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Israels Drohnenkrieg gegen die Hisbollah zeigt, was jeder Staat seinen Bürgern schuldet

Israels Drohnenkrieg gegen die Hisbollah zeigt, was jeder Staat seinen Bürgern schuldet


Israel setzt im Südlibanon Drohnen ein, um Sprengdrohnen, Hinterhalte und Terrorstellungen der Hisbollah früh zu stoppen. Wer das verurteilt, muss erklären, warum Israelis weniger Schutz verdienen sollen als andere Bürger.

Israels Drohnenkrieg gegen die Hisbollah zeigt, was jeder Staat seinen Bürgern schuldet
Bildnachweis: Symbolbild

Der Krieg an Israels Nordgrenze wird oft erst dann wahrgenommen, wenn IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen handelt. Dann gibt es Bilder von Einschlägen, Meldungen über Angriffe im Libanon, politische Empörung und die gewohnte Frage, ob JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen zu weit gehe. Doch diese Sicht beginnt zu spät. Sie setzt dort ein, wo die israelische Antwort sichtbar wird, und blendet aus, was davor geschieht: Sprengdrohnen der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Raketen, versteckte Abschussorte, Beobachtungsposten, Hinterhalte und der ständige Versuch einer vom Iran ausgerüsteten Terrororganisation, israelische Soldaten und Zivilisten zu töten.

Eine Reportage des israelischen Senders N12 zeigt, wie sehr sich dieser Krieg verändert hat. Drohnen der israelischen Armee sind längst nicht mehr nur „Augen am Himmel“. Sie sind Teil eines Systems aus Aufklärung, Schutz und schneller Reaktion. Früher mussten Soldaten in unübersichtliches Gelände, in Häuser, Gassen oder gefährliche Räume vorrücken, ohne genau zu wissen, was sie dort erwartet. Heute können Drohnen vorausfliegen, Gebäude prüfen, Bewegungen erkennen, Sprengdrohnen entdecken und Angriffsorte der Hisbollah sichtbar machen. Was technisch klingt, ist in Wahrheit sehr einfach: Es geht darum, Menschenleben zu retten.

Ein israelischer Offizier schilderte gegenüber N12 einen konkreten Fall. Ausbilderinnen erkannten im libanesischen Gebiet zwei Sprengdrohnen der Hisbollah, offenbar bereit zum Start. Innerhalb weniger Minuten wurden diese Drohnen zerstört. Danach konnte nachvollzogen werden, von wo sie gestartet worden waren. Auch dieses Gebäude wurde getroffen. Wer nur die zweite Hälfte dieser Geschichte erzählt, spricht von einem israelischen Angriff. Wer die ganze Geschichte erzählt, erkennt eine Schutzoperation gegen eine unmittelbare Bedrohung.

Genau hier liegt der Punkt, an dem viele Debatten über Israel unehrlich werden. Die Frage lautet nicht, ob Israel Drohnenabwehr betreiben darf. Die Frage lautet: Welcher Staat würde darauf verzichten? Würde Deutschland zusehen, wenn von jenseits seiner Grenze Sprengdrohnen auf Dörfer, Kasernen oder Rettungskräfte geschickt werden? Würde Frankreich seinen Bürgern erklären, sie müssten mit Raketen und Drohnen einer bewaffneten Miliz leben, weil jede Gegenwehr politisch unbequem sei? Würden die Vereinigten Staaten warten, bis eine Terrororganisation erst Wohnungen trifft, dann Familien, dann die Helfer, die zur Rettung kommen?

Natürlich nicht. Jeder Staat hätte die Pflicht, seine Bürger zu schützen. Jeder demokratische Staat würde seine Armee, seine Nachrichtendienste, seine Technik und seine politischen Mittel einsetzen, um solche Angriffe zu verhindern. Niemand würde von den eigenen Bürgern verlangen, sie sollten wegen internationaler Empörung auf Schutz verzichten. Nur Israel wird immer wieder so behandelt, als müsse es erst beweisen, dass seine Bürger das gleiche Recht auf Sicherheit haben wie alle anderen.

Dieser Maßstab muss endlich offen ausgesprochen werden. Wer Israel verurteilt, weil es Sprengdrohnen der Hisbollah zerstört, muss erklären, ob er denselben Verzicht auch vom eigenen Staat verlangen würde, wenn seine Wohnung, seine Familie oder seine Stadt bedroht wäre. Würde er sagen: Bitte nicht eingreifen, auch wenn die Drohne schon bereitsteht? Würde er akzeptieren, dass eine Terrororganisation jenseits der Grenze Angriffe vorbereitet, solange die Bilder der Gegenwehr vermieden werden? Oder gilt dieser moralische Anspruch nur dann, wenn die bedrohten Menschen Israelis sind?

