Iran greift US-Truppen an: Trump droht mit voller Härte

Iran greift US-Truppen an: Trump droht mit voller Härte


Teheran feuert ballistische Raketen auf amerikanische Stellungen in Jordanien. Donald Trump kündigt eine massive Vergeltung an, hält den Gesprächskanal jedoch offen. Für das iranische Regime ist das die letzte Warnung.

Iran greift US-Truppen an: Trump droht mit voller Härte

Der iranische Angriff kam ohne Vorankündigung und ließ den amerikanischen Streitkräften nach Angaben von US-Präsident Donald Trump nur wenige Minuten zur Reaktion. Mehrere ballistische Raketen wurden aus Iran auf amerikanische Militärstellungen in Jordanien abgefeuert. Die jordanischen Streitkräfte meldeten, fünf Flugkörper abgefangen und zerstört zu haben. Nach bisherigem Stand gab es weder Tote noch Verletzte und keine bestätigten Schäden. Das US-Zentralkommando CENTCOM sprach ausdrücklich von einem versuchten Überraschungsangriff der iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen. Sämtliche Raketen seien erfolgreich abgefangen worden.

Donald Trump reagierte mit einer Wortwahl, die selbst für seine Verhältnisse außergewöhnlich scharf war. Gegenüber dem Fox-News-Reporter Trey Yingst erklärte er, die Vereinigten Staaten würden Iran „hart treffen“. Im englischen Original fügte er eine vulgäre Drohung hinzu, die sinngemäß bedeutet, dass die USA dem Regime eine vernichtende militärische Abreibung zufügen würden. „Sie werden Prügel bekommen“, sagte Trump nach weiteren Berichten. Die Sprache ist grob, doch ihre politische Botschaft lässt keinen Raum für Missverständnisse: Washington betrachtet den Raketenangriff nicht als begrenzte Geste, sondern als direkten Angriff auf amerikanische Soldaten, der beantwortet werden soll.

Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten, amerikanische Einrichtungen in Jordanien angegriffen zu haben. Nach iranischen Angaben gehörte auch der von den USA genutzte Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti zu den Zielen. Gleichzeitig erklärte Teheran, drei Schiffe in der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen angegriffen zu haben, weil sie angeblich eine von Iran nicht genehmigte Route benutzt hätten. Damit richtet sich die Gewalt nicht mehr nur gegen einzelne militärische Einrichtungen. Das Regime versucht erneut, eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt seiner politischen und militärischen Kontrolle zu unterwerfen.

Teheran nutzt Gespräche als Deckung für neue Angriffe

Besonders schwer wiegt der Zeitpunkt. Trump hatte die amerikanischen Angriffe auf Iran vorübergehend ausgesetzt und den Vermittlern erneut Raum für Verhandlungen gegeben. Die Gespräche über eine Öffnung der Straße von Hormus und eine mögliche neue Vereinbarung waren noch nicht endgültig gescheitert. Genau in dieser Phase ließ das Regime Raketen auf amerikanische Soldaten abfeuern.

Das Muster ist bekannt. Teheran verhandelt, solange Gespräche Zeit verschaffen, wirtschaftlichen Druck mindern oder den Gegner von einem Angriff abhalten können. Gleichzeitig werden Raketen vorbereitet, Terrorverbände versorgt und Angriffe durch verbündete Milizen ermöglicht. Diplomatie dient dem Regime nicht zwangsläufig als Weg aus dem Krieg. Sie wird häufig als weiteres Mittel innerhalb des Krieges eingesetzt.

Trump erklärte dennoch, die Kommunikationswege zur iranischen Führung sollten offenbleiben. Man werde das Regime weiterreden lassen. Das ist kein Widerspruch zu seiner Vergeltungsdrohung. Gespräche können verhindern, dass aus Fehlentscheidungen ein noch größerer Krieg entsteht. Sie dürfen aber nicht zu einer Einladung für weitere Angriffe werden. Ein Staat, der während laufender Vermittlungsbemühungen ballistische Raketen auf amerikanische Soldaten abfeuert, darf nicht den Eindruck gewinnen, dass Gesprächsbereitschaft mit Wehrlosigkeit verwechselt werden kann.

In derselben Nacht griffen amerikanische und saudische Kampfflugzeuge WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und Versorgungseinrichtungen iranisch gelenkter Milizen im Irak an. Nach Angaben von CENTCOM waren den Angriffen innerhalb von 72 Stunden mehr als 30 Drohnenangriffe vorausgegangen, die von den Revolutionsgarden gesteuert worden seien und sich gegen US-Kräfte sowie saudische Energieanlagen gerichtet hätten. Die irakischen Volksmobilisierungskräfte teilten mit, mindestens 20 ihrer Angehörigen seien getötet und 32 weitere verletzt worden.

