Katar widerspricht Tucker Carlson: Keine Mossad-Zellen im GolfstaatKatar widerspricht Tucker Carlson: Keine Mossad-Zellen im Golfstaat
Eine spektakuläre Behauptung über angeblich festgenommene israelische Agenten verbreitet sich im Netz. Doch die Regierung in Doha weist die Darstellung entschieden zurück.
Die Regierung Katars hat eine von dem US-Kommentator Tucker Carlson verbreitete Behauptung über angeblich verhaftete israelische Geheimdienstmitarbeiter klar zurückgewiesen. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, es gebe keinerlei Informationen über israelische Geheimdienstzellen im Land. Die Erklärung erfolgte, nachdem Carlson in einer viel verbreiteten Sendung behauptet hatte, Sicherheitsbehörden in Katar und Saudi-Arabien hätten Agenten des Mossad festgenommen, die angeblich Bombenanschläge geplant hätten.
Carlson stellte diese Darstellung in einem Beitrag seines Online-Formats als angebliche Tatsache dar. In dem Video behauptete er, Behörden in beiden Golfstaaten hätten Mossad-Agenten verhaftet. Gleichzeitig stellte er die Frage, warum Israel Anschläge in Staaten verüben sollte, die selbst Ziel iranischer Angriffe geworden sind. Seine Aussagen verbreiteten sich schnell in sozialen Netzwerken und wurden von zahlreichen Accounts weiterverbreitet.
Die Regierung Katars reagierte ungewöhnlich deutlich. Außenministeriumssprecher Majed Al-Ansari erklärte während einer Pressekonferenz, den Behörden lägen keine Hinweise auf israelische Geheimdienstoperationen in Katar vor. Medienberichte aus Doha zitierten ihn mit der Aussage, es gebe „keine Informationen über Mossad-Zellen im Land“. Damit widerspricht Katar der Darstellung des amerikanischen Kommentators vollständig.
Die Aussagen verbreiteten sich vor allem online, ohne dass bislang unabhängige Belege für die angeblichen Festnahmen vorgelegt wurden. Viele Beiträge in sozialen Netzwerken griffen Carsons Worte auf, ohne sie als unbestätigte Behauptung zu kennzeichnen. In der internationalen Medienlandschaft wird die Geschichte deshalb bislang überwiegend als unbelegte Darstellung eines Kommentators eingeordnet.
Parallel bestätigten die Sicherheitsbehörden Katars jedoch eine andere Festnahme. Der staatliche Sicherheitsdienst teilte mit, zwei Zellen entdeckt zu haben, die im Auftrag der Islamic Revolutionary Guard Corps gearbeitet hätten. Insgesamt zehn Verdächtige seien festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, Spionage betrieben und Sabotage vorbereitet zu haben.
Diese Festnahmen stehen im Zusammenhang mit der angespannten Sicherheitslage am Persischen Golf. Seit Beginn der militärischen Eskalation zwischen Israel und Iran registrieren mehrere Staaten der Region verstärkte Geheimdienstaktivitäten. Angriffe mit Raketen und Drohnen sowie Bedrohungen gegen zivile Infrastruktur haben die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzt.
Für Katar ist die Situation besonders sensibel. Das Land gilt traditionell als Vermittler zwischen verschiedenen regionalen Akteuren und versucht gleichzeitig, seine Rolle als wichtiger Energieexporteur und internationaler Luftverkehrsknoten zu schützen. Ein Angriff auf Infrastruktur oder Flughäfen hätte unmittelbare wirtschaftliche Folgen.
Die schnelle Zurückweisung der Mossad-Behauptung zeigt daher auch das Interesse Dohas, Spekulationen über geheime Operationen auf seinem Staatsgebiet einzudämmen. In einer Region, in der Informationen oft Teil der politischen Auseinandersetzung werden, kann bereits ein unbelegtes Gerücht diplomatische Spannungen auslösen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America - Tucker Carlson, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=157248129
Mittwoch, 04 März 2026