Entwaffnung auf dem Papier, Waffen aus den Depots: IDF bestätigt Hamas baut ihre Militärmacht wieder aufEntwaffnung auf dem Papier, Waffen aus den Depots: IDF bestätigt Hamas baut ihre Militärmacht wieder auf
Hamas soll abrüsten. Stattdessen holt die Terrororganisation Raketen und Kalaschnikows aus Lagern und festigt erneut ihre Kontrolle über Gaza.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Die entscheidende Frage des GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen Abkommens bekommt eine immer deutlichere Antwort. HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen gibt ihre Waffen nicht ab. Nach Informationen von N12 bestätigt die israelische Armee erstmals offiziell, dass Terroristen der Hamas Waffen aus bestehenden Depots holen und aktiv einsetzen, um ihre militärische Kontrolle im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen wieder zu festigen.
Nach Angaben israelischer Sicherheitsvertreter betreten Hamas Terroristen in den weiterhin von der Organisation kontrollierten Gebieten WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und entnehmen dort Material für Wachaufgaben und die erneute Durchsetzung ihrer Herrschaft. In diesen Depots befinden sich nicht nur Kalaschnikows und weitere leichte Waffen, sondern auch militärische Ausrüstung und Raketen.
Das steht im direkten Gegensatz zu dem, was die Entwaffnung eigentlich erreichen sollte. Bereits im Juli berichtete N12 über Vereinbarungen, wonach Hamas ihre Waffen einlagern und jede militärische Tätigkeit einstellen sollte. Im Gegenzug waren ein weiterer israelischer Rückzug und ein Ende gezielter Tötungen vorgesehen.
Auch der internationale Gaza Fahrplan lässt daran wenig Interpretationsspielraum. Der Bericht des Board of Peace an den UN Sicherheitsrat nennt die vollständige Außerdienststellung der Waffen sowie die Beseitigung der militärischen und terroristischen Infrastruktur als zentrale Sicherheitsverpflichtung. Hamas soll weder militärische noch polizeiliche oder administrative Macht ausüben. Israelische Rückzugsschritte sind ausdrücklich an überprüfbare Fortschritte bei dieser Entmilitarisierung gekoppelt.
Was derzeit in Gaza geschieht, geht in die entgegengesetzte Richtung.
Drei Waffenlager zerstört, Hamas greift wieder auf Raketen zurück
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen reagiert inzwischen militärisch.
Nach Angaben von N12 griff das Südkommando am Dienstag auf Grundlage präziser Informationen des Schin Bet drei Waffenlager an. Darin befanden sich Dutzende Waffen. Zusätzlich wurde eine Raketenabschussgrube zerstört, die während des Krieges für Beschuss israelischen Gebietes genutzt worden war.
Die Operation ist Teil einer deutlich intensivierten Kampagne gegen die verbliebene Hamas Kommandostruktur. Innerhalb der vergangenen Woche führte das Südkommando nach N12 Angaben 16 gezielte Angriffe durch. Dabei wurden 14 Hamas Terroristen getötet, darunter fünf Kompaniekommandeure und vier Zugführer.
Damit wird immer deutlicher, dass es nicht lediglich um einige Gewehre geht, die irgendwo in den Ruinen Gazas liegen geblieben sind. Hamas verfügt weiterhin über Depots, Kommandostrukturen, bewaffnete Mitglieder und zumindest Teile ihrer Raketeninfrastruktur.
haOlam hatte erst Ende August darauf hingewiesen, dass ein verschlossenes Waffenlager noch keine Entwaffnung bedeutet.
Nun öffnen Hamas Terroristen diese Lager offenbar selbst wieder.
Auch andere israelische Erkenntnisse zeigen, dass dieser Prozess nicht erst jetzt begonnen hat. Israel Hayom veröffentlichte zuvor Details aus einem internen IDF Überwachungsmechanismus für Verstöße gegen den Gaza Plan. Darin wurden unter anderem fortgesetzter Waffenbesitz, Waffentransporte, Wiederaufbau unterirdischer Infrastruktur, Rekrutierung und Ausbildung von Terroristen sowie das Legen von Sprengsätzen dokumentiert. Ein einziger Bericht verzeichnete innerhalb von 24 Stunden 14 Verstöße.
