Israel nimmt Hisbollah Bollwerk: Iran räumt Niederlage am Ali Taher einIsrael nimmt Hisbollah Bollwerk: Iran räumt Niederlage am Ali Taher ein
Irans Warnungen stoppten Israel nicht. Die IDF meldet die Kontrolle über Ali Taher, während ein Vertreter der Revolutionsgarden das Scheitern der Waffenbergung einräumt.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Wochenlang versuchten HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und Iran, das unterirdische Bollwerk am Ali Taher Höhenzug im Südlibanon zu retten. Teheran warnte Washington vor einem israelischen Angriff, die Hisbollah griff israelische Soldaten an und nach iranischer Darstellung wurden eingeschlossene Terroristen sogar mit Drohnen versorgt. Nun meldet die IDF operative Kontrolle über den strategischen Höhenzug und seine unterirdischen Anlagen. Was zwei Jahrzehnte lang mit iranischem Geld und iranischer Planung aufgebaut wurde, soll jetzt zerstört werden.
Besonders pikant ist, was inzwischen aus dem iranischen Lager selbst nach außen dringt. N12 berichtet unter Berufung auf die New York Times, ein Vertreter der iranischen RevolutionsgardenIslamische Revolutionsgarden: Machtzentrum des iranischen RegimesDie Islamischen Revolutionsgarden sind eine mächtige militärische, politische und wirtschaftliche Organisation der Islamischen Republik Iran. Sie wurden nach der Revolution von 1979 gegründet, unterstehen dem Obersten Führer und steuern über die Quds-Einheit Irans regionales Terrornetzwerk.Mehr lesen habe erklärt, seit Juni seien zwischen 70 und 100 Hisbollah Terroristen sowie iranische Berater der Quds Einheit in den Tunneln eingeschlossen gewesen. Dieselbe Darstellung wurde am Freitag auch von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap aufgegriffen. Dem iranischen Vertreter zufolge verfügte der Komplex über drei Ausgänge. Zwei seien unter israelische Kontrolle geraten, beim dritten habe Einsturzgefahr bestanden.
Noch unangenehmer für die Hisbollah ist die geschilderte Versorgungslage. Nach Angaben des iranischen Vertreters versuchte die Terrororganisation wiederholt, Wasser und Lebensmittel mit Drohnen zu den Eingeschlossenen zu bringen. Sobald Terroristen die Tunnel verließen, um die Lieferungen aufzunehmen, seien sie von israelischen Kräften getötet worden. Iran und Hisbollah hätten schließlich versucht, wenigstens die Waffen aus dem Komplex herauszubekommen. Die Aussicht darauf bezeichnete der iranische Gesprächspartner jedoch als äußerst gering.
Das klingt nicht nach der unerschütterlichen iranischen Terrorachse, die Teheran über Jahre im Libanon aufgebaut hat. Es klingt nach einem militärischen Komplex, dessen Ausgänge verloren gingen, dessen Versorgung scheiterte und dessen Waffen nun möglicherweise zusammen mit den Tunneln vernichtet werden.
Zwanzig Jahre Bauarbeit für ein Bollwerk gegen Israel
Die israelische Armee beschreibt Ali Taher nicht als gewöhnliche Tunnelstellung. Nach Angaben der IDF handelt es sich um strategische Infrastruktur, die über rund zwanzig Jahre hinweg aufgebaut, vom iranischen Regime finanziert und geplant worden sei. Soldaten fanden dort Kommandozentralen, Waffenräume, Generatorräume, Schlafbereiche, Duschen und eine Küche. Die Anlage war damit darauf ausgelegt, Terroristen über längere Zeit unter der Erde zu beherbergen und von dort aus militärische Operationen zu führen.
Die Dimension war schon länger bekannt. Verteidigungsminister IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Katz hatte Ende Juni erklärt, für die vollständige Zerstörung des Tunnelsystems würden möglicherweise 400 bis 500 Tonnen Sprengstoff benötigt. Israel habe zuvor sogar versucht, die libanesische Armee dazu zu bewegen, Verantwortung für das Gebiet zu übernehmen. Nach Katz' Darstellung lehnte sie dies ab.
Der Höhenzug selbst liegt etwa 15 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt und besitzt wegen seiner Lage über dem Raum Nabatiyeh erhebliche militärische Bedeutung. Von dort aus konnten Bewegungen im Südlibanon überwacht und wichtige Verbindungen kontrolliert werden. Reuters bezeichnete Ali Taher bereits vor der jetzigen Einnahme als einen der am heftigsten umkämpften Punkte des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah.
haOlam hatte bereits Mitte August über die besondere Bedeutung des Höhenzuges berichtet. Damals griff die Hisbollah israelische Kräfte in diesem Gebiet an. Drei IDF Soldaten wurden bei einem später bekannt gewordenen Drohnenangriff schwer verletzt. Israel reagierte mit Angriffen auf Stellungen und Kommandeure der Terrororganisation. Der heutige Erfolg ist deshalb kein plötzliches Einzelereignis, sondern das Ergebnis eines länger andauernden Kampfes um eines der wichtigsten militärischen Zentren der Hisbollah im Südlibanon.
