IDF-Chef Zamir: Entwaffnung der Hamas bleibt Israels Ziel in GazaIDF-Chef Zamir: Entwaffnung der Hamas bleibt Israels Ziel in Gaza
Israels Armee will die Hamas weiter militärisch schwächen und ihre Wiederbewaffnung verhindern. Netanyahu erklärt, Israel kontrolliere bereits 60 Prozent des Gazastreifens und werde bald 70 Prozent erreichen.
Israels Generalstabschef Eyal Zamir hat bei einem Besuch israelischer Soldaten im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen bekräftigt, dass die IDF ihr Ziel der vollständigen Entwaffnung der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen nicht aufgibt. Die Armee stärke ihre operative Kontrolle vor Ort, schwäche die Terrororganisation weiter und werde handeln, bis die Hamas ihre militärischen Fähigkeiten verliere. Zamir machte deutlich, dass dies kein Nebenziel, sondern ein zentraler Auftrag der israelischen Kriegsführung bleibt.
Seine Worte fallen in eine Phase, in der IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen in Gaza militärisch weiter Druck aufbaut, zugleich aber an mehreren Fronten gebunden ist. Im Norden steht die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen unter Beobachtung, in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen geht die Armee gegen TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen vor, und Iran bleibt der strategische Hintergrund vieler Bedrohungen. Zamir erklärte, die IDF sei bereit, jederzeit zum Kampf zurückzukehren und alles Notwendige zu tun, um die Mission abzuschließen und die Sicherheit der Bürger Israels zu gewährleisten.
Besonders wichtig ist die sogenannte Gelbe Linie, die Israel nach Angaben Zamirs sicherheitliche Kontrolle und die Möglichkeit zu offensivem Handeln gibt. Die IDF werde gegen jeden Versuch der Hamas vorgehen, erneut Stärke aufzubauen oder Vereinbarungen zu verletzen. Damit beschreibt Zamir den Kern der israelischen Linie: Keine Pause darf der Hamas als Schutzraum für Wiederbewaffnung dienen. Wer Gaza stabilisieren will, muss verhindern, dass die Terrororganisation erneut Waffen, Kommandostrukturen, Tunnel, Raketen und bewaffnete Einheiten aufbaut.
Auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu äußerte sich zu Gaza. Zu Beginn einer Regierungssitzung erklärte er, Israel kontrolliere derzeit 60 Prozent des Gebiets und werde bald 70 Prozent erreichen. In Gaza werde die Hamas von allen Seiten unter Druck gesetzt. Israel lasse nicht zu, dass sie sich wieder bewaffne oder Israel angreife, und beseitige weiterhin führende Kommandeure der Terrororganisation.
Diese Aussagen zeigen, wie sehr JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen versucht, militärischen Druck und politische Botschaft zusammenzuführen. Nach dem 7. Oktober kann Israel keine Lage akzeptieren, in der die Hamas zwar geschwächt, aber weiter bewaffnet bleibt. Eine solche Zwischenlösung würde nur bedeuten, dass der nächste Krieg vorbereitet wird. Genau deshalb spricht Zamir nicht von Eindämmung, sondern von Entwaffnung. Der Unterschied ist entscheidend.
Zamir kündigte außerdem an, neue Pläne für weitere Angriffe gegen die Hisbollah genehmigt zu haben. Ebenso sprach er davon, Terrororganisationen in Judäa und Samaria weiter zu bekämpfen. Später am Tag wollte er an einer Lagebewertung zu Iran teilnehmen. Damit wird deutlich, dass die IDF die Bedrohung nicht isoliert betrachtet. Gaza, Libanon, Judäa und Samaria sowie Iran gehören aus israelischer Sicht zu einem größeren Sicherheitsbild. Unterschiedliche Fronten, aber häufig dieselbe strategische Logik: bewaffnete Gruppen, iranischer Einfluss, Terrorinfrastruktur und der Versuch, Israel an mehreren Stellen zugleich zu erschöpfen.
Der Generalstabschef ging auch auf den Terroranschlag ein, bei dem am Sonntag ein Mensch ermordet und mehrere weitere verletzt wurden. Zamir sprach der Familie des Ermordeten sein Beileid aus und wünschte den Verletzten vollständige Genesung. Zugleich kündigte er an, Israel werde jeden erreichen und jeden unter Druck setzen, der die Sicherheit seiner Bürger bedrohe. Die IDF werde weiter daran arbeiten, Terror in allen Bereichen zu bekämpfen und den Schutz von Gemeinden und Bürgern zu stärken.
Der Besuch Zamirs in Gaza war deshalb mehr als ein Truppenbesuch. Er war eine Botschaft an die Soldaten, an die israelische Öffentlichkeit und an die Hamas: Israel wird sich nicht mit einer halben Lösung zufriedengeben. Eine Hamas, die überlebt, sich neu bewaffnet und später erneut zuschlägt, wäre keine politische Lösung, sondern eine vertagte Katastrophe.
Für Israel bleibt die Aufgabe schwer. Militärische Kontrolle ersetzt keine langfristige Ordnung. Aber ohne Entwaffnung der Hamas gibt es keine belastbare Sicherheit. Genau diese Reihenfolge macht Zamir deutlich: Erst muss die Terrororganisation ihre militärische Handlungsfähigkeit verlieren. Alles andere wäre nur ein neuer Aufschub.
Autor: Redaktion
Montag, 08 Juni 2026