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Abkommen als Falle: Nahost-Funktionäre rieten zur Kriegsvorbereitung gegen Israel

Abkommen als Falle: Nahost-Funktionäre rieten zur Kriegsvorbereitung gegen Israel


Ein brisanter KAN-Bericht beschreibt Gespräche zwischen zwei nicht genannten Staaten der Region. Funktionäre sollen empfohlen haben, Israel mit einem Abkommen in Sicherheit zu wiegen und die gewonnene Zeit für einen späteren Krieg zu nutzen.

Abkommen als Falle: Nahost-Funktionäre rieten zur Kriegsvorbereitung gegen Israel
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Ein am Montag veröffentlichter Bericht des israelischen Senders KAN wirft ein beunruhigendes Licht auf die Bedeutung von Abkommen im Nahen Osten. Vertreter eines nicht genannten Staates sollen Funktionären eines anderen Landes geraten haben, gegenüber IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen taktische Zugeständnisse zu machen, eine Vereinbarung zu schließen und die dadurch entstehende Ruhe für die Vorbereitung auf einen künftigen Krieg zu nutzen.

Die Information wurde nach Angaben der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post zunächst von KAN veröffentlicht und zuvor von der israelischen Militärzensur zur Veröffentlichung freigegeben. Die Namen der beiden beteiligten Staaten dürfen oder sollen bislang nicht genannt werden. Genau deshalb wäre jede Behauptung, es handle sich um Syrien, den Libanon, Saudi-Arabien oder einen anderen bestimmten Staat, reine Spekulation. Der Bericht liefert dafür keinen Beleg.

Nach den veröffentlichten Angaben fanden die Gespräche in den vergangenen Monaten statt. Vertreter eines Staates hätten ihren Gesprächspartnern empfohlen, gegenüber Israel politische Beweglichkeit zu zeigen und auf eine Vereinbarung hinzuarbeiten. Das Ziel sei jedoch nicht dauerhafte Aussöhnung gewesen. Vielmehr sollte die dadurch gewonnene Zeit genutzt werden, um sich auf eine größere militärische Auseinandersetzung mit Israel vorzubereiten.

Noch schwerer wiegt ein weiterer Teil des Berichts: Es soll ausdrücklich die Möglichkeit angesprochen worden sein, eine Vereinbarung mit Israel zunächst zu schließen und sie später wieder zu brechen.

Wenn sich diese Darstellung bestätigt, wäre das keine unterschiedliche Auslegung eines Friedensvertrages. Es wäre der bewusste Einsatz von Diplomatie als Täuschungsinstrument.

Nach dem 7. Oktober kann Israel solche Warnungen nicht mehr ignorieren

Für Israel besitzt diese Meldung eine besondere Bedeutung, weil sie an den grundlegenden Fehler erinnert, der dem Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen 2023 vorausging.

HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen hatte über längere Zeit den Eindruck vermittelt, an Ruhe, wirtschaftlichen Verbesserungen und einer begrenzten Verständigung mit Israel interessiert zu sein. Intern bereitete die Terrororganisation gleichzeitig einen groß angelegten Angriff vor.

Im Juni 2026 veröffentlichte die Jerusalem Post Einzelheiten aus internen Hamas-Unterlagen, die vom Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center ausgewertet worden waren. Die Dokumente beschreiben eine gezielte Täuschungsstrategie, mit der Hamas israelische Entscheidungsträger davon überzeugen wollte, die Organisation strebe Stabilität an.

Die verfügbaren Dokumente zeigen, dass Hamas auf höchster Ebene gleichzeitig militärische Bereitschaft aufrechterhielt und darauf setzte, Israel in einer falschen Einschätzung ihrer Absichten zu bestärken. Eine auf einer israelischen Regierungsseite veröffentlichte Auswertung beschrieb außerdem Bemühungen der Organisation, gesellschaftliche Spannungen innerhalb Israels zu vertiefen und ihre eigenen offensiven Fähigkeiten parallel zur nach außen vermittelten Ruhe auszubauen.

Das bedeutet nicht, dass jedes Abkommen mit einem arabischen Staat automatisch TäuschungDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen ist.

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Israel besitzt funktionierende Friedensverträge und Beziehungen zu Staaten der Region, die über Jahrzehnte Bestand hatten. Die Abraham-AbkommenAbraham-Abkommen: Israels Durchbruch in der arabischen WeltDie Abraham-Abkommen sind Normalisierungsvereinbarungen zwischen Israel und mehreren arabischen beziehungsweise muslimisch geprägten Staaten. Sie begannen 2020 mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain.Mehr lesen haben zusätzlich gezeigt, dass arabische Staaten aus wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und strategischen Interessen ernsthafte Beziehungen mit Israel eingehen können.

Die neue KAN-Meldung darf deshalb nicht als Beweis dafür missbraucht werden, dass Diplomatie grundsätzlich wertlos sei.

Sie zeigt etwas anderes: Israel darf niemals wieder die Existenz eines unterschriebenen Dokuments mit dem Verschwinden einer militärischen Bedrohung verwechseln.

Ein Vertrag ist nur so belastbar wie die Interessen, Fähigkeiten und tatsächlichen Handlungen derjenigen, die ihn unterzeichnen.

Nationaler Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir reagierte entsprechend scharf. Nach seiner Darstellung sei die Meldung eine Warnung an all jene, die glaubten, die Sicherheit israelischer Bürger könne allein Abkommen und Garantien anvertraut werden. Solche Vereinbarungen könnten dazu dienen, Israel einzuschläfern und den nächsten Angriff vorzubereiten.

Seine politische Schlussfolgerung ist erwartbar. Trotzdem sollte der Bericht nicht einfach zur Bestätigung einer bereits vorhandenen politischen Haltung gemacht werden.

