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IDF überschreitet Litani: Israel kehrt nach 26 Jahren zum Beaufort-Rücken zurück

IDF überschreitet Litani: Israel kehrt nach 26 Jahren zum Beaufort-Rücken zurück


Israels Armee hat den Litani überschritten und den strategisch wichtigen Beaufort-Rücken gesichert. Für den Norden Israels ist das mehr als ein militärischer Erfolg: Es ist die Rückkehr zu einer Sicherheitslogik, die Hisbollah nicht länger direkt an der Grenze dulden will.

IDF überschreitet Litani: Israel kehrt nach 26 Jahren zum Beaufort-Rücken zurück
Bildnachweis: Symbolbild

Die israelische Armee hat im Süden Libanons eine symbolisch und militärisch bedeutende Linie überschritten. Bodentruppen der IDF haben nach Angaben des Militärs den Litani-Fluss passiert und den Beaufort-Rücken sowie Gebiete im Wadi al-Saluki gesichert. Damit stehen israelische Soldaten erstmals seit 26 Jahren wieder auf einem Gelände, das tief in der israelischen Militärgeschichte verankert ist. Die Operation läuft bereits seit mehreren Tagen und soll die Bedrohung durch HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen für die Bewohner Nordisraels weiter zurückdrängen.

Vor dem Einmarsch der Bodentruppen griff die israelische Luftwaffe nach Angaben der IDF umfangreich Hisbollah-Infrastruktur in dem Gebiet an. Zusätzlich wurden die Truppen durch Artillerie und Panzerfeuer unterstützt. Die Armee erklärte, sie operiere auch in der Nähe von Nabatieh, einem wichtigen Hisbollah-Schwerpunkt im Südlibanon, und sei bereit, die Operation dort auszuweiten. Damit geht IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen über punktuelle Vergeltungsschläge hinaus. Es versucht, Gelände zu nehmen, Bedrohungsräume zu kontrollieren und Hisbollah nicht mehr die Initiative zu überlassen.

Der Beaufort-Rücken ist kein gewöhnlicher Hügelzug. Während des Ersten Libanonkriegs 1982 eroberte die Golani-Aufklärungseinheit dort einen Stützpunkt, der von Terroristen genutzt worden war, um Raketen auf Galiläa abzufeuern. Israel hielt den Außenposten bis Mai 2000, als die Regierung von Ehud Barak den Rückzug aus dem Südlibanon anordnete. Dieser Rückzug führte zum Zusammenbruch der Südlibanesischen Armee und hinterließ ein Machtvakuum, das Hisbollah systematisch nutzte, um seine militärische Stärke auszubauen.

Dass israelische Soldaten nun wieder auf dem Beaufort stehen, hat deshalb eine doppelte Bedeutung. Militärisch geht es um Beobachtung, Kontrolle, Reichweite und die Zerstörung von Hisbollah-Strukturen. Politisch und historisch geht es um die Frage, ob Israel die Fehler früherer Sicherheitskonzepte korrigiert. Jahrzehntelang konnte Hisbollah im Südlibanon wachsen, sich bewaffnen, Dörfer in militärische Räume verwandeln und eine Angriffsarchitektur gegen Nordisrael aufbauen. Nach dem 7. Oktober und nach den schweren Angriffen aus dem Libanon ist diese Realität nicht mehr hinnehmbar.

Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem weiteren Kapitel israelischer Tapferkeit und erinnerte an die gefallenen Soldaten des Kampfes um Beaufort im Jahr 1982. Er betonte, der Feldzug sei noch nicht beendet. Ziel bleibe, die Macht der Hisbollah zu brechen und die Sicherheit der Bewohner des Nordens wiederherzustellen. Diese Formulierung ist entscheidend. Denn für Israel kann es nicht mehr genügen, Raketen abzufangen und Drohnen nach Möglichkeit zu stören. Der Norden braucht nicht nur Verteidigung. Er braucht eine Lage, in der Hisbollah nicht jeden Tag neu entscheiden kann, wann israelische Familien in Schutzräume laufen müssen.

