In eigener Sache
haOlam.de braucht zwischendurch zusätzliche Hilfe
Einige helfen haOlam.de bereits verlässlich jeden Monat. Dafür sind wir dankbar. Für aktuelle Rechnungen reicht es gerade trotzdem nicht. Schon 10 oder 20 Euro helfen spürbar, damit haOlam.de weiterlaufen kann. Wer mehr geben kann, hilft natürlich besonders.
Mehr als 100 Extremisten randalieren in Jalud: Israels Sicherheitskräfte werden selbst zum Ziel

Mehr als 100 Extremisten randalieren in Jalud: Israels Sicherheitskräfte werden selbst zum Ziel


Mehr als 100 israelische Extremisten haben in der Nacht bei Jalud in Samaria Straßen blockiert, Reifen und palästinensisches Eigentum angezündet und Steine auf israelische Sicherheitskräfte geworfen. Drei Grenzpolizisten wurden verletzt. Die Gewalt verhinderte zugleich die gerichtlich angeordnete Rückkehr einer palästinensischen Familie in ihr Haus.

Mehr als 100 Extremisten randalieren in Jalud: Israels Sicherheitskräfte werden selbst zum Ziel
Bildnachweis: Symbolbild / KI

In der Nacht zum Dienstag ist die Lage rund um das palästinensische Dorf Jalud südlich von Nablus massiv eskaliert. Jalud liegt in SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen, dem nördlichen Teil von Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen. Nach gemeinsamen Angaben der israelischen Armee und der Polizei versammelten sich dort mehr als 100 israelische Randalierer, blockierten Straßen, entzündeten Reifen und warfen Steine auf Sicherheitskräfte.

Dabei wurden drei Angehörige der Grenzpolizei leicht verletzt. Auch ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte wurde beschädigt. Zudem brannten palästinensische Gebäude, Fahrzeuge und weiteres Eigentum.

Die Sicherheitskräfte setzten Mittel zur Auflösung der Ausschreitungen ein. Nach aktualisierten israelischen Medienberichten wurden drei jüdische Verdächtige festgenommen, darunter zwei Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren. Die Ermittlungen laufen. Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Polizei und Spurensicherung sollten anschließend unter Schutz der IDF in das Gebiet zurückkehren, um Beweise zu sichern und Zeugen zu befragen.

Die Armee verurteilte die Gewalt ausdrücklich. Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Beschädigung von Eigentum seien nicht hinnehmbar. Solche Vorfälle, so die IDF, lenkten Kräfte ab, destabilisierten die Region und beeinträchtigten unmittelbar die Verteidigungsarbeit und Terrorismusbekämpfung der Sicherheitskräfte.

Gerade dieser Punkt ist für IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen von erheblicher Bedeutung.

Judäa und Samaria gehören derzeit zu den sensibelsten Sicherheitsräumen des Landes. Die IDF hat ihre Präsenz dort wegen palästinensischer TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Einzeltäteranschlägen und anhaltender Spannungen deutlich verstärkt. Wenn Soldaten und Grenzpolizisten gleichzeitig eingesetzt werden müssen, um israelische Extremisten daran zu hindern, Häuser anzuzünden oder eigene Sicherheitskräfte mit Steinen anzugreifen, fehlen diese Kräfte an anderer Stelle.

Gericht ordnete Rückkehr der Familie an

Der unmittelbare Anlass für die Ausschreitungen war besonders brisant.

Israelische Sicherheitskräfte wollten einer palästinensischen Familie ermöglichen, zu ihren Häusern bei Jalud zurückzukehren. Die Familie Tubasi hatte das Gebiet im Juli verlassen, nachdem sie nach eigener Darstellung über Monate von extremistischen israelischen Aktivisten bedrängt worden war.

Der Fall beschäftigt inzwischen auch Israels Obersten Gerichtshof.

Anfang September ordnete das Gericht an, dass israelische Behörden innerhalb von 14 Tagen die Rückkehr dreier palästinensischer Antragsteller und ihrer Familien in ihre Häuser ermöglichen und für ihre Sicherheit sorgen sollten.

Die Richter stellten zugleich kritische Fragen an Armee und Polizei. Sie verlangten Erklärungen dafür, weshalb trotz bekannter Verdächtiger, Fahrzeugdaten, Fotos und wiederholter Vorfälle nur begrenzt strafrechtlich durchgegriffen worden war.

Die Rückkehr sollte nun unter israelischem Schutz stattfinden.

Genau das wollten die Randalierer offenbar verhindern.

Nach israelischen Medienberichten waren zuvor in Gruppen extremistischer Aktivisten Aufrufe verbreitet worden, nach Jalud zu kommen und die Rückkehr der Familie zu blockieren. Daraufhin strömten zahlreiche Aktivisten in das Gebiet.

Sie errichteten Hindernisse, entzündeten Reifen und griffen die Sicherheitskräfte an.

Die Rückkehr der Familie musste schließlich abgebrochen werden.

