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Iran in Geldnot: Jetzt sollen Hamas und Hisbollah die Revolutionsgarden finanzieren

Iran in Geldnot: Jetzt sollen Hamas und Hisbollah die Revolutionsgarden finanzieren


Jahrelang finanzierte Teheran seine Terrorverbündeten mit Milliarden. Nun soll sich der Geldfluss umgekehrt haben. Nach Angaben des US-Militärs fehlen dem iranischen Regime 25 Milliarden Dollar aus dem Ölgeschäft, während selbst die Revolutionsgarden Schwierigkeiten haben, ihre Kämpfer zu bezahlen.

Iran in Geldnot: Jetzt sollen Hamas und Hisbollah die Revolutionsgarden finanzieren
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Jahrzehntelang war die Rollenverteilung eindeutig: Das iranische Regime finanzierte, bewaffnete und unterstützte Terrororganisationen in der gesamten Region. Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen und schiitische Milizen im IrakSchiitenmilizen: Irans bewaffnete Netzwerke im Nahen OstenSchiitenmilizen sind bewaffnete Gruppen mit schiitischem Hintergrund, die besonders im Irak und in Syrien aktiv sind. Viele von ihnen werden vom Iran unterstützt, ausgebildet oder politisch beeinflusst und gehören zum regionalen Netzwerk der Quds-Einheit und der Revolutionsgarden.Mehr lesen profitierten von iranischen Geldern, Waffenlieferungen und militärischer Ausbildung. Im Gegenzug halfen diese Organisationen Teheran, seine Macht weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus auszuüben und IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen von mehreren Seiten zu bedrohen.

Jetzt berichten amerikanische Militärbehörden von einer bemerkenswerten Umkehr dieser Verhältnisse. Nicht mehr nur Iran soll seine Verbündeten finanzieren. Vielmehr sollen bewaffnete Organisationen, die bisher vom Geld des Regimes abhängig waren, inzwischen selbst Mittel an die iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen überweisen. Nach Angaben des Oberbefehlshabers des amerikanischen Zentralkommandos CENTCOM, Admiral Brad Cooper, ist die wirtschaftliche Lage des iranischen Sicherheitsapparates mittlerweile so angespannt, dass sogar Gehaltszahlungen an die eigenen Angehörigen ausbleiben.

Besonders aufschlussreich ist dabei ein Detail: Einige der mit Iran verbündeten Milizen sollen ihren eigenen Kämpfern Gelder vorenthalten, um die Revolutionsgarden finanziell unterstützen zu können.

Was nach einer absurden Umkehr jahrzehntelanger Abhängigkeiten klingt, könnte ein Hinweis darauf sein, wie stark die amerikanische Seeblockade und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges die Machtstrukturen des Regimes inzwischen belasten. Die Angaben stammen allerdings aus amerikanischen Militärkreisen. Unabhängige Einblicke in die tatsächlichen Geldströme der beteiligten Terrororganisationen liegen bislang nicht vor.

Die Aussagen wurden am Freitag, dem 16. Oktober 2026, in einer Videobotschaft des CENTCOM-Kommandeurs veröffentlicht und anschließend von mehreren amerikanischen und israelischen Medien aufgegriffen.

25 Milliarden Dollar fehlen: Der wirtschaftliche Druck trifft die Revolutionsgarden

Nach Angaben von Brad Cooper hat die amerikanische Seeblockade verhindert, dass Iran Rohöl im geschätzten Wert von 25 Milliarden Dollar exportieren konnte. Hinzu kommen iranische Vermögenswerte in Kryptowährungen im Umfang von rund 350 Millionen Dollar, die amerikanische Behörden in den vergangenen Wochen nach Angaben des Militärs einfrieren konnten.

Die beiden Zahlen beschreiben unterschiedliche wirtschaftliche Schäden. Bei den 25 Milliarden Dollar handelt es sich um den geschätzten Wert verhinderter Ölexporte, nicht um bereits eingenommene Gelder, die nachträglich beschlagnahmt worden wären. Bei den Kryptowährungen geht es dagegen um Vermögenswerte, deren Zugriff nach amerikanischer Darstellung tatsächlich blockiert wurde.