Die Hisbollah ist keine abstrakte Widerstandsbewegung. Sie ist eine islamistische Terrororganisation, aufgebaut, finanziert und bewaffnet durch den Iran. Sie hat den Südlibanon über Jahre zu einem militärischen Vorfeld gegen Israel gemacht. Ihre Drohnenangriffe sind keine symbolischen Proteste. Sie sind Angriffe mit dem Ziel, Menschen zu töten. Besonders perfide ist nach israelischer Darstellung das Muster, zunächst Soldaten anzugreifen und anschließend in einer zweiten Welle jene Kräfte zu treffen, die Verwundete bergen wollen. Das ist keine Verteidigung. Das ist kalkulierte Gewalt gegen Menschen, die helfen.

Vor diesem Hintergrund ist Israels Einsatz von Drohnen nicht Ausdruck eines entfesselten Militärdenkens, sondern eine Antwort auf eine neue Art von Bedrohung. Kleine, billige, schwer zu erkennende Fluggeräte können heute Soldaten, Fahrzeuge, Häuser und Stellungen angreifen. Sie können aus Dörfern, Tälern, Gebäuden oder getarnten Positionen gestartet werden. Sie können zivile Räume in militärische Ausgangspunkte verwandeln. Genau deshalb braucht Israel Systeme, die schnell erkennen, woher eine Gefahr kommt, und ebenso schnell handeln können.

Das gilt besonders für den Norden Israels. Dort leben Menschen seit Jahren unter der Bedrohung der Hisbollah. Familien mussten ihre Häuser verlassen oder leben mit der ständigen Frage, wann der nächste Alarm kommt. Bauern können Felder nicht sicher bearbeiten, Kinder wachsen mit Schutzräumen und Sirenen auf, Gemeinden nahe der Grenze wissen, dass wenige Kilometer weiter eine Terrororganisation Raketen, Panzerabwehrwaffen und Drohnen bereithält. Wer in Europa leichtfertig über „israelische Angriffe“ spricht, sollte sich einmal vorstellen, was es bedeuten würde, wenn seine eigene Familie in einem solchen Grenzgebiet leben müsste.

Es ist bequem, Israel aus sicherer Entfernung Zurückhaltung zu empfehlen. Schwieriger wird es, wenn man dieselbe Forderung auf das eigene Leben überträgt. Wenn eine Drohne auf die eigene Straße zufliegt, klingt „Deeskalation“ anders. Wenn die eigene Wohnung getroffen werden könnte, wirkt militärische Vorsorge nicht mehr wie Aggression. Wenn die eigene Familie bedroht ist, wird aus abstrakter Kritik plötzlich die Forderung nach Schutz. Genau diesen Perspektivwechsel verweigern viele Israelkritiker.

Israel darf dennoch nicht grenzenlos handeln. Jede Operation muss militärisch begründet, rechtlich geprüft und so genau wie möglich geführt werden. Zivile Opfer im Libanon sind keine Nebensache. Auch ein berechtigter Schutzanspruch hebt das Völkerrecht nicht auf. Aber die Verantwortung beginnt nicht erst bei der israelischen Antwort. Sie beginnt bei der Hisbollah, die Waffen in zivile Räume bringt, Angriffe aus dem Libanon vorbereitet und die Bevölkerung des eigenen Landes in einen Krieg hineinzieht, den sie im Auftrag iranischer Interessen führt.

Wer libanesische Zivilisten schützen will, muss deshalb mehr fordern als israelische Zurückhaltung. Er muss fordern, dass die Hisbollah entwaffnet wird. Er muss fordern, dass der Südlibanon nicht länger als Abschussraum gegen Israel missbraucht wird. Er muss fordern, dass Sprengdrohnen, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen aus Dörfern, Häusern und Tälern verschwinden. Alles andere ist keine Friedenspolitik, sondern die Duldung einer Gefahr, die Israel am Ende wieder allein stoppen soll.

Die N12-Reportage zeigt auch, dass moderne Verteidigung nicht mehr passiv sein kann. Ein Staat, der erst reagiert, wenn die Drohne eingeschlagen ist, hat zu spät reagiert. Ein Staat, der erst handelt, wenn die Rakete abgefeuert wurde, nimmt den Tod seiner Bürger in Kauf. Ein Staat, der Soldaten ohne Aufklärung in Häuser oder Tunnel schickt, riskiert vermeidbare Opfer. Drohnen sind deshalb nicht nur Waffen. Sie sind auch Schutzmittel. Sie schaffen Sicht, bevor Soldaten sterben. Sie ermöglichen gezieltere Entscheidungen. Sie können verhindern, dass größere Gewalt nötig wird.

