Iran baute jahrzehntelang, Israel zerstört jetzt das Hisbollah Bollwerk am BeaufortIran baute jahrzehntelang, Israel zerstört jetzt das Hisbollah Bollwerk am Beaufort
Unter dem strategischen Höhenzug entstand mit iranischem Geld eine unterirdische Kriegsanlage gegen Israel. Nun nähert sich die IDF der vollständigen Zerstörung und rechnet mit einer möglichen Reaktion der Hisbollah oder Teherans.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Wo die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen über Jahre Tunnel in den Fels treiben, Kommandozentralen einrichten, Waffen lagern und Angriffe auf Nordisrael vorbereiten konnte, steht ihr militärisches Großprojekt jetzt vor dem Ende. Die israelische Armee bereitet nach einem Bericht von N12 den Abschluss der Zerstörung des gewaltigen unterirdischen Komplexes im Raum des Beaufort im Südlibanon vor. Soldaten der 36. Division sowie Spezialkräfte von Egoz, Maglan und Yahalom operierten dort in den vergangenen Wochen unter strenger Geheimhaltung. Die letzten Arbeiten gelten als besonders sensibel, weil noch offen ist, ob die Terrororganisation Hisbollah oder ihr iranischer Patron auf die endgültige Vernichtung der Anlage reagieren werden.
Der Beaufort ist nicht irgendein Höhenzug. Von dort konnte die Hisbollah den israelischen Norden beobachten und angreifen. Die IDF erklärte bereits im Juni, vom Gebiet seien rund 400 Raketen auf Gemeinden im Norden Israels abgefeuert worden. Unter dem felsigen Gelände entdeckten die Soldaten ein mehrstöckiges Tunnelsystem mit Kommandozentralen, Waffenlagern, Strom und Wasserversorgung, Schlafräumen, Sanitäranlagen und medizinischer Infrastruktur. In einem rund einen Kilometer langen Tunnel wurden unter anderem sechs Schächte, Panzerabwehrraketen, Munition und ein Raketenwerfer gefunden. Nach Angaben der IDF wurde das System mit iranischem Geld und iranischer Planung aufgebaut.
Schon Anfang Juli beschrieb Generalstabschef Eyal Zamir das Beaufort Gebiet als einen mit TerrorinfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen durchsetzten Schlüsselraum. Die Hisbollah habe dort unter iranischer Anleitung über Jahrzehnte tief in den Berg gegrabene Anlagen geschaffen, die der Führung von Kämpfen, dem Abschuss von Waffen und der Vorbereitung von Terrorangriffen dienten. Die israelischen Streitkräfte kontrollierten zu diesem Zeitpunkt nach Zamirs Angaben bereits entscheidende Bereiche oberhalb und unterhalb der Erde. Gleichzeitig forderte er die libanesische Armee auf, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und die Hisbollah InfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen zu beseitigen.
Die Hisbollah kämpfte um ein strategisches Herzstück
Wie wichtig die Anlage für die Terrororganisation ist, zeigte sich in den vergangenen Monaten immer wieder. Israelische Soldaten trafen in den unterirdischen Anlagen auf Terroristen, Waffen und vorbereitete Kampfstellungen. Hisbollah Einheiten versuchten mehrfach, die israelischen Kräfte mit Drohnen und anderen Waffen zu treffen. Die IDF musste sich den Zugang zu Teilen des Systems unter schwierigen Bedingungen erkämpfen. Nach israelischen Angaben flohen Terroristen aus einzelnen Tunneln oder wurden getötet. Die Anlage war darauf ausgelegt, Hunderte Hisbollah Mitglieder über längere Zeit unter der Erde einsatzfähig zu halten.