Für die iranische Führung ist vor allem die Einschränkung des Ölgeschäfts gefährlich. Erdöl und Erdölprodukte gehören zu den wichtigsten Quellen ausländischer Einnahmen. Diese Devisen werden benötigt, um Importe zu bezahlen, staatliche Aufgaben zu finanzieren und militärische Programme aufrechtzuerhalten. Die Revolutionsgarden verfügen zudem über eigene wirtschaftliche Netzwerke, deren Aktivitäten eng mit dem iranischen Staatsapparat verbunden sind.

Die amerikanische Regierung versucht seit Monaten, diese Einnahmequellen gezielt zu unterbrechen. Dabei geht es nicht allein darum, Iran wirtschaftlich zu schwächen. Washington will auch verhindern, dass weiterhin Geld für Raketenprogramme, militärische Operationen und die Unterstützung verbündeter bewaffneter Gruppen zur Verfügung steht.

Inzwischen zeigen die Maßnahmen nach Darstellung von Cooper erhebliche Auswirkungen. Der Admiral berichtete, dass nicht nur das iranische Militär und die Revolutionsgarden unter finanziellen Schwierigkeiten leiden. Auch bei staatlichen Beschäftigten würden demnach Gehälter, Pensionen und andere Leistungen zurückgehalten.

Damit würde der wirtschaftliche Druck zunehmend jene Institutionen erreichen, auf die das Regime für seine eigene Machtabsicherung angewiesen ist. Gerade die Revolutionsgarden besitzen innerhalb des iranischen Systems eine besondere Bedeutung. Sie sind nicht lediglich eine zweite Armee neben den regulären Streitkräften, sondern verfügen über eigene Land-, Luft- und Seestreitkräfte, Geheimdienststrukturen und wirtschaftliche Einflussmöglichkeiten. Ihre Auslandseinheiten haben über Jahrzehnte entscheidend dazu beigetragen, terroristische Organisationen und militante Gruppen außerhalb Irans aufzubauen und zu unterstützen.

Wenn ausgerechnet dieser Machtapparat Probleme bekommt, seine Angehörigen zu bezahlen, wäre das eine Entwicklung mit erheblichen möglichen Folgen für die innere Stabilität des Regimes.

Allerdings lässt sich aus den amerikanischen Angaben noch nicht ableiten, dass die Revolutionsgarden unmittelbar vor einem organisatorischen Zusammenbruch stehen. Die iranische Führung verfügt weiterhin über militärische Fähigkeiten, bewaffnete Unterstützer und Möglichkeiten zur innerstaatlichen Repression. Ein geschwächter Sicherheitsapparat kann außerdem versuchen, durch verstärkte Gewalt und Einschüchterung auf seine Probleme zu reagieren.

Die amerikanischen Erkenntnisse zeigen daher vor allem eines: Der wirtschaftliche Druck soll nicht nur abstrakte staatliche Einnahmen treffen, sondern inzwischen die Finanzierung konkreter militärischer Strukturen beeinträchtigen.

Wenn Terrororganisationen ihren Geldgeber retten müssen

Besonders bemerkenswert ist die von Cooper geschilderte Entwicklung innerhalb des iranischen Bündnissystems.

Über Jahrzehnte flossen erhebliche Summen aus Iran an die Hisbollah im Libanon. Die Terrororganisation erhielt militärische Ausrüstung, Ausbildung und finanzielle Unterstützung. Auch die Hamas profitierte von iranischer Hilfe, obwohl sie als sunnitisch-islamistische Organisation religiös nicht dem schiitischen Staatsislam Irans folgt. Beide Organisationen verbindet insbesondere ihre Feindschaft gegenüber Israel.

