Allein diese Drohung trifft Teheran an einer empfindlichen Stelle. Das Regime finanziert seine Streitkräfte, seine Revolutionsgarden und seine Terrornetzwerke zu einem erheblichen Teil mit Einnahmen aus dem Ölgeschäft.
Auch das unterirdische iranische Gelände am Pickaxe Mountain bleibt unter amerikanischer Beobachtung. Dort wird eine mögliche Fortsetzung nuklearer Arbeiten vermutet. Trump räumte ein, dass Washington derzeit nicht sicher wisse, welche Tätigkeiten in der Anlage stattfinden. Bereits geringe Aktivitäten würden jedoch ausreichen, um einen neuen Angriff auszulösen. Die USA verfügten über Waffen, die tief in den Berg eindringen könnten.
Die Botschaft ist unmissverständlich. Washington will nicht zulassen, dass der Iran die Kämpfe an der Küste nutzt, um sein Atomprogramm an geschützten Orten weiterzuführen. Für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ist dies von besonderer Bedeutung. Ein Abkommen, das lediglich die Straße von Hormus öffnet, aber Teherans nukleare Fähigkeiten unberührt lässt, würde die zentrale Bedrohung für den jüdischen Staat nicht beseitigen.
Gespräche laufen trotz der Angriffe weiter
Parallel zu den militärischen Drohungen hält Washington diplomatische Kanäle nach Teheran offen. Trump berichtete, amerikanische Vertreter hätten erst etwa eine Stunde vor seinem Interview mit iranischen Stellen gesprochen. Das Regime wolle eine Vereinbarung, breche jedoch jedes Abkommen, sobald es geschlossen sei.
Genau darin liegt das Problem der bisherigen Iran-Politik. Teheran verhandelt häufig nicht, um einen Konflikt dauerhaft zu lösen, sondern um Zeit zu gewinnen, Sanktionen zu lockern und militärische Fähigkeiten wiederherzustellen. Das Memorandum vom Juni hat dieses Muster erneut bestätigt. Kaum war die unmittelbare Gefahr für das Regime geringer geworden, begann es wieder, Schiffe und amerikanische Verbündete anzugreifen.
Trump verbindet seine Gesprächsbereitschaft deshalb mit einer konkreten Drohung. Der Iran soll nicht länger zwischen Verhandlungen und Angriffen wechseln können, ohne einen erheblichen Preis zu zahlen. Solange das Regime weiterkämpft, werden seine militärischen Fähigkeiten zerstört. Verweigert es auch in der kommenden Woche eine Einigung, droht der Verlust wichtiger Infrastruktur.
Der Präsident betonte zugleich, die amerikanischen Streitkräfte achteten darauf, die iranische Zivilbevölkerung zu schonen. Seine Drohung richte sich gegen die Machtgrundlagen des Regimes. Teheran müsse jetzt eine Vereinbarung schließen, bevor nichts mehr übrig sei.
Für Israel wird entscheidend sein, dass Washington nicht erneut ein Abkommen akzeptiert, das nur die aktuelle Angriffswelle beendet. Die iranische Führung bedroht Israel nicht allein mit Küstenraketen. Ihr Atomprogramm, ihre ballistischen Waffen und die Unterstützung von HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HouthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen und weiteren Terrororganisationen bilden ein zusammenhängendes System.
Ein tragfähiges Abkommen muss deshalb mehr leisten als die vorübergehende Öffnung einer Schifffahrtsroute. Es muss den Iran daran hindern, die nächste Kampfpause zur Vorbereitung der nächsten Angriffswelle zu nutzen. Ohne überprüfbare Bedingungen und glaubwürdige Folgen für einen erneuten Bruch wäre jede neue Vereinbarung lediglich eine weitere Fristverlängerung für das Regime.
Trumps Ultimatum kann Teheran zu einer Entscheidung zwingen. Das Regime kann seine Angriffe einstellen, die internationale Schifffahrt freigeben und ernsthaft verhandeln. Oder es riskiert, dass nach seinen Raketenstellungen und Küstenanlagen auch Kraftwerke, Brücken, Energieanlagen und weitere Grundlagen seiner Macht zerstört werden.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 15 Juli 2026