Gerade dieser Punkt wird oft unterschlagen. Präzise Aufklärung kann Gewalt begrenzen. Ein Kommandeur, der sieht, wo sich eine Bedrohung befindet, muss nicht blind in ein Gebiet feuern. Ein Soldat, der ein Gebäude vorher mit einer Drohne prüfen kann, muss nicht ungeschützt hineingehen. Eine Einheit, die einen Startpunkt für Sprengdrohnen erkennt, kann eine konkrete Gefahr treffen statt großflächig zu suchen. Wer gegen solche Technik polemisiert, sollte erklären, ob er wirklich weniger Aufklärung, weniger Präzision und mehr Risiko will.

Der Iran Krieg 2026 hat diese Lage noch verschärft. Teheran setzt nicht nur auf staatliche Drohungen, sondern auf ein Netz bewaffneter Stellvertreter. Die Hisbollah bleibt dabei eines der wichtigsten Werkzeuge iranischer Machtpolitik gegen Israel. Solange sie im Libanon frei agieren kann, bleibt jede Waffenruhe brüchig. Ein diplomatischer Text kann die Realität an der Grenze nicht ersetzen. Für die Menschen im Norden Israels zählt nicht, ob in Washington, Beirut oder Teheran schöne Formeln gefunden werden. Für sie zählt, ob die nächste Drohne abgefangen wird.

Deshalb ist Israels Handeln nicht losgelöst von einer einfachen staatlichen Pflicht zu verstehen. Der Staat Israel wurde nicht gegründet, damit Juden wieder darauf hoffen müssen, andere würden sie schützen. Er wurde auch als Antwort auf die historische Erfahrung gegründet, dass jüdisches Leben einen eigenen Schutzraum braucht. Dieser Schutzraum ist kein theoretisches Symbol. Er ist konkret. Er besteht aus Soldaten an der Grenze, aus Aufklärung, aus Luftabwehr, aus Entscheidungen in Minuten und aus der Bereitschaft, eine Bedrohung zu stoppen, bevor Familien sterben.

Wer das als Aggression bezeichnet, sollte seine Maßstäbe offenlegen. Soll Israel warten, bis Sprengdrohnen starten? Soll Israel untätig bleiben, wenn die Hisbollah Angriffe vorbereitet? Soll es seinen Bürgern im Norden sagen, sie müssten weiter in Unsicherheit leben, damit ausländische Kommentatoren sich moralisch wohler fühlen? Kein anderer Staat würde das akzeptieren. Kein anderer Staat würde seinen Bürgern erklären, ihre Sicherheit sei weniger wichtig als das Urteil von Menschen, die selbst nie unter dieser Bedrohung leben mussten.

Die Wahrheit ist unbequem, aber klar: Israel verteidigt an seiner Nordgrenze nicht nur Soldatenstellungen. Es verteidigt die Rückkehr seiner Bürger in ein normales Leben. Es verteidigt das Recht von Kindern, ohne Sirenen aufzuwachsen. Es verteidigt das Recht von Familien, nicht von einer Terrororganisation jenseits der Grenze in Geiselhaft gehalten zu werden. Und es verteidigt den Grundsatz, dass jüdisches Leben nicht weniger Schutz verdient als jedes andere Leben.

Wer Frieden will, muss diese Schutzpflicht anerkennen. Wer Stabilität im Libanon will, muss die Hisbollah als Ursache der Bedrohung benennen. Wer zivile Opfer vermeiden will, muss verhindern, dass eine Terrororganisation zivile Räume in militärische Ausgangspunkte verwandelt. Und wer Israel kritisiert, muss sich an dem Maßstab messen lassen, den er für seinen eigenen Staat selbstverständlich in Anspruch nehmen würde.

Israel muss sich nicht dafür entschuldigen, seine Bürger zu schützen. Es muss seine Mittel erklären, rechtlich prüfen und verantwortungsvoll einsetzen. Aber der Schutz selbst steht nicht zur Debatte. Kein Staat der Welt dürfte seine Bürger unter Sprengdrohnen, Raketen und Terrorangriffen schutzlos lassen. Von Israel genau das zu verlangen, ist keine Humanität. Es ist ein doppelter Maßstab.




Autor: Redaktion
Samstag, 20 Juni 2026

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