Daneben unterstützt Teheran seit Jahren bewaffnete schiitische Gruppen im Irak, die teilweise eng mit den Revolutionsgarden verbunden sind. Dieses Netzwerk ermöglichte es dem Regime, militärischen Druck auf Israel, amerikanische Einrichtungen und regionale Gegner auszuüben, ohne sämtliche Operationen unmittelbar durch iranische Streitkräfte durchführen zu müssen.

Die Finanzierung war dabei mehr als eine gewöhnliche politische Zuwendung. Geld aus Teheran half, Kämpfer zu bezahlen, Waffen zu beschaffen, militärische Infrastruktur aufzubauen und organisatorische Strukturen aufrechtzuerhalten. Das iranische Regime sicherte sich dadurch Einfluss auf Organisationen, die in unterschiedlichen Ländern eigene Machtbereiche entwickelten.

Nun sollen Teile dieser Netzwerke selbst finanziell zur Unterstützung der Revolutionsgarden herangezogen werden.

Nach Coopers Darstellung gibt es Berichte, wonach Milizen die Bezahlung eigener Kämpfer aussetzen oder einschränken, um Geld an die Revolutionsgarden weiterzuleiten. Genannt werden insbesondere die Hisbollah, die Hamas und bewaffnete Gruppen im Irak.

Das ist eine außergewöhnliche Behauptung. Sollte sie sich bestätigen, würde sie zeigen, dass die finanzielle Abhängigkeit innerhalb des iranischen Bündnissystems zumindest teilweise ihre Richtung gewechselt hat.

Allerdings ist bislang weder bekannt, welche Beträge tatsächlich überwiesen wurden, noch, welche Organisationen konkret an solchen Zahlungen beteiligt waren. Auch bleibt offen, ob es sich um zentral angeordnete Finanztransfers, freiwillige Unterstützung einzelner Gruppen oder andere Formen wirtschaftlicher Zusammenarbeit handelt.

Die Darstellung des amerikanischen Militärs erlaubt deshalb keine Aussage darüber, dass sämtliche iranischen Verbündeten inzwischen ihre Gelder an Teheran abführen. Sie macht aber deutlich, dass Washington nach eigenen Angaben Hinweise auf erhebliche finanzielle Schwierigkeiten innerhalb des gesamten Netzwerkes besitzt.

Für die beteiligten Terrororganisationen könnte diese Entwicklung ein ernstes Problem darstellen. Sie müssen gleichzeitig ihre eigenen Strukturen erhalten und die finanziellen Folgen der vergangenen Kriegsjahre bewältigen.

Die Hamas hat durch den Krieg im Gazastreifen erhebliche militärische und organisatorische Verluste erlitten. Auch die Hisbollah musste schwere Rückschläge hinnehmen. Ihre Fähigkeit, Kämpfer zu bezahlen, WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen wiederaufzubauen und Unterstützungsnetzwerke zu erhalten, ist für beide Organisationen von unmittelbarer Bedeutung.

Sollten verfügbare Mittel nun zusätzlich an die Revolutionsgarden abgeführt werden, könnte dies ihre wirtschaftlichen Spielräume weiter einschränken. Ob die behaupteten Transfers bereits konkrete Auswirkungen auf ihre militärische Handlungsfähigkeit haben, ist allerdings nicht belegt.

Die Entwicklung besitzt noch eine andere politische Dimension. Teheran rechtfertigte seine umfangreichen Investitionen in ausländische bewaffnete Organisationen über viele Jahre mit der angeblichen Notwendigkeit, Gegner von den eigenen Grenzen fernzuhalten. Diese Strategie sollte es ermöglichen, Konflikte außerhalb Irans auszutragen und zugleich die eigene Machtposition auszubauen.

Doch die Unterstützung ausländischer Terrororganisationen war innerhalb der iranischen Gesellschaft stets umstritten. Während erhebliche staatliche Mittel für militärische und ideologische Projekte im Ausland eingesetzt wurden, litt die Bevölkerung unter Inflation, wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Korruption und staatlichen Einschränkungen.