Die IDF übermittelt solche Berichte nach Angaben von Israel Hayom auch an Washington. JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen will damit zeigen, dass zwischen den Verpflichtungen der Hamas und ihrem tatsächlichen Verhalten eine immer größere Lücke entsteht.
haOlam berichtete bereits über genau dieses Risiko: Gaza kann nicht demilitarisiert sein, solange Waffen lediglich eingelagert werden und Hamas weiterhin Zugriff darauf besitzt.
Die Warnung war nicht theoretisch.
Jetzt werden die Waffen wieder herausgeholt.
Aus Waffenruhe wird immer häufiger bewaffnete Reibung
Noch gefährlicher ist die zweite Entwicklung, die israelische Sicherheitskreise beobachten.
Nach Angaben von N12 ist die Bereitschaft der Hamas zur direkten Konfrontation mit israelischen Truppen so hoch wie seit Beginn der Waffenruhe nicht mehr. Die Entwicklung begann vor rund zwei Wochen mit Drachen aus Gaza. Danach folgte direkter Beschuss israelischer Kräfte entlang der Gelben Linie. Schließlich wurden Sprengsätze gegen israelische Militärfahrzeuge eingesetzt.
Am Sonntag traf ein von Hamas gelegter Sprengsatz ein israelisches Pionierfahrzeug im Norden Gazas. Verletzt wurde niemand. Die IDF bezeichnete den Angriff ausdrücklich als schweren Verstoß gegen die Waffenruhe und griff anschließend Hamas Infrastruktur an, die zur Vorbereitung weiterer Anschläge genutzt worden sei.
Am Dienstag folgte bereits der nächste Vorfall. Ein israelischer Panzer fuhr im südlichen Gazastreifen auf einen weiteren Sprengsatz. Auch dort gab es keine israelischen Verletzten. In einem weiteren Zwischenfall überschritten zwei Terroristen die Gelbe Linie und versuchten nach Angaben der IDF, israelische militärische Ausrüstung zu sabotieren. Beide wurden getötet.
Bereits zuvor war auf israelische Soldaten im Norden Gazas geschossen worden. Auch diesen Angriff bezeichnete die IDF als Verstoß gegen die Waffenruhe.
Damit ergibt sich inzwischen ein Muster.
Waffen werden nicht abgegeben, sondern aus Lagern geholt.
Militärische Infrastruktur verschwindet nicht vollständig, sondern Teile werden offenbar erhalten oder wieder nutzbar gemacht.
Die Hamas Herrschaft wird nicht aufgegeben, sondern mit bewaffneten Kräften abgesichert.
Und die Konfrontation mit der IDF nimmt wieder zu.
Das ist exakt jene Entwicklung, vor der Israel seit Beginn der Verhandlungen gewarnt hat.
haOlam berichtete erst am Montag über Jared Kushners Eingeständnis, dass selbst die USA das tatsächliche Ausmaß der Militarisierung Gazas erst allmählich erfassen.
Washington hat für seine Gaza Ordnung ein klares Ziel formuliert: eine demilitarisierte Region ohne Hamas Militärmacht. Die internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Verwaltung sollen ein Gaza ermöglichen, in dem keine Terrororganisation mehr über eine eigene Armee verfügt.
Genau deshalb sind die neuen israelischen Erkenntnisse so bedeutend.
Eine Hamas, die ihre Waffen aus den Depots holt, ist nicht auf dem Weg zur Entwaffnung.
Eine Hamas, die bewaffnete Kräfte zur Durchsetzung ihrer Herrschaft einsetzt, hat ihre Herrschaft nicht aufgegeben.
Eine Hamas, die Sprengsätze gegen israelische Soldaten legt, hat ihre militärische Tätigkeit nicht eingestellt.
Und eine Hamas, die ihre alten Raketenlager weiterhin erreichen kann, ist nicht demilitarisiert.
Nach dem 7. Oktober kann Israel nicht darauf warten, bis aus versteckten Waffenlagern wieder Bataillone, aus Abschussgruben wieder Raketenstellungen und aus vermeintlicher Ruhe wieder ein vorbereiteter Krieg werden.
Das Gaza Abkommen wird deshalb nicht daran gemessen werden, wie oft Hamas ihre Bereitschaft zur Entwaffnung erklärt.
Es wird daran gemessen, ob ihre Terroristen irgendwann tatsächlich keine Waffen mehr besitzen.
Im Moment geschieht offenbar das Gegenteil.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 09 September 2026