Israel verschärft Druck auf Hamas – Offensive vorerst auf Eis, um Geiseln zu retten

Israel verschärft Druck auf Hamas – Offensive vorerst auf Eis, um Geiseln zu retten


Die Armee rückt weiter vor, doch eine Großoffensive bleibt aus – aus einem Grund, der zutiefst menschlich ist.

Israel verschärft Druck auf Hamas – Offensive vorerst auf Eis, um Geiseln zu retten
IDF

Israels Armee kämpft weiter gegen HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, doch ein groß angelegter Bodenangriff lässt auf sich warten. Der Grund ist ebenso strategisch wie moralisch: 59 Geiseln befinden sich noch immer in der Gewalt der Terrororganisation – darunter 24, von denen man annimmt, dass sie noch leben. Jeder weitere Schritt der IDF ist eine Abwägung zwischen militärischem Erfolg und dem Leben dieser Menschen.

Seit dem 18. März hat die israelische Armee nach zweimonatiger Pause ihre Angriffe wieder aufgenommen. Dabei wurden über 1.200 Ziele getroffen, mindestens 350 Terroristen getötet – darunter 40 führende Hamas-Kader. Auch Mitglieder der sogenannten „Polizei“ der Hamas und der politisch-militärischen Führung wurden gezielt ausgeschaltet. Dennoch bleibt die Entscheidung über eine vollständige Offensive in Rafah politisch – und abhängig vom Schicksal der Geiseln.

Verteidigungsminister IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Katz macht keinen Hehl daraus: Wenn die Hamas die Geiseln nicht freilässt, wird die Armee auch Rafah sturmreif machen. Doch bislang operiert die IDF mit Bedacht. Drei Divisionen sichern das Terrain – vorsichtig, um mögliche Verhandlungen nicht zu gefährden und die eigenen Soldaten zu schützen. Dabei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen mit Hamas-Einheiten, die sich jedoch zunehmend zurückziehen.

Die israelische Armee zerstört derzeit gezielt WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Tunnel und Nachschublinien der Hamas. Der Süden Gazas ist inzwischen weitgehend unter israelischer Kontrolle. Die sogenannte „Morag-Korridor“ trennt Rafah von Chan Junis, während im Norden Netzarim und Shejaiya Teil einer Pufferzone geworden sind. Diese Zonen nehmen mittlerweile rund 30 Prozent des Gazastreifens ein – ein Gebiet, das nach Aussage von Minister Katz unter dauerhafter Kontrolle Israels bleiben soll.

Parallel wird der Druck auf Hamas nicht nur militärisch erhöht. Auch innerhalb Gazas regt sich zaghafter Protest – gegen die Islamisten selbst. Immer mehr Menschen machen Hamas für ihre Not verantwortlich. Dass Israel die Einfuhr von Hilfsgütern begrenzt, sei kein Zeichen einer geplanten Hungersnot, betont das Militär. Es gehe darum, die Hamas zu schwächen – nicht die Zivilbevölkerung.

Die Fakten sind brutal: Über 1.200 Menschen wurden beim Hamas-Überfall am 7. Oktober ermordet, darunter Frauen, Kinder und Babys. 251 Menschen wurden verschleppt. Bis heute sind 59 von ihnen in der Gewalt der Terroristen. Laut israelischer Schätzungen wurden bisher etwa 20.000 Hamas-Kämpfer getötet – doch der Preis ist hoch. Auch Israel hat 410 Soldaten in Gaza verloren.

Der Krieg ist nicht vorbei. Doch Israels Regierung ringt um einen Weg, den Terror dauerhaft zu besiegen, ohne das Leben der Geiseln leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Es ist ein Kampf an zwei Fronten – militärisch und moralisch zugleich.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 17 April 2025

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