Hisbollah brachte uns den Untergang: Mutige Libanesen brechen ihr SchweigenHisbollah brachte uns den Untergang: Mutige Libanesen brechen ihr Schweigen
Christen und Schiiten sprechen gegenüber einem israelischen Sender offen über die Terrororganisation, die ihren Staat beherrscht. Ihre Botschaft ist deutlich: Hisbollah hat den Libanon zerstört und versteckt sich nun vor den Folgen.

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Es sind einzelne Stimmen, keine repräsentative Umfrage über die gesamte Bevölkerung des Libanon. Doch gerade deshalb sind sie bemerkenswert. Christen aus dem Süden, Schiiten aus der Bekaa-Ebene und bekannte libanesische Journalistinnen sprechen öffentlich aus, was unter der Herrschaft der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen über Jahre gefährlich war: Die Terrororganisation hat den Libanon nicht geschützt. Sie hat ihn dem iranischen Machtanspruch ausgeliefert und eine ganze Bevölkerung für ihre Kriege bezahlen lassen.
Ein christlicher Bewohner des Südlibanon bezeichnete die Hisbollah im Gespräch mit dem israelischen Sender N12 als ein „Krebsgeschwür im Körper des Staates“. Die Organisation habe die Wirtschaft, das Leben der Menschen und die Zukunft ihrer Kinder zerstört. Eine schiitische Gesprächspartnerin aus der Bekaa-Ebene ging noch weiter. Sie unterstütze die vollständige Beseitigung der Hisbollah, einschließlich ihrer verbliebenen Zellen.
Solche Aussagen sind im Libanon nicht ungefährlich. Die Hisbollah ist keine gewöhnliche Partei, die bei der nächsten Wahl abgewählt werden könnte. Sie verfügt über eigene Waffen, Geheimdienststrukturen, Kämpfer, Gefängnisse, Finanznetzwerke und politischen Einfluss. Ihre Gegner müssen damit rechnen, eingeschüchtert, gesellschaftlich ausgegrenzt oder körperlich bedroht zu werden.
Dass sich nun auch schiitische Stimmen offen gegen die Terrororganisation richten, ist deshalb von besonderer Bedeutung. Die Hisbollah behauptet seit Jahrzehnten, die schiitische Bevölkerung des Landes zu vertreten und zu schützen. Doch immer mehr Menschen aus genau diesem Umfeld fragen, welchen Schutz eine Organisation bietet, die ihre Wohngebiete in RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen verwandelt, einen Krieg im Auftrag Teherans beginnt und sich anschließend zwischen der Zivilbevölkerung verbirgt.
Der Preis für Irans Krieg wurde im Libanon bezahlt
Die Hisbollah trat im März 2026 erneut in den Krieg ein, nachdem sie IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen zur Unterstützung des iranischen Regimes mit Raketen angegriffen hatte. Die Kämpfe führten zu massiven Zerstörungen, Tausenden Toten und mehr als einer Million Vertriebenen im Libanon. Nicht die libanesische Regierung hatte diesen Krieg beschlossen. Die Entscheidung traf eine bewaffnete Organisation, die ihre Befehle und ihre Finanzierung seit Jahren aus Teheran erhält.
Genau darin liegt der Kern der wachsenden Wut. Die Hisbollah beansprucht das Recht, über Krieg und Frieden zu entscheiden, obwohl die Folgen von Menschen getragen werden, die weder gefragt wurden noch Einfluss auf die Entscheidung hatten. Häuser verschwanden, Arbeitsplätze gingen verloren, Dörfer wurden entvölkert und eine ohnehin schwer beschädigte Wirtschaft wurde weiter belastet.
Die Gesprächspartner von N12 beschreiben eine Organisation, die früher mit militärischer Stärke prahlte und heute vor allem in sozialen Netzwerken ihre Durchhalteparolen verbreitet. Eine libanesische Journalistin spottete, aus der einstigen Kommandotruppe sei eine Einheit von Kommentatoren geworden. Hinter der Ironie steht eine bittere Wahrheit: Die Führung der Hisbollah versprach einen iranischen Sieg, doch als die Folgen des Krieges den Libanon erreichten, fanden die Menschen vor allem zerstörte Wohnviertel und Funktionäre, die sich verbargen.
Die Kritik beschränkt sich nicht mehr auf christliche oder sunnitische Gegner. Die schiitische Aktivistin Zeinab Saad erklärte öffentlich, ihre Zugehörigkeit gelte allein dem Libanon. Wer innerhalb der schiitischen Gemeinschaft sage, nicht auf der Seite Irans zu stehen, werde von Hisbollah-Anhängern sofort als Verräter behandelt.
Damit wird sichtbar, wie die Organisation ihre eigene gesellschaftliche Basis kontrolliert. Sie verlangt nicht nur politische Unterstützung. Sie beansprucht die Deutungshoheit darüber, wer als echter Schiit gelten darf. Religion, Herkunft und Gemeinschaft werden zu Werkzeugen, um Loyalität gegenüber Teheran zu erzwingen.