Die entscheidende sicherheitspolitische Frage lautet nicht, ob Israel Abkommen schließen darf.

Sie lautet, wie Israel sicherstellt, dass ein Abkommen nicht dazu führt, dass Wachsamkeit, Nachrichtengewinnung und militärische Vorbereitung nachlassen.

Genau dieser Fehler darf sich nicht wiederholen.

Aktuelle Gespräche mit Libanon und Syrien sind damit nicht automatisch gemeint

Die Veröffentlichung kommt zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt.

Israel führt derzeit Gespräche mit dem Libanon über die Umsetzung eines amerikanisch vermittelten Rahmenabkommens. Dabei soll ein israelischer Rückzug schrittweise mit der Entwaffnung der HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen verbunden werden. Die jüngsten Gespräche in Rom befassten sich unter anderem mit möglichen Staaten, die die Entwaffnung kontrollieren könnten.

Der bereits vereinbarte Rahmen sieht ausdrücklich vor, dass weitere israelische Schritte davon abhängen, ob der libanesische Staat tatsächlich Kontrolle übernimmt und die Hisbollah zurückgedrängt wird. N12 berichtete bereits Ende Juni, dass die israelische Armee in bestimmten Gebieten bleiben werde, solange die zugesagten Voraussetzungen nicht erfüllt seien.

Auch mit Syrien gibt es Gespräche über Sicherheitsvereinbarungen.

Doch der jetzt veröffentlichte KAN-Bericht nennt keinen dieser Staaten als Beteiligten an den beschriebenen geheimen Gesprächen.

Das muss deutlich gesagt werden.

Es wäre journalistisch unredlich, aus der zeitlichen Nähe zu den Verhandlungen mit dem Libanon oder Syrien zu schließen, einer dieser Staaten sei gemeint. Ebenso wenig ist bekannt, ob das Land, dem zu einer solchen Täuschungsstrategie geraten worden sein soll, diesen Vorschlag überhaupt angenommen hat.

Der Bericht belegt auch nicht, dass irgendeine derzeit mit Israel verhandelte Vereinbarung Teil eines solchen Plans ist.

Gerade diese offenen Punkte machen die Meldung aber nicht bedeutungslos.

Wenn Vertreter eines Staates tatsächlich einem anderen Land empfehlen, einen Vertrag mit Israel als taktische Zwischenstufe vor einem späteren Krieg zu betrachten, ist bereits die Existenz eines solchen Denkens sicherheitspolitisch bedeutsam.

Israel muss daraus nicht den Schluss ziehen, keine Verträge mehr abzuschließen.

Es muss daraus den Schluss ziehen, Verträge anders abzusichern.

Eine Vereinbarung über die Entwaffnung der Hisbollah darf beispielsweise nicht davon abhängen, dass Jerusalem den guten Willen einzelner Politiker beurteilt. Israel braucht überprüfbare Ergebnisse: Waffen müssen verschwinden, militärische Infrastruktur muss beseitigt werden, die libanesische Armee muss tatsächlich Kontrolle ausüben und Verstöße müssen Folgen haben.

Dasselbe Prinzip gilt für GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen.

Hamas kann erklären, sie sei bereit zu einer politischen Ordnung. Entscheidend bleibt, ob sie tatsächlich sämtliche Waffen abgibt, Tunnel zerstört und ihre militärischen Strukturen auflöst.

Und dasselbe gilt für jede zukünftige Sicherheitsvereinbarung mit einem anderen Staat.

Der 7. Oktober hat Israel gezeigt, wie gefährlich eine falsche Vorstellung von Ruhe werden kann. Hamas hatte sich nicht verändert, weil sie zeitweise weniger Raketen abfeuerte. Sie bereitete sich vor.

Interne Unterlagen, die nach dem Massaker ausgewertet wurden, zeigen, wie bewusst die Terrororganisation mit dieser israelischen Wahrnehmung arbeitete. Die israelische Staatskontrolle untersucht weiterhin die politischen, militärischen und nachrichtendienstlichen Entscheidungen der Jahre vor dem Angriff. Die Knesset bestätigte Anfang 2026, dass dabei umfangreiche Kabinettsprotokolle, Geheimdienstberichte und Sicherheitsbewertungen aus den Jahren vor dem 7. Oktober untersucht werden.

Genau deshalb trifft die neue KAN-Meldung einen wunden Punkt.

Israel braucht Frieden.

Ein Land, das seit seiner Gründung regelmäßig Krieg führen musste, hat ein besonderes Interesse an verlässlichen Grenzen, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und stabilen Beziehungen zu seinen Nachbarn.

Aber Israel braucht keinen Frieden auf Papier, während auf der anderen Seite neue Divisionen, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen oder Angriffskonzepte entstehen.

Diplomatie und militärische Wachsamkeit sind keine Gegensätze.

Im Nahen Osten müssen sie gleichzeitig bestehen.

Die Lehre des 7. Oktober darf deshalb nicht lauten, dass Israel niemandem mehr vertrauen kann.

Sie muss lauten, dass Vertrauen niemals wieder eine Sicherheitsdoktrin ersetzen darf.

Wenn ein Nachbar Frieden will, sollte Israel diesen Frieden suchen.

Wenn ein Nachbar einen Vertrag unterschreibt, muss Israel dessen Einhaltung überprüfen.

Und wenn jemand glaubt, ein Abkommen könne Israel einschläfern, damit ein späterer Krieg erfolgreicher geführt werden kann, sollte er davon ausgehen, dass diese Rechnung nach dem 7. Oktober nicht noch einmal aufgehen darf.




Autor: Redaktion
Montag, 10 August 2026

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