Drei Divisionen im Vorstoß: So sieht Israels Plan zur Einnahme der Stadt Gaza ausDrei Divisionen im Vorstoß: So sieht Israels Plan zur Einnahme der Stadt Gaza aus
Mit Panzern, Luftwaffe und einem massiven Reservistenaufgebot dringt die IDF in das Herz von Gaza vor. Ein Sprecher skizziert den militärischen Fahrplan — und macht klar: Dies ist kein Symbolakt, sondern ein entschlossener Versuch, die Terrorherrschaft zu brechen.

IDF
Die israelische Armee hat den ersten Bodenabschnitt der Operation begonnen: Drei Divisionen sind jetzt in oder an der Stadt GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen im Einsatz, unterstützt von weiteren Verbänden. Während die Luftwaffe die Angriffe fortsetzt, betont das Militär seine Absicht, systematisch die Infrastruktur der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zu zerstören und zugleich humanitäre Hilfe in den Süden zu bringen.
Brigadiergeneral Effi Deprin gab am Abend eine umfassende Lagebild-Äußerung ab: Die Einheiten 98 und 162 operieren bereits in der Stadt, und in den kommenden Tagen soll sich die Division 36 anschließen. Zusätzlich bleibt die 99. Division im Norden aktiv. Deprin machte deutlich, dass die Armee durch die Kontrolle großer Teile der Küstenzone und weiterer Stadtteile die Voraussetzungen geschaffen hat, das Gefecht ins Zentrum zu verlagern. Die Zerstörung zahlreicher Hochhäuser sei kein Akt der Willkür gewesen, sondern die Folge gezielter Aufklärung: In diesen Bauwerken habe die Hamas Kommandostrukturen, WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und Tunnelausgänge betrieben — Einrichtungen, die gezielt zur Tötung israelischer Soldaten und Zivilisten eingesetzt wurden.
Die Operation ist in ihrer Dimension und Intensität neu. Bis zu 130.000 ReservistenReservisten: Israels Bürger in UniformReservisten sind frühere Soldaten, die nach ihrem aktiven Dienst weiter für Einsätze, Übungen oder Kriegsfälle bereitstehen. In Israel heißen sie im Alltag oft Miluim und sind für die Verteidigungsfähigkeit des Landes besonders wichtig.Mehr lesen wurden aufgerufen; aktuell sind Zehntausende bereits eingezogen. Die IDF beschreibt das Vorgehen als abgestuften, methodischen Vorstoß, der Luftmacht, Panzer und Infanterie kombiniert. Deprin sprach von einem klaren Vorteil der Streitkräfte in Ausbildung, Ausrüstung und moralischem Gehorsam. Ziel sei die „Entscheidung über die Stadt“ — ein Wort, das nicht zynisch, sondern strategisch verstanden werden muss: Die Armee will die Fähigkeit der Hamas zur organisierten Kriegsführung in einem urbanen Raum dauerhaft brechen.
Der Sprecher hob wiederholt hervor, dass parallel zur militärischen Aktion ein humanitäres Programm umgesetzt werde. IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen hat Korridore in den Süden geöffnet, mehrere Feldkrankenhäuser aufgebaut und zehntausende Zelte bereitgestellt. Nach Armeeangaben haben sich bereits etwa 350.000 Bewohner aus der Stadt in sichere Gebiete begeben. Deprin versicherte: „Es wird keinen Hunger geben in Gaza.“ Gleichzeitig klagte er über die Praxis der Hamas, Zivilisten als SchutzschildeMenschliche Schutzschilde: Wie Terror Zivilisten als Deckung missbrauchtMenschliche Schutzschilde sind Zivilisten, deren Anwesenheit absichtlich genutzt wird, um militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder militärische Operationen zu behindern. Das humanitäre Völkerrecht verbietet diese Praxis.Mehr lesen zu benutzen und Abwanderungsversuche zu verhindern. Diese Doppelbelastung ist die bittere Realität: Militärische Notwendigkeit trifft auf menschliche Tragödie — und beides verlangt entschlossene, aber rechtskonforme Antworten.
Kampf in urbaner Umgebung ist die härteste Prüfung für jede Armee. Täuschung, enge Gassen, unterirdische Tunnel und in Wohnhäusern versteckte Schützen machen jeden Meter teuer. Deprin nannte die Taktik: Luftschläge, präzise Aufklärung und schrittweises Vorrücken sollen die Gefährdung der eigenen Kräfte reduzieren. Die IDF betont, dass die Soldaten mit dem Ziel kämpfen, Geiseln zu befreien und die verbliebenen Terrorzellen zu zerschlagen. Die Mahnung des Sprechers war klar: Dieser Vorgang werde „so lange dauern, wie es nötig ist“ — er selbst sprach von Monaten, nicht von Tagen.
Die militärische Operation ist auch ein politischer Akt. Die Führung in JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen sieht sich in der Pflicht, die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die das Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen ermöglichten und rechtfertigten. Deprin betonte, dass die Armee in enger Abstimmung mit politischen Entscheidern operiere und festen rechtlichen Vorgaben folge. Gleichzeitig steht Israel international unter Beobachtung; Vorwürfe, die militärischen Mittel seien unverhältnismäßig, werden auch künftig laut bleiben. Aus israelischer Sicht aber ist die Kernfrage simpel: Darf ein Staat zulassen, dass eine Organisation, die Tod und Versklavung propagiert, in einer dicht besiedelten Stadt ungestört Strukturen aufbaut, von denen aus sie weiter morden kann?
Die kommenden Tage werden zeigen, wie schnell die IDF die Kontrolle ausdehnen kann. Die angekündigte Verstärkung der Bodenkräfte, verbunden mit anhaltender Luftunterstützung, deutet auf eine lange, zähe Phase von Häuserkämpfen hin. Die Armee hat wiederholt betont, dass sie nicht an präventiver Zerstörung interessiert ist, sondern an der Zerschlagung der Kampffähigkeit der Hamas. Für die Menschen in Israel ist dies ein Schritt, den viele als notwendig ansehen, um künftige Angriffe zu verhindern. Für die Bewohner Gazas ist es eine Tragödie, die Leid bringt und eine humanitäre Herausforderung, die Linderung verlangt.
Am Ende der Rede des Sprechers stand eine persönliche Note: Die Rückkehr der Geiseln habe Priorität; die Truppe kämpfe mit dem Bild der Vermissten vor Augen. Das ist der Kern dieses Krieges aus israelischer Perspektive — die unbedingte Pflicht, die eigenen Bürger zu schützen und die Macht dieses mörderischen Apparates zu brechen.
Autor: Redaktion
Dienstag, 16 September 2025