Trump vor Entscheidung über Iran: Israel rechnet mit neuer militärischer PhaseTrump vor Entscheidung über Iran: Israel rechnet mit neuer militärischer Phase
In Jerusalem wächst die Erwartung, dass Donald Trump in den kommenden Tagen über eine neue Phase der Konfrontation mit Iran entscheidet. Nach Einschätzung israelischer Sicherheitskreise steuern die Gespräche mit Teheran auf ein Scheitern zu. Die Sorge vor einer schnellen Eskalation steigt.

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QuelleDie israelische Führung bereitet sich nach Berichten aus Sicherheitskreisen auf ein äußerst sensibles Wochenende vor. Hintergrund sind wachsende Hinweise darauf, dass US-Präsident Donald Trump nach seiner Rückkehr aus China über weitere Schritte gegen Iran entscheiden könnte. In JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen geht man zunehmend davon aus, dass die diplomatischen Kontakte zwischen Washington und Teheran kaum noch Fortschritte bringen werden.
Damit rückt erneut die Möglichkeit militärischer Maßnahmen in den Mittelpunkt. Nach israelischen Einschätzungen liegen Trump mehrere Optionen vor. Diskutiert werden begrenzte Operationen rund um die Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen, verstärkter Druck gegen iranische Infrastruktur sowie mögliche Angriffe auf Energie- und Gasanlagen des Regimes.
Aus israelischer Sicht geht es dabei längst nicht nur um einzelne militärische Ziele. In Jerusalem herrscht die Überzeugung, dass Iran die vergangenen Monate genutzt hat, um seine regionalen Strukturen weiter zu stabilisieren, Stellvertreterorganisationen neu auszurichten und verlorene Fähigkeiten teilweise wiederherzustellen. Genau davor hatten israelische Sicherheitsvertreter bereits nach dem Ende des zwölf Tage dauernden Krieges gewarnt.
Besonders die Straße von Hormus gilt weiterhin als gefährlichster Hebel Teherans. Die iranische Führung weiß, dass jede Bedrohung dieser Route unmittelbare Folgen für Energiepreise, Schifffahrt und internationale Märkte auslösen kann. Gleichzeitig betrachtet IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen die iranischen Drohungen gegen die Handelswege als Teil einer größeren Strategie, den Westen unter Druck zu setzen und Zeit für die eigene Neuorganisation zu gewinnen.
In Jerusalem wächst deshalb die Einschätzung, dass Trump früher oder später gezwungen sein könnte zu handeln. Der amerikanische Präsident hatte Iran zuletzt mehrfach öffentlich scharf angegriffen und deutlich gemacht, dass Washington keine iranischen Atomwaffen akzeptieren werde. Gleichzeitig wirkten die jüngsten Antworten Teherans auf amerikanische Vorschläge aus Sicht der USA zunehmend konfrontativ.
Israels Sicherheitsapparat bereitet sich deshalb auf mehrere Szenarien gleichzeitig vor. Dazu gehören mögliche Angriffe durch HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon, Aktivitäten schiitischer Milizen im Irak sowie neue Aktionen der Huthi-MilizHuthi: Terrororganisation des Iran-Netzwerks im JemenDie Huthi, auch Ansar Allah genannt, sind eine schiitisch-islamistische Terrororganisation aus dem Jemen. Sie kontrollieren große Teile des Nordwestens, werden vom Iran unterstützt und bedrohen Israel sowie die internationale Schifffahrt im Roten Meer.Mehr lesen gegen internationale Schifffahrt. Erst in den vergangenen Tagen hatten israelische Medien erneut über intensive Kontakte iranischer RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen mit regionalen Stellvertretergruppen berichtet.
Die Sorge in Israel richtet sich dabei weniger auf einen einzelnen Schlag als auf die Möglichkeit einer schrittweisen regionalen Eskalation. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass Iran versuchen könnte, direkte Konfrontationen mit den USA zu begrenzen und stattdessen asymmetrischen Druck über seine Verbündeten auszuüben.
Hinzu kommt die innenpolitische Lage in Iran selbst. Trotz massiver PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen wächst die Unzufriedenheit in Teilen der Bevölkerung weiter. Wirtschaftskrise, Internetkontrollen und internationale Isolation setzen das Regime zunehmend unter Druck. Genau deshalb beobachten israelische Analysten sehr genau, ob Teheran nach außen Stärke demonstriert, intern aber gleichzeitig versucht, eine größere militärische Konfrontation möglichst zu vermeiden.
In Jerusalem erinnert man zudem daran, dass Iran bereits vor dem letzten Krieg immer wieder auf Verzögerungstaktiken setzte. Aus israelischer Sicht besteht die Gefahr, dass Teheran diplomatische Gespräche nutzt, um Zeit zu gewinnen, internationale Spannungen zu entschärfen und gleichzeitig strategische Fähigkeiten zu sichern.
Die kommenden Tage gelten deshalb als entscheidend. Israel erhöht nach Berichten aus Sicherheitskreisen bereits die operative Wachsamkeit und intensiviert die Abstimmung mit Washington. Die politische und militärische Führung rechnet offenbar damit, dass sich die Lage sehr schnell verändern könnte.
Ob Trump am Ende tatsächlich militärische Schritte anordnet oder den Druck zunächst weiter diplomatisch und wirtschaftlich erhöht, bleibt offen. In Jerusalem überwiegt jedoch inzwischen die Einschätzung, dass die aktuelle Phase der Unsicherheit nicht mehr lange anhalten wird.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 13 Mai 2026