Israel hat diese Entwicklung nicht verursacht. Israel zog sich im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurück. Dennoch behielt die Hisbollah ihre Waffen, baute ihr Raketenarsenal aus, errichtete Stellungen in Dörfern und erklärte jede Forderung nach staatlicher Souveränität zum ausländischen Komplott. Die angebliche „Widerstandsbewegung“ brauchte den Konflikt mit Israel, weil ohne ihn die Rechtfertigung für ihre Privatarmee zusammenbrechen würde.
Der erste Test für den libanesischen Staat
Nun beginnt im Südlibanon ein Versuch, die staatliche Ordnung wiederherzustellen. Im Rahmen eines von den Vereinigten Staaten vermittelten Abkommens zieht Israel schrittweise aus festgelegten Gebieten ab. Die libanesische Armee soll dort die Kontrolle übernehmen, Waffenstellungen der Hisbollah beseitigen und verhindern, dass die Terrororganisation zurückkehrt. Die ersten Soldaten rückten nach Zawtar al-Gharbiyeh vor, nachdem israelische Kräfte das Gebiet verlassen hatten.
Der Plan ist ein entscheidender Test. Israel kann sich nur aus weiteren Gebieten zurückziehen, wenn die libanesische Armee tatsächlich das staatliche Gewaltmonopol durchsetzt. Ein Austausch israelischer Soldaten gegen libanesische Uniformen, während die Hisbollah ihre Waffen in Kellern und Tunneln behält, wäre keine Sicherheitslösung.
Viele Libanesen zweifeln daran, dass ihre Armee diese Aufgabe allein bewältigen kann. Die Gesprächspartner von N12 beschreiben Streitkräfte, die zwar über Offiziere mit dem Willen zum Handeln verfügen, politisch aber gebremst und militärisch nicht ausreichend ausgerüstet seien. Ohne amerikanische Hilfe, Ausbildung, Aufklärung und gegebenenfalls israelischen Druck werde es kaum möglich sein, eine jahrzehntelang aufgebaute Terrorarmee zu entwaffnen.
Diese Zweifel sind nicht unbegründet. Die Hisbollah hat das Abkommen abgelehnt und weigert sich weiterhin, ihre Waffen abzugeben. Ihre Vertreter drohen offen mit innerlibanesischer Gewalt, falls der Staat versuchen sollte, die Entwaffnung mit Zwang durchzusetzen.
Die Botschaft lautet: Entweder der Staat duldet eine bewaffnete Organisation über sich, oder die Hisbollah droht dem eigenen Land mit einem Bürgerkrieg.
Damit entlarvt sie endgültig ihren Anspruch, den Libanon zu verteidigen. Eine Organisation, die der eigenen Regierung mit Gewalt droht, weil diese das staatliche Gewaltmonopol durchsetzen will, ist keine Schutzmacht. Sie ist eine bewaffnete Herrschaftsstruktur gegen den Staat.
Präsident Joseph Aoun und Ministerpräsident Nawaf Salam stehen nun vor einer historischen Entscheidung. Sie können versuchen, den Libanon aus der iranischen Abhängigkeit zu lösen, die Armee zu stärken und direkte Vereinbarungen mit Israel umzusetzen. Oder sie können erneut vor den Waffen der Hisbollah zurückweichen.
Aoun besprach die Entwaffnung der Organisation am 21. Juli mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Der libanesische Präsident argumentierte, ein vollständiger israelischer Rückzug könne der Hisbollah ihre letzte öffentliche Begründung für den Besitz einer eigenen Armee nehmen. Weitere Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sollen am 4. August in Italien stattfinden.
Doch Israel darf sich nicht allein auf Versprechen verlassen. Die Erfahrung zeigt, dass die Hisbollah jede Waffenruhe und jede schwache Kontrolle nutzt, um ihre Stellungen wiederaufzubauen. Ein Rückzug kann deshalb nur dort erfolgen, wo überprüfbar keine Raketenlager, Tunnel, bewaffneten Einheiten und Beobachtungsposten zurückbleiben.
Die mutigen Stimmen aus dem Libanon zeigen zugleich, dass Israels Sicherheitsinteresse und das Interesse vieler Libanesen nicht gegeneinander stehen müssen. Beide Seiten brauchen einen Südlibanon ohne iranische Raketenarmee. Beide brauchen einen Staat, der selbst über Krieg und Frieden entscheidet. Beide gewinnen, wenn die Hisbollah ihre Waffen verliert.
Eine schiitische Gesprächspartnerin äußerte sogar die Hoffnung, dass eines Tages normale Beziehungen zu Israel entstehen könnten. Wenn Menschen sähen, dass Sicherheit, wirtschaftliche Entwicklung und Lebensqualität von der anderen Seite kämen, würden sie möglicherweise erkennen, wer jahrelang recht hatte und wer sie belogen habe.
Der Weg dorthin ist lang. Die Hisbollah besitzt weiterhin Waffen, Geld und ein Netz aus Einschüchterung. Doch ihre größte Niederlage könnte bereits begonnen haben: Menschen, die sie angeblich vertritt, glauben ihren Versprechen nicht mehr.
Sie sehen die Trümmer. Sie kennen die Toten. Und sie wissen inzwischen, wer den Krieg in ihr Land gebracht hat.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 23 Juli 2026