Israel greift wieder präventiv an: IDF lockert Zurückhaltung in Gaza

Israel greift wieder präventiv an: IDF lockert Zurückhaltung in Gaza


Nach dem amerikanisch vermittelten Gaza-Plan hatte Israel offensive Angriffe deutlich reduziert. Nun schlägt die IDF wieder gegen Hamas-Zellen zu, bevor deren Anschläge unmittelbar bevorstehen. Washington protestiert bislang nicht.

Israel greift wieder präventiv an: IDF lockert Zurückhaltung in Gaza
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen verändert seinen militärischen Kurs im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen erneut. Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstag in Khan Yunis eine HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Zelle angegriffen, die nach Informationen der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post einen Anschlag auf israelische Soldaten vorbereitete.

Es war bereits der zweite gezielte Präventivschlag innerhalb von zwei Tagen. Seit der Ende Juli unter amerikanischem Druck vereinbarten neuen Gaza-Regelung hatte Israel solche Angriffe weitgehend eingestellt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die IDF nun wieder zu ihrer früheren umfassenden Angriffspolitik zurückkehrt.

Nach Angaben israelischer Militärquellen greift die Armee weiterhin nicht systematisch Hamas-Mitglieder allein deshalb an, weil sie am Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen beteiligt waren. Auch strategische Hamas-Ziele und Führungspersonen würden derzeit nicht grundsätzlich angegriffen.

Eine entscheidende Ausnahme macht Israel jedoch dort, wo Terroristen neue Anschläge vorbereiten.

Genau das soll bei der Hamas-Zelle in Khan Yunis der Fall gewesen sein. Die Mitglieder seien nicht besonders hochrangig gewesen, hätten aber nach israelischen Erkenntnissen konkret an einer bevorstehenden Operation gegen die IDF gearbeitet.

Reuters bestätigt einen israelischen Angriff in Khan Yunis am Donnerstag. Dabei wurde nach palästinensischen Angaben ein Hamas-Kommandeur auf einem Motorrad getroffen. Es waren die ersten gemeldeten Todesfälle durch israelische Angriffe in Gaza seit mehr als einer Woche, nachdem Israel seine militärischen Aktivitäten unter amerikanischem Druck stark reduziert hatte.

Israel wartet nicht mehr bis zum letzten Moment

Die Veränderung liegt vor allem im Zeitpunkt eines Angriffs.

Während der vergangenen Wochen griff Israel nach Darstellung der Jerusalem Post vor allem dann ein, wenn Hamas-Kämpfer die Gelbe Linie überschritten oder unmittelbar israelische Soldaten bedrohten.

Jetzt soll wieder früher zugeschlagen werden.

Wenn der israelische Geheimdienst erkennt, dass eine Hamas-Zelle einen Anschlag vorbereitet, will die IDF nicht warten, bis die Terroristen bereits auf dem Weg zum Angriff sind. In Gaza ist eine Festnahme wie bei vielen Antiterroroperationen in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen häufig nicht möglich, weil israelische Soldaten nicht jederzeit in die von Hamas kontrollierten Gebiete eindringen können.

Der Luftangriff bleibt deshalb das wichtigste Mittel.

Bereits am Mittwoch hatte die IDF erstmals seit der neuen Vereinbarung einen Hamas-Kommandeur im Norden Gazas angegriffen, obwohl dieser sich nicht unmittelbar an der Gelben Linie befand und zu diesem Zeitpunkt keine direkte Gefahr für israelische Soldaten darstellte.

Nach israelischer Darstellung plante er zukünftige Angriffe.

Damit setzt Jerusalem eine neue Grenze: Die Feuerpause soll Hamas nicht ermöglichen, unter dem Schutz amerikanischer Zurückhaltung neue Anschläge vorzubereiten.

Das ist besonders relevant, weil der amerikanische Gaza-Plan die schrittweise Entwaffnung der Hamas mit israelischen Rückzügen verbindet. Der Plan sieht vor, dass Waffen überprüfbar abgegeben werden und Israel anschließend etappenweise Gelände räumt. Gerade über Reihenfolge und Umfang dieser Schritte bestehen allerdings weiterhin erhebliche Differenzen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt einen Rückzug ab, solange Hamas nicht tatsächlich entwaffnet ist. Washington verfolgt dagegen ein stufenweises Modell, bei dem überprüfte Fortschritte auf beiden Seiten weitere Schritte auslösen sollen.

Kein amerikanischer Freibrief

Bemerkenswert ist, dass Washington den israelischen Präventivschlag vom Mittwoch öffentlich nicht verurteilt hat.

Die Jerusalem Post wertet dies als möglichen Hinweis darauf, dass die amerikanische Regierung Israels Vorgehen zumindest vorläufig akzeptiert. Bestätigt ist eine solche amerikanische Zustimmung allerdings nicht.

Aus dem Ausbleiben einer öffentlichen Reaktion lässt sich kein formeller Freibrief ableiten.

Politisch wäre die Haltung dennoch nachvollziehbar. Der gesamte amerikanische Plan hängt davon ab, dass Hamas mit der Entwaffnung beginnt. Reuters berichtete zuletzt ebenfalls, dass die Umsetzung genau an diesem Punkt stockt und Israel Hamas weiterhin vorwirft, militärische Fähigkeiten wiederherzustellen.

Für Israel stellt sich deshalb eine grundlegende Frage: Soll die IDF eine bekannte Anschlagsvorbereitung hinnehmen, nur damit die diplomatische Vereinbarung formal unangetastet bleibt?

Die Antwort des Militärs lautet offenbar Nein.

Gleichzeitig versucht Israel, die Grenze zur vollständigen Wiederaufnahme des Krieges nicht zu überschreiten.

Die neue Linie lautet deshalb vorerst: keine umfassende Jagd auf sämtliche Hamas-Funktionäre, aber auch keine Immunität für Terroristen, die neue Angriffe vorbereiten.

Damit bekommt die Feuerpause eine entscheidende Einschränkung.

Hamas kann die amerikanische Initiative nicht als Schutzschild für ihre militärische Neuorganisation benutzen.

Ob Washington diese israelische Linie dauerhaft akzeptiert, dürfte spätestens dann sichtbar werden, wenn die Angriffe häufiger werden oder Hamas die vereinbarte Abgabe von Waffen weiter verzögert.

Für die IDF scheint die Entscheidung jedoch bereits gefallen zu sein:

Eine Feuerpause bedeutet Zurückhaltung. Sie bedeutet nicht, einem erkannten Anschlag beim Entstehen zuzusehen.




Autor: Redaktion
Donnerstag, 13 August 2026

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