Die aktuelle Operation folgt genau dieser Logik. Hisbollah hat über Jahre darauf gesetzt, Israels Norden durch Raketen, Drohnen, Panzerabwehrraketen und Kommandoeinheiten zu zermürben. Die Organisation wollte Galiläa bedrohen, Grenzgemeinden entvölkern und Israel in eine dauerhafte Defensive zwingen. Der Vormarsch über den Litani zeigt, dass Israel diese Rolle nicht mehr akzeptiert. Wer die Bewohner von Kiryat Shmona, Metula, Shomera, Safed, Rosh Pina und den Gemeinden entlang der Grenze dauerhaft bedroht, muss seine eigenen Rückzugsräume verlieren.

Gleichzeitig ist die Lage politisch heikel. Finanzminister Bezalel Smotrich forderte nach der Einnahme des Beaufort-Rückens eine dauerhafte Besetzung von Gelände und eine besonders harte militärische Linie. Seine Aussage, auf jede explosive Drohne müssten zehn Gebäude in Beirut fallen, zeigt die Schärfe der innenpolitischen Debatte. Viele Bewohner des Nordens fordern längst entschiedenere Maßnahmen. Sie erleben seit Monaten, dass die Feuerpause für sie kaum Ruhe bedeutet. Doch jede Ausweitung der Operation im Libanon bringt internationale Risiken, amerikanischen Druck und die Gefahr einer breiteren regionalen Konfrontation mit sich.

Gerade deshalb muss Israel präzise bleiben. Die militärische Botschaft muss hart sein, aber sie braucht ein klares Ziel: Hisbollah muss von der Grenze weg, ihre Infrastruktur im Süden Libanons muss zerstört, ihre Drohnen- und Raketenfähigkeit eingeschränkt und ihre Angriffskosten massiv erhöht werden. Eine bloße Rückkehr zu früheren Mustern wäre keine Lösung. Aber auch eine unbegrenzte Ausweitung ohne politische Endvorstellung wäre gefährlich.

Der Beaufort-Rücken steht damit für mehr als einen taktischen Geländegewinn. Er steht für die zentrale Frage dieses Krieges: Kann Israel eine neue Sicherheitsordnung im Norden schaffen, oder bleibt Hisbollah eine bewaffnete Macht direkt vor den Häusern israelischer Bürger? Nach dem Rückzug von 2000 glaubten viele, die Grenze könne durch Abschreckung und internationale Zusagen stabil bleiben. Die Realität hat diese Hoffnung widerlegt. Hisbollah füllte das Vakuum, baute Stellungen, lagerte Waffen, trainierte Kämpfer und verwandelte den Südlibanon in eine Front gegen Israel.

Jetzt versucht Israel, diese Entwicklung zurückzudrehen. Der Vormarsch über den Litani ist deshalb ein historischer Moment. Er erinnert an frühere Opfer, korrigiert aber zugleich eine gefährliche Gegenwart. Die Bewohner des Nordens können nicht dauerhaft als Pufferzone eines halb geführten Krieges leben. Sie haben Anspruch auf Sicherheit, auf Rückkehr, auf Alltag und auf eine Grenze, die nicht jeden Morgen neu unter Beschuss steht.

Die Operation ist noch nicht beendet. Hisbollah ist weiterhin kampffähig, im Libanon tief verwurzelt und vom Iran unterstützt. Doch die Einnahme des Beaufort-Rückens zeigt, dass Israel bereit ist, die Regeln an der Nordfront zu verändern. Nicht Hisbollah soll bestimmen, wie weit Israel gehen darf. Israel muss bestimmen, wie weit die Terrororganisation von seinen Bürgern entfernt wird.




Autor: Redaktion
Sonntag, 31 Mai 2026

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