Wenn nun sogar Gelder aus dem Umfeld dieser Organisationen benötigt werden, um die Revolutionsgarden zu unterstützen, verdeutlicht das nach amerikanischer Darstellung, wie stark das bisherige Finanzierungsmodell unter Druck geraten ist.

Die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Schauplatz

Der wirtschaftliche Konflikt wird gegenwärtig vor allem auf See ausgetragen.

Die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen zählt zu den wichtigsten Transportwegen des internationalen Energiehandels. Durch die Meerenge zwischen Iran und OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen werden große Mengen Erdöl und Erdgas aus den GolfstaatenStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen in Richtung Weltmarkt transportiert. Wer diesen SeewegStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen gefährdet, beeinflusst deshalb nicht nur die regionale Sicherheit, sondern auch internationale Energiepreise und Handelsverbindungen.

Seit Beginn des amerikanisch-israelischen Krieges gegen Iran am 28. Februar 2026 entwickelte sich die Meerenge zu einem zentralen militärischen und wirtschaftlichen Konfliktraum. Iranische Streitkräfte griffen Handelsschiffe an, bedrohten die Schifffahrt mit Raketen, Drohnen und anderen Waffen und versuchten, die wirtschaftlichen Kosten des Konfliktes für ihre Gegner zu erhöhen.

Die Vereinigten Staaten reagierten mit einer militärischen Präsenz, Begleitschutz für Handelsschiffe und Maßnahmen gegen iranische Exportmöglichkeiten.

Nach Angaben von Cooper konnten innerhalb der vergangenen sieben Tage rund 400 Handelsschiffe die Straße von Hormus passieren. Außerdem hätten amerikanische Kräfte und ihre regionalen Partner in diesem Zeitraum den Transport von mehr als 100 Millionen Barrel Erdöl ermöglicht.

Diese Angaben sollen demonstrieren, dass Iran die Meerenge trotz seiner Angriffe nicht vollständig kontrolliert. Sie stammen allerdings vom amerikanischen Militär und beschreiben dessen eigene Bewertung der Lage.

Gleichzeitig bleibt die Sicherheitslage angespannt. Am Freitag wurde ein Tanker vor der saudi-arabischen Küste von einem bislang nicht identifizierten Geschoss getroffen. Auch im Bereich der Straße von Hormus wurden weitere Zwischenfälle gemeldet. Am Samstag behaupteten die iranischen Revolutionsgarden, ein Tanker sei nach der Kollision mit einer Seemine explodiert. Die genauen Umstände und die iranische Darstellung waren zunächst nicht unabhängig bestätigt.

Die Gefahren sind damit keineswegs beseitigt.

Besonders auffällig ist, dass Washington die jüngste Zunahme der Angriffe als Zeichen wirtschaftlicher Verzweiflung innerhalb der Revolutionsgarden interpretiert. Nach Coopers Darstellung versucht Iran, durch eine erhöhte Bedrohung des internationalen Schiffsverkehrs politischen und wirtschaftlichen Druck auszuüben.

Diese Einschätzung wird durch Berichte über Veränderungen der iranischen Angriffstaktik ergänzt. Demnach werden Handelsschiffe gezielter bedroht, um den Energiehandel zu beeinträchtigen und die Kosten des Konfliktes für die Vereinigten Staaten und ihre Partner zu steigern.

Allerdings besteht zwischen der amerikanischen Bewertung und der tatsächlichen militärischen Lage ein wichtiger Unterschied. Auch eine wirtschaftlich geschwächte Macht kann gefährliche Angriffe durchführen. Sinkende Einnahmen bedeuten nicht automatisch eine entsprechende Verringerung vorhandener Waffenbestände oder militärischer Einsatzmöglichkeiten.

Für Israel bleibt Iran deshalb ungeachtet seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine erhebliche Sicherheitsbedrohung.

