IDF meldet Erfolge in der Westbank: Über 100 Terroristen getötet – Hamas verstärkt Druck auf Hebron

IDF meldet Erfolge in der Westbank: Über 100 Terroristen getötet – Hamas verstärkt Druck auf Hebron


Während sich der Norden beruhigt, brodelt es im Süden: Operation „Eiserne Mauer“ trifft Terrornetzwerke, doch in Hebron droht ein neuer Großangriff.

IDF meldet Erfolge in der Westbank: Über 100 Terroristen getötet – Hamas verstärkt Druck auf Hebron
Von Jusmine, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2975535

Seit Beginn der israelischen Operation „Eiserne Mauer“ in der Westbank wurden laut Angaben der IDF über 100 Terroristen getötet und rund 320 gesuchte Personen festgenommen. Insgesamt beläuft sich die Zahl der im nördlichen Westjordanland ausgeschalteten Terroristen seit Kriegsbeginn auf über 700 – ein beispielloser Schlag gegen palästinensische TerrorinfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen.

Im Fokus der Operation steht besonders die Region Nord-SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen. Dort gelang es den Sicherheitskräften durch wiederholte gezielte Einsätze – etwa in den Flüchtlingslagern von Jenin und Tulkarm – die terroristische Aktivität massiv zu unterbinden. Das strategische Konzept: permanente Präsenz und punktgenaue Überwachung der Bewegungsachsen. Laut IDF haben sich die militanten Gruppen dadurch kaum erholen können – ihre Kampffähigkeit ist erheblich geschwächt.

Doch während im Norden eine spürbare Beruhigung eintritt, gerät der Süden zunehmend unter Druck. Insbesondere Hebron, traditionell eine Hochburg der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, bereitet den Sicherheitsbehörden Sorgen. Die Zahl der Terrorwarnungen hat sich dort dramatisch erhöht. Der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beobachtet verstärkte Aktivitäten und Planungen für größere Anschläge, koordiniert von der Hamas-Führung in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen und im Ausland.

Der israelische Verteidigungsapparat reagiert mit verstärkter Präsenz vor Ort. Es kommt zu täglichen Razzien, Festnahmen und verstärkter Kontrolle auf Hauptverkehrsadern – insbesondere in den Hebron Hills, einer sensiblen Zone im Gebiet der regionalen Brigade Judäa. Dort ereigneten sich am Mittwoch gleich zwei Anschläge: ein Schusswaffenangriff am Reihan-Übergang mit mindestens zwei Verletzten und ein gezielter Rammversuch, der nur knapp glimpflich verlief.

Brigadegeneral Yaki Dolf, Kommandeur der Division Judäa und Samaria, äußerte sich entschlossen: „Wir verfolgen die Terroristen systematisch mithilfe präziser Aufklärung. Wir kennen jede Route, jeden Fluchtweg. Unsere Operationen reichen jetzt tief ins Herz der Lager – zu jeder Tages- und Nachtzeit.“

Der strategische Wandel ist deutlich: IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen agiert nicht mehr reaktiv, sondern proaktiv. Die IDF nutzt die gewonnene operative Freiheit, um in bislang schwer zugängliche Gebiete vorzudringen. Das Ziel ist klar – die Zerschlagung terroristischer Netzwerke noch bevor sie zuschlagen können.

Die Hamas versucht indes, über ihre Zellen in Hebron die Initiative zurückzugewinnen. Laut Einschätzung der Sicherheitsbehörden plant sie einen Großanschlag, der von dort aus koordiniert werden könnte – ein verzweifelter Versuch, ihre schwindende Machtbasis in der Westbank zu festigen.

Für Israel bedeutet das: keine Atempause. Die Operation „Eiserne Mauer“ mag im Norden Erfolge zeigen, doch der Süden bleibt ein gefährlicher Brandherd. Der nächste Anschlag könnte bereits vorbereitet werden – vielleicht in einem der vielen Häuser von Hebron, vielleicht entlang einer der staubigen Straßen durch die Hügel von Judäa. Der Druck bleibt hoch, der Krieg im Schatten geht weiter.

Thematische Einordnung



Autor: Redaktion
Donnerstag, 08 Mai 2025

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