Dabei gibt es bei den Berichten über iranisches Personal einen Punkt, der sauber getrennt werden muss. Reuters berichtete am Donnerstag unter Berufung auf mehrere informierte Quellen, mehr als ein Dutzend Angehörige der Revolutionsgarden hätten sich gemeinsam mit Hisbollah Kräften im Bereich Ali Taher befunden. Die IDF erklärte später dagegen, es gebe keinen Hinweis darauf, dass Mitglieder der Revolutionsgarden noch in den Tunneln gewesen seien, als israelische Kräfte die Anlagen übernahmen. Die iranische Darstellung über 70 bis 100 eingeschlossene Personen beschreibt zudem einen Zeitraum seit Juni und bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Menschen am Donnerstag noch alle dort waren.
Die israelische Armee meldet inzwischen, die beiden unterirdischen Routen seien von Terroristen geräumt. Einige seien getötet worden, andere hätten das Gebiet verlassen. Die Fähigkeit, aus den Tunneln heraus Angriffe auf israelische Zivilisten oder Soldaten durchzuführen, sei beseitigt worden. Nun läuft die Neutralisierung und Zerstörung der Anlagen.
Iran drohte, Israel handelte
Die politische Brisanz reicht weit über einen Berg im Südlibanon hinaus. Iran hatte den Vereinigten Staaten nach Reuters Informationen bereits im August über OmanStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen eine Warnung übermitteln lassen. Ein umfassender israelischer Angriff auf Ali Taher werde eine schwere iranische Reaktion auslösen. Teherans Botschaft machte zugleich sichtbar, welchen Wert das Gelände für Iran besitzt und wie unmittelbar das Regime weiterhin in die militärische Zukunft der Hisbollah investiert ist.
Das Ergebnis dieser Drohung ist inzwischen auf dem Höhenzug zu besichtigen: Israel kontrolliert das Gelände.
Die Hisbollah hatte über Jahre versucht, den Südlibanon mit iranischer Hilfe in eine befestigte Angriffszone gegen Israel zu verwandeln. Tunnel, WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Kommandozentralen und befestigte Stellungen sollten der Terrororganisation ermöglichen, auch unter massivem israelischem Beschuss weiterzukämpfen. Ali Taher war ein besonders wertvoller Teil dieses Systems.
Jetzt liegt genau dieses System offen.
Verteidigungsminister Katz erklärte am Freitag, die Einnahme von Ali Taher markiere einen wichtigen Schritt zur Sicherung der israelischen Sicherheitszone im Südlibanon. Israel werde sich nicht zurückziehen, solange die Hisbollah nicht vollständig entwaffnet sei. Bereits zuvor hatte Katz klargestellt, Israel verfolge keine territorialen Ambitionen im Libanon, werde aber keine Situation akzeptieren, in der ein Rückzug der IDF der Terrororganisation lediglich die Rückkehr in ihre alten Stellungen ermöglicht.
Genau darin liegt der strategische Kern. Die Frage ist nicht, wem ein Hügel auf einer Karte gehört. Die Frage ist, ob die Hisbollah nach einem israelischen Rückzug erneut zwanzig Jahre lang unter den Augen der Welt Tunnel graben, Waffen einlagern und Angriffsstellungen gegen Nordisrael errichten kann.
Die Vorgeschichte liefert darauf eine ziemlich deutliche Antwort. Noch während Waffenruhen und Verhandlungen liefen, blieb die Hisbollah bewaffnet, griff israelische Soldaten an und versuchte nach israelischen Erkenntnissen gemeinsam mit Iran, militärische Fähigkeiten zu erhalten oder wiederherzustellen. haOlam berichtete zuletzt auch über zunehmende Versuche, neue Waffen über Syrien in den Libanon zu bringen. Der iranische Einfluss verschwand also nicht mit dem Wort Waffenruhe.
Und nun kommt ausgerechnet aus dem Umfeld der Revolutionsgarden die vielleicht treffendste Beschreibung des Zustands von Ali Taher: Die Chancen, die Waffen noch herauszubekommen, seien gering.
Zwanzig Jahre Tunnelbau. Iranisches Geld. Iranische Planung. Drohungen an Washington. Versorgungsversuche mit Drohnen.
Am Ende kontrolliert Israel die Ausgänge.
Autor: Redaktion
Freitag, 04 September 2026