25 Meter tief unter Kalkilia: Tunnel, Scharfschützengewehr und Sprengstoffmaterial wenige Kilometer vor Kfar Saba entdeckt25 Meter tief unter Kalkilia: Tunnel, Scharfschützengewehr und Sprengstoffmaterial wenige Kilometer vor Kfar Saba entdeckt
Ein unvollendeter Tunnel reicht bereits mindestens 25 Meter tief unter Kalkilia. Am selben Ort fanden Sicherheitskräfte ein M16, ein Scharfschützengewehr, Munition und Material für Sprengsätze. Vier Verdächtige wurden festgenommen.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Nur wenige Kilometer von israelischen Wohngebieten in Kfar Saba entfernt haben israelische Sicherheitskräfte eine unterirdische Anlage entdeckt, deren Dimension weit über ein improvisiertes Versteck hinausgeht. Bei einer gezielten Operation der Polizeieinheit zur Bekämpfung schwerer Kriminalität in SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen und der Grenzpolizei wurde in Kalkilia ein noch im Bau befindlicher Tunnel gefunden, der bereits mindestens 25 Meter in die Tiefe reicht. Im selben Komplex stießen die Kräfte außerdem auf den Beginn einer zweiten Grabung.
Der Fund wird durch das ergänzt, was die Einsatzkräfte am Ort sicherstellten: ein M16-Sturmgewehr, ein Scharfschützengewehr, Magazine, größere Mengen Munition, Mobiltelefone und ein DVR-Aufzeichnungsgerät. Hinzu kamen Säcke mit Dünger, der nach Angaben der israelischen Polizei als Bestandteil für die Herstellung von Sprengsätzen verwendet werden kann. Vier Verdächtige wurden am Ort festgenommen und zur Vernehmung gebracht. Die Ermittlungen sollen nun klären, wer die Tunnel anlegte, welchem Zweck sie dienen sollten und wie das Waffenarsenal damit zusammenhing.
Gerade diese offene Frage ist entscheidend. Bislang haben die Behörden nicht mitgeteilt, dass der Tunnel bereits die Sicherheitsbarriere unterquert habe oder konkret für einen Anschlag auf IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen vorgesehen gewesen sei. Auch eine organisatorische Zuordnung zu HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, Islamischem Dschihad oder einer anderen Terrororganisation wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Aus dem Fund darf deshalb kein bereits bewiesener Infiltrationsplan gemacht werden. Harmlos ist die Entdeckung dennoch nicht: Ein 25 Meter tiefer Tunnel, der Beginn einer zweiten unterirdischen Struktur und gleichzeitig Waffen sowie Material für Sprengsätze wenige Kilometer vom israelischen Kernland entfernt sind genau jene Kombination, die Sicherheitsbehörden untersuchen müssen, bevor daraus eine einsatzfähige TerrorinfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen werden kann.
Nicht Gaza, aber auch keine theoretische Gefahr
Kalkilia liegt unmittelbar an der israelischen Sicherheitsbarriere und nur eine kurze Fahrt von Kfar Saba sowie wichtigen Verkehrsachsen Zentralisraels entfernt. Nach Bekanntwerden des Fundes warnte Kfar Sabas Bürgermeister Rafi Saar, zugleich Vorsitzender des Forums der Gemeinden entlang der Nahtlinie, vor einer konkreten Sicherheitsbedrohung. Es handele sich nicht um eine theoretische Warnung, sondern um eine Realität, die entschlossenes Handeln erforderlich mache; man dürfe nicht auf den nächsten Vorfall warten.
Die Sorge kommt nicht aus dem Nichts. haOlam berichtete bereits im Juni über einen bei A-Zaim nahe JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen entdeckten Tunnel. Auch dort blieb der konkrete Zweck zunächst Gegenstand der Ermittlungen. Der aktuelle Fund in Kalkilia besitzt jedoch eine zusätzliche Brisanz: Hier wurden nicht nur Grabungsarbeiten entdeckt, sondern im selben Komplex gleichzeitig Schusswaffen, Munition und Material gefunden, das für Sprengsätze verwendet werden kann. Damit stellt sich nicht nur die Frage, wohin gegraben wurde, sondern welche Infrastruktur dort insgesamt aufgebaut werden sollte.
Seit dem Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen ist die Bedeutung unterirdischer Infrastruktur für Israels Sicherheitsplanung kaum noch theoretisch zu behandeln. Hamas verwandelte Tunnel im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen über Jahre in Transportwege, Waffenlager, Kommandoanlagen und Ausgangspunkte für Angriffe. Daraus folgt nicht, dass jeder Tunnel in Judäa und Samaria automatisch ein Hamas-Tunnel oder eine geplante Infiltrationsroute ist. Es erklärt aber, warum Israel bei solchen Funden nicht warten kann, bis der letzte Meter gegraben und der Zweck zweifelsfrei sichtbar geworden ist.
Gerade die Nähe zu Kfar Saba macht den Fall sicherheitspolitisch so sensibel. Terrorabwehr beginnt nicht erst, wenn ein Bewaffneter eine Grenze überschreitet oder ein Sprengsatz detoniert. Sie beginnt dort, wo Waffen gesammelt, Sprengstoffe vorbereitet und verborgene Infrastruktur geschaffen werden könnte. Die israelische Polizei kündigte entsprechend an, weiter offensiv nach Grabungsanlagen und Waffeninfrastruktur in Samaria zu suchen und Verantwortliche strafrechtlich zu verfolgen.
Ob der Tunnel von Kalkilia tatsächlich für Terrorzwecke vorgesehen war, müssen die Ermittler beweisen. Dass 25 Meter unter der Erde gegraben wurde, daneben bereits eine zweite Grabung begann und am selben Ort Scharfschützengewehr, M16, Munition und Sprengstoffmaterial lagen, ist hingegen keine Vermutung. Das wurde gefunden.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 24 September 2026