Nach palästinensischen Angaben wurde zudem eines der Häuser der Familie in Brand gesetzt. Israelische Sicherheitsbehörden bestätigten, dass palästinensische Gebäude und weiteres Eigentum während der Ausschreitungen angezündet wurden. Welche Täter für welche konkreten Brandstiftungen verantwortlich sind, ist Gegenstand der Ermittlungen.

Der Konflikt um Jalud schwelt bereits seit Monaten.

Schon im Juli und August kam es dort und im benachbarten Kusra wiederholt zu gewaltsamen Vorfällen. Israelische Extremisten drangen nach Angaben der IDF in palästinensische Häuser ein, errichteten nicht genehmigte Außenposten und beschädigten Eigentum.

Ende August wurde auch ein Team des amerikanischen Senders NBC bei Jalud angegriffen. Maskierte Männer schlugen nach übereinstimmenden Berichten mit Stöcken auf Journalisten und eine palästinensische Frau ein. Mehrere Menschen wurden verletzt.

haOlam berichtete Anfang September über die erste Festnahme nach den schweren Ausschreitungen im benachbarten Kusra. Bereits damals war der entscheidende Punkt derselbe: Die große Mehrheit der Israelis in Judäa und Samaria darf nicht kollektiv für die Taten extremistischer Gewalttäter verantwortlich gemacht werden. Umgekehrt darf tatsächliche Gewalt nicht verharmlost werden, nur weil die Täter Juden oder Israelis sind.

Israel kann von palästinensischen Behörden nicht Rechtsstaatlichkeit und die Bekämpfung von Terror verlangen und zugleich dulden, dass israelische Extremisten eigene Regeln schaffen.

Sa’ar: „Sie schaden Israel“

Die Reaktionen aus Israel fielen am Dienstag ungewöhnlich deutlich aus.

Außenminister Gideon Sa’ar bezeichnete die Ausschreitungen als „schwerwiegend und abscheulich“. Menschen, die solche Straftaten begingen, Soldaten und Grenzpolizisten beschäftigten und sie sogar verletzten, seien Kriminelle, gegen die mit der vollen Härte des Gesetzes vorgegangen werden müsse.

Sa’ar brachte den Schaden in drei kurzen Sätzen auf den Punkt: Die Täter schadeten israelischen Werten, sie schadeten der jüdischen Besiedlung und sie schadeten Israel.

Auch Präsident Isaac Herzog verurteilte die Ausschreitungen scharf. Brandstiftung, Steinwürfe sowie Angriffe auf Soldaten und Grenzpolizisten seien durch nichts zu rechtfertigen. Er sprach von einem moralischen Makel und einem Angriff auf den Rechtsstaat.

Die Ereignisse zeigen zugleich, warum eine klare sprachliche Trennung notwendig bleibt.

Nicht „die Siedler“ haben Jalud angegriffen.

Mehr als eine halbe Million Israelis leben in Judäa und Samaria. Die überwältigende Mehrheit beteiligt sich nicht an solchen Ausschreitungen. Wer sämtliche Bewohner jüdischer Gemeinden für die Taten extremistischer Gruppen verantwortlich macht, betreibt ebenfalls eine unzulässige Kollektivierung.

Hier geht es um konkrete Täter.

Um Menschen, die Straßen blockierten, Eigentum anzündeten, Steine warfen und israelische Sicherheitskräfte verletzten.

Diese Taten müssen untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Das ist keine Schwächung der israelischen Position in Judäa und Samaria. Es ist ihre Voraussetzung.

Israel steht in der Region einer realen terroristischen Bedrohung gegenüber. HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen und andere Terrororganisationen versuchen seit Jahren, auch Judäa und Samaria zu einer größeren Front gegen Israel auszubauen. Sicherheitskräfte vereiteln Anschläge, beschlagnahmen Waffen und zerschlagen Terrorzellen.

Jeder Soldat, der stattdessen israelische Randalierer auseinanderhalten muss, fehlt möglicherweise bei genau diesen Aufgaben.

Schon im August sagte ein israelischer Sicherheitsvertreter nach ähnlichen Ereignissen in Kusra, zusätzliche Einheiten müssten sich mit illegalen Außenposten und gewalttätigen Aktivisten befassen, obwohl sie eigentlich zur Terrorismusbekämpfung in die Region verlegt worden seien.

Die Ausschreitungen von Jalud machen dieses Problem erneut sichtbar.

Ein Staat verliert nichts, wenn er Extremisten aus den eigenen Reihen stoppt.

Er schützt damit seine Bürger, seine Soldaten und seine eigene Autorität.




Autor: Redaktion
Dienstag, 29 September 2026

haOlam unterstützen

haOlam ist auf die Unterstützung seiner Leserinnen und Leser angewiesen. Jeder Beitrag hilft, unabhängige Berichterstattung weiterzuführen.

Sie benötigen nicht zwingend ein PayPal-Konto. Im nächsten Schritt kann je nach PayPal-Anzeige auch eine Zahlung per Karte angeboten werden.

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen, nutzen aber kein PayPal? Schreiben Sie uns kurz, wir melden uns mit den passenden Möglichkeiten.

empfohlene Artikel
weitere Artikel von: Redaktion
Newsletter


meistgelesene Artikel der letzten 7 Tage