Ein besonders wichtiger Teil dieses unterirdischen Systems liegt im Bereich des Ali Taher Höhenzugs. Dort meldete die IDF am 3. September die operative Kontrolle über zwei unterirdische Anlagen. Terroristen seien getötet worden oder hätten das Gebiet verlassen. In den Tunneln fanden die Soldaten Kommandozentralen, Waffenräume, Generatoren, Aufenthaltsräume, Duschen und eine Küche. Die Armee erklärte, die Infrastruktur sei über rund zwei Jahrzehnte aufgebaut sowie vom iranischen Regime finanziert und geplant worden. Die Fähigkeit, von dort Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten auszuführen, sei beseitigt worden.
haOlam berichtete bereits am Freitag ausführlich über die Einnahme des Ali Taher Höhenzugs und das Eingeständnis aus iranischen Kreisen, dass die dort gelagerten Waffen wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden können. Nach dem damaligen Bericht versuchten Hisbollah und Iran offenbar noch, eingeschlossene Kräfte zu versorgen und Material aus der Anlage herauszubringen. Am Ende kontrollierte IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen entscheidende Zugänge. Der heutige Stand zeigt, dass dieser Erfolg Teil einer größeren Operation gegen das gesamte unterirdische System im Beaufort Raum ist.
Die Dimension erklärt auch, weshalb Israel bei den letzten Schritten mit einer möglichen Eskalation rechnet. Reuters berichtete Anfang September, Teheran habe Washington bereits zuvor vor einem umfassenden israelischen Vorgehen am Ali Taher Höhenzug gewarnt und eine schwere iranische Reaktion in Aussicht gestellt. Die Hisbollah selbst hatte erklärt, sie werde israelischen Vorstößen Widerstand leisten. Israel ging trotzdem weiter vor.
Israel zerstört die Anlage und will danach die Vereinbarungen einhalten
Gerade an diesem Punkt wird die israelische Strategie deutlich. Die Operation dient nicht dazu, den Südlibanon dauerhaft Stück für Stück zu annektieren. N12 berichtet, dass sich die israelischen Kräfte nach Abschluss der Zerstörung auf die sogenannte gelbe Linie einstellen und die bestehenden Vereinbarungen einhalten sollen. Die ungewöhnlich offene Veröffentlichung über den Stand der Operation soll nach israelischer Einschätzung zugleich verhindern, dass die Hisbollah oder Iran die militärischen Arbeiten falsch interpretieren und daraus eine unnötige weitere Eskalation entsteht.
Die IDF erklärte zudem, dass sich nach ihrer aktuellen Erkenntnis keine lebenden Terroristen und keine Iraner mehr in den verbliebenen Tunneln befänden. Damit wird auch ein Punkt präzisiert, der zuvor für Spekulationen gesorgt hatte. Berichte über iranische Berater und eingeschlossene Hisbollah Kräfte bezogen sich auf frühere Phasen der Kämpfe. Der aktuelle israelische Stand lautet, dass die betreffenden unterirdischen Bereiche geräumt sind und nun ihre physische Zerstörung abgeschlossen werden kann.
Die gesamte Operation zeigt zugleich, wie irreführend die Vorstellung war, die Hisbollah sei im Südlibanon lediglich eine politische Bewegung mit einigen bewaffneten Einheiten. Unter dem Beaufort entstand eine militärische Infrastruktur, die in Tiefe, Ausstattung und Dauerhaftigkeit eher an eine unterirdische Festung erinnert. Sie wurde mitten in einem souveränen Staat errichtet, mit iranischem Geld finanziert und gegen Israel ausgerichtet. Die libanesische Staatsmacht war über Jahre nicht in der Lage oder nicht bereit, dieses System zu beseitigen.
Israel tut es jetzt selbst.
Was der Iran über Jahrzehnte finanzierte und die Hisbollah tief in den Berg grub, wird von israelischen Spezialkräften Stück für Stück zerstört. Danach soll die IDF auf die vereinbarte Linie zurückgehen. Sollte die Hisbollah versuchen, ausgerechnet die Vernichtung ihrer eigenen Angriffsanlagen mit einer neuen Eskalation zu beantworten, wäre damit zumindest eines endgültig geklärt: Wessen Sicherheit diese Tunnel all die Jahre dienen sollten, war es nicht.
Autor: Redaktion
Samstag, 05 September 2026