Trump behauptete, die Angriffe seien mit der irakischen Regierung abgestimmt worden. Eine öffentliche Bestätigung aus Bagdad gibt es dafür bislang nicht. Im Gegenteil: Der irakische Präsident und der Nationale Sicherheitsrat verurteilten die Angriffe als Verletzung der staatlichen Souveränität. Gleichzeitig forderte die irakische Führung jedoch auch, dass bewaffnete Gruppen das Land nicht länger als Ausgangspunkt für Angriffe auf Nachbarstaaten benutzen dürften. Dieser scheinbare Widerspruch zeigt das eigentliche Problem des Irak: Teile der offiziell eingebundenen Sicherheitskräfte folgen politisch und militärisch weiterhin Teheran und führen einen Staat im Staat.

Saudi-Arabiens offene Beteiligung ist dabei von besonderer Bedeutung. Erstmals seit Beginn des Krieges bekannte sich das Königreich öffentlich zu gemeinsamen Angriffen mit den Vereinigten Staaten auf iranisch gestützte Kräfte. Riad begründete sein Vorgehen mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Iran und seine Verbündeten haben in den vergangenen Tagen saudische Ölanlagen, Schiffe und Verkehrswege angegriffen oder bedroht. Die Führung in Teheran muss nun erkennen, dass sie mit ihren Angriffen nicht nur Washington und IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen gegen sich aufbringt, sondern auch jene arabischen Staaten, die lange versucht haben, eine unmittelbare Beteiligung am Krieg zu vermeiden.

Für Israel bestätigt sich eine bittere Erfahrung

Aus israelischer Sicht ist der Angriff keine überraschende Wendung. Israel warnt seit Jahren davor, dass das iranische Regime militärischen Druck nur dann ernst nimmt, wenn glaubwürdige Konsequenzen folgen. Die Revolutionsgarden haben HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, die HouthisHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen und zahlreiche irakische Milizen aufgebaut, bewaffnet und politisch abgesichert. Diese Kräfte sollen Israel, amerikanische Einrichtungen und arabische Nachbarstaaten angreifen, während Teheran versucht, Verantwortung von sich zu weisen.

Mit dem direkten Abschuss ballistischer Raketen auf US-Kräfte fällt diese Schutzbehauptung endgültig in sich zusammen. Iran handelt nicht nur durch Stellvertreter. Das Regime greift selbst an, kontrolliert wichtige Teile seines Terrornetzes und versucht, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus von seinen Bedingungen abhängig zu machen. Wer diesen Zusammenhang weiter ausblendet, trägt dazu bei, dass die Führung in Teheran jede Unterbrechung militärischer Maßnahmen als Gelegenheit zur Neuordnung ihrer Kräfte versteht.

Iranische Staatsmedien behaupteten am Mittwoch zudem, ein amerikanischer Flugkörper habe die nordwestiranische Stadt Piranschahr getroffen. Opfer habe es nicht gegeben. Eine unabhängige Bestätigung oder eine offizielle amerikanische Erklärung zu diesem behaupteten Angriff lag zunächst nicht vor. Diese Angabe muss daher mit entsprechender Vorsicht behandelt werden.

Trumps drastische Sprache allein wird das iranische Regime nicht beeindrucken. Entscheidend ist, ob eine amerikanische Antwort jene Fähigkeiten trifft, mit denen weitere Raketenangriffe vorbereitet werden, ohne die Region in einen unkontrollierbaren Krieg zu treiben. Abschussanlagen, Lager, Führungsstellen und die Verbindungen zu den iranischen Terrorverbänden sind keine politischen Symbole. Sie sind die Werkzeuge, mit denen Teheran seine Nachbarn bedroht.

Die Regierung in Washington hat Iran mehrfach die Möglichkeit gegeben, seine Angriffe einzustellen und die Straße von Hormus wieder für den freien Schiffsverkehr zu öffnen. Das Regime hat diese Möglichkeiten nicht genutzt. Stattdessen schoss es auf amerikanische Soldaten und griff Handelsschiffe an. Wer in dieser Lage nur zu neuer Zurückhaltung aufruft, verlangt in Wirklichkeit, dass die Angegriffenen das Risiko weiterer Raketen hinnehmen.

Gesprächskanäle können offenbleiben. Aber die Antwort auf einen versuchten Überraschungsangriff muss so deutlich sein, dass in Teheran kein Zweifel über den Preis eines weiteren Angriffs besteht. Frieden entsteht nicht dadurch, dass ein Terrorregime immer wieder testen darf, wie viel Gewalt seine Gegner noch dulden. Er entsteht erst dann, wenn die Verantwortlichen erkennen, dass Raketen, Drohnen und Terrorverbände ihre Macht nicht sichern, sondern sie gefährden.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 29 Juli 2026

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