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UNRWA entlässt Gaza-Schulleiter wegen Hamas-Beteiligung am 7. Oktober

UNRWA entlässt Gaza-Schulleiter wegen Hamas-Beteiligung am 7. Oktober


Ein Schulleiter einer UNRWA-Schule in Gaza soll gleichzeitig Hamas-Mitglied gewesen sein und am Massaker des 7. Oktober beteiligt gewesen sein. Nach internationalen Ermittlungen wurde der Mann entlassen und von den USA vollständig von staatlichen Programmen ausgeschlossen.

UNRWA entlässt Gaza-Schulleiter wegen Hamas-Beteiligung am 7. Oktober

Die UN-Organisation UNRWA hat bestätigt, dass sie einen Schulleiter aus dem Gazastreifen entlassen hat, nachdem seine Verbindung zur Terrororganisation Hamas und seine Beteiligung an den Angriffen vom 7. Oktober bekannt geworden waren. Der Mann leitete eine Schule der Organisation im Gazastreifen, während er gleichzeitig als operatives Mitglied der Hamas tätig gewesen sein soll.

Bei dem Mann handelt es sich um Hafez Mousa Mohammed Mousa. Nach Erkenntnissen israelischer Behörden sowie amerikanischer Ermittler gehörte er zum Ost-Jabaliya-Bataillon der Hamas. Während des Massakers vom 7. Oktober soll er Kommunikationskontakte mit anderen Hamas-Mitgliedern koordiniert haben.

Besonders brisant ist nach Angaben der Ermittler, dass Mousa am Morgen des 7. Oktober dasselbe Mobiltelefon sowohl für seine Tätigkeit als Schulleiter der UNRWA als auch für seine Rolle innerhalb der Hamas genutzt haben soll.

Die Vorwürfe führten zu einer Untersuchung durch das Büro des Generalinspekteurs der amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID. Diese Untersuchung bestätigte die Verbindungen des Mannes zur Hamas.

Die Vereinigten Staaten verhängten daraufhin eine umfassende Sperre gegen Mousa. Er wurde auf Regierungsebene von allen amerikanischen Verträgen, Förderprogrammen und Zuschüssen ausgeschlossen. Nach Angaben amerikanischer Behörden handelt es sich um den ersten bekannten Fall, in dem ein Mitarbeiter einer UN-Organisation wegen terroristischer Verbindungen auf diese Weise sanktioniert wurde.

UNRWA erklärte, man habe nach Bekanntwerden der Vorwürfe sofort reagiert. Nachdem israelische Behörden die Anschuldigungen am 16. April 2024 vorgelegt hatten, wurde Mousa zunächst ohne Bezahlung vom Dienst suspendiert.

Nach Abschluss einer internen Untersuchung wurde sein Arbeitsverhältnis am 20. August 2024 endgültig beendet. In ihrer Stellungnahme bestätigte die Organisation die Entlassung, ging jedoch nicht ausdrücklich auf seine Hamas-Mitgliedschaft ein.

Die UN-Organisation verteidigte zugleich ihre Arbeit im Gazastreifen. Vertreter der Organisation betonten, dass humanitäre Arbeit in Krisengebieten zwangsläufig in komplexen politischen und militärischen Umgebungen stattfinde.

Hilfsorganisationen müssten in solchen Situationen mit verschiedenen lokalen Akteuren kommunizieren, um humanitäre Hilfe überhaupt verteilen zu können. Solche Kontakte bedeuteten jedoch keine Zusammenarbeit mit diesen Gruppen.

UNRWA verwies dabei auf eine Einschätzung des amerikanischen National Intelligence Council. Darin wird festgestellt, dass die Organisation in Gaza mit verschiedenen Akteuren interagieren müsse, um Hilfsgüter zu verteilen, dass diese Kontakte jedoch nicht als Kooperation mit Hamas zu verstehen seien.

Gleichzeitig kritisierte die Organisation Israel. UNRWA erklärte, man habe mehrfach um zusätzliche Informationen und Beweise gebeten, um mögliche Verfehlungen von Mitarbeitern genauer untersuchen zu können. Nach Darstellung der Organisation seien diese Informationen jedoch nicht übermittelt worden.

Israel widerspricht dieser Darstellung. Nach israelischen Angaben wurden der UN-internen Ermittlungsstelle OIOS Details über Mousa und 17 weitere UNRWA-Mitarbeiter übergeben, denen Verbindungen zu Terrororganisationen vorgeworfen werden.

Die Ergebnisse dieser internen UN-Untersuchungen wurden jedoch nicht öffentlich gemacht. Israel erhielt nach eigenen Angaben keinen Zugang zu den vollständigen Ermittlungsunterlagen.

Auch in den Vereinigten Staaten wächst der politische Druck auf UNRWA. Ermittler des amerikanischen Generalinspekteurs berichteten, dass sie die Organisation um Informationen über entlassene Mitarbeiter mit Terrorverbindungen gebeten hätten.

Nach Darstellung der Ermittler habe UNRWA jedoch weder Namen von entlassenen Mitarbeitern noch Informationen über mögliche Beteiligungen von Angestellten am Angriff vom 7. Oktober übermittelt.

Der Vorsitzende des Kontrollausschusses des amerikanischen Repräsentantenhauses, James Comer, warf der Organisation deshalb vor, eine Untersuchung des US-Kongresses zu behindern.

Comer erklärte, dass UNRWA trotz wiederholter Anfragen wichtige Dokumente über mögliche Verbindungen von Mitarbeitern zu Hamas nicht herausgegeben habe. Teilweise seien Informationen von der internen UN-Kontrollbehörde geschwärzt worden, was die Aufklärung zusätzlich erschwere.

Diese mangelnde Transparenz erschwere die Bewertung von Sicherheitsrisiken erheblich und behindere die Aufsichtsfunktion des amerikanischen Kongresses.

Der Fall des Schulleiters verstärkt damit erneut die internationale Debatte über mögliche Verbindungen einzelner UNRWA-Mitarbeiter zu terroristischen Strukturen im Gazastreifen.




Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Ashraf Amra - UNRWA: United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East, CC BY-SA 3.0 igo, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=161847594
Montag, 09 März 2026

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