Die Revolutionsgarden haben über Jahrzehnte ein Netzwerk aufgebaut, das weit über Iran hinausreicht. Seine militärischen Strukturen, politischen Kontakte und wirtschaftlichen Verbindungen verschwinden nicht allein deshalb, weil ein Teil der Einnahmen wegbricht. Selbst unter starkem finanziellem Druck können terroristische Organisationen weiterhin Anschläge planen, Waffen einsetzen und versuchen, ihre militärischen Fähigkeiten wiederherzustellen.

Gleichzeitig eröffnet die wirtschaftliche Entwicklung neue Möglichkeiten, diese Strukturen dauerhaft zu schwächen. Werden Finanzströme unterbrochen, müssen bewaffnete Organisationen ihre Ausgaben einschränken, alternative Geldquellen erschließen oder bestehende Reserven aufbrauchen. Dadurch können sich mittel- und langfristig auch ihre militärischen Möglichkeiten verändern.

Die Vereinigten Staaten setzen offenbar darauf, dass eine Kombination aus wirtschaftlichem Druck, militärischer Abschreckung und internationaler Kontrolle des Seeverkehrs Iran zu politischen Zugeständnissen bewegt.

Parallel laufen weiterhin diplomatische Bemühungen um ein Ende des Krieges. Amerikanische und katarische Vermittler warteten nach jüngsten Berichten auf eine iranische Antwort auf einen amerikanischen Gegenvorschlag. Konkrete Fortschritte wurden bislang nicht bestätigt.

Die amerikanische Regierung befindet sich dabei selbst unter Druck. Steigende Energiepreise und die wirtschaftlichen Folgen des Konfliktes belasten die internationale Wirtschaft. Auch innenpolitisch kann eine längere Auseinandersetzung für Präsident Donald Trump problematisch werden. Gerade deshalb versucht Iran nach Einschätzung amerikanischer Regierungsvertreter, den Schiffsverkehr zu bedrohen und dadurch die Kosten des Krieges weiter zu erhöhen.

Ob diese Strategie aufgeht oder die finanzielle Schwächung Irans schneller wirkt, lässt sich derzeit nicht zuverlässig beurteilen.

Die jüngsten Angaben des CENTCOM-Kommandeurs deuten jedoch auf eine Entwicklung hin, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre: Ausgerechnet die Terrororganisationen, deren Aufbau und Finanzierung das iranische Regime über Jahrzehnte erhebliche Summen kosteten, sollen nun selbst Geld an die Revolutionsgarden überweisen, damit deren eigener Apparat weiter funktioniert.

Das wäre eine bemerkenswerte Verschiebung innerhalb eines Systems, dessen Einfluss lange wesentlich auf iranischem Geld beruhte.

Sollten sich die amerikanischen Angaben bestätigen, zeigt sich darin nicht nur die wirtschaftliche Wirkung der Seeblockade. Es würde auch deutlich, dass der Krieg zunehmend jene finanziellen Grundlagen angreift, auf denen Teherans regionale Machtpolitik aufgebaut wurde.

Für Israel wäre eine nachhaltige Schwächung dieser Finanzierungsstrukturen von erheblicher sicherheitspolitischer Bedeutung. Denn je schwieriger es für Iran wird, seine eigenen Streitkräfte und verbündeten Terrororganisationen zu finanzieren, desto größer werden die wirtschaftlichen Hindernisse für den Wiederaufbau ihrer militärischen Fähigkeiten.

Ob daraus tatsächlich eine dauerhafte Verringerung der Bedrohung entsteht, hängt allerdings davon ab, ob die finanziellen Einschränkungen anhalten und in welchem Umfang Iran auf alternative Einnahmequellen zurückgreifen kann.

Noch ist das iranische Terrornetzwerk nicht zerschlagen. Aber nach Darstellung des amerikanischen Militärs zeigt sich inzwischen eine ungewöhnliche Schwäche: Der Staat, der jahrzehntelang Terrororganisationen finanzierte, soll mittlerweile auf das Geld eben dieser Organisationen angewiesen sein.




Autor: Redaktion
Samstag, 17 Oktober 2026

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