Israel und Griechenland versenken Kriegsschiff, deutliche Botschaft an die TürkeiIsrael und Griechenland versenken Kriegsschiff, deutliche Botschaft an die Türkei
Vor Kreta demonstrieren israelische und griechische Marineeinheiten ihre gemeinsame Schlagkraft. Das Manöver folgt unmittelbar auf neue türkische Machtansprüche im Mittelmeer.

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IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen und Griechenland haben bei einer gemeinsamen Marineübung im östlichen Mittelmeer scharfe Lenkflugkörper eingesetzt und ein ausgemustertes Kriegsschiff versenkt. Das Manöver fand am 21. Oktober 2026 nördlich der griechischen Insel Kreta statt. Neben zwei israelischen Raketenbooten waren zahlreiche Einheiten der griechischen Marine beteiligt. Die Übung verdeutlicht, wie eng beide Staaten inzwischen militärisch zusammenarbeiten. Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Nur einen Tag zuvor hatte das Parlament im Osten Libyens ein umstrittenes Seegrenzenabkommen mit der Türkei gebilligt.
Nach Angaben der griechischen Marine wurden bei der Übung israelische Lenkflugkörper der Typen Spike NLOS und Spike ER erfolgreich von griechischen Kriegsschiffen abgefeuert. Beteiligt waren unter anderem ein Kanonenboot der Machitis-Klasse und ein Spezialkräfteboot des Typs Mark V. Auch die israelischen Raketenboote führten eigene Lenkwaffenschüsse durch. Begleitet wurde das Manöver von Fregatten, U-Booten, Hubschraubern und weiteren Luftstreitkräften.
Als Ziel diente die bereits außer Dienst gestellte griechische FregatteBouboulina(F-463). Das Kriegsschiff wurde zunächst mit Lenkflugkörpern angegriffen und schließlich durch einen SUT-Torpedo eines griechischen U-Bootes versenkt. Es handelte sich somit nicht um ein feindliches Schiff, sondern um ein vorbereitetes Übungsziel. Die griechische Marine bestätigte den Ablauf in einer offiziellen Mitteilung vom 23. Oktober.
Anwesend waren der israelische Marinekommandeur Eyal Harel, sein griechischer Amtskollege Dimitrios-Eleftherios Kataras sowie Griechenlands Generalstabschef Dimitrios Choupis. Beide Marinen trainierten nicht nur Waffenangriffe, sondern auch die gemeinsame Erkennung maritimer Bedrohungen, die Koordination von Schiffsverbänden und das Vorgehen bei offensiven und defensiven Einsätzen.
Die Türkei erhöht den Druck, Israel und Griechenland demonstrieren Stärke
Die politische Bedeutung des Manövers ergibt sich aus einer Entwicklung, über die haOlam.de bereits am 21. Oktober ausführlich berichtete. Das Parlament im Osten Libyens hatte am 20. Oktober ein bereits 2019 zwischen Ankara und Tripolis geschlossenes Seegrenzenabkommen gebilligt. Damit erhielt die türkische Regierung zusätzliche politische Unterstützung für ihre umstrittenen Ansprüche im östlichen Mittelmeer.
Das Abkommen legt maritime Zuständigkeitszonen zwischen der Türkei und Libyen fest, obwohl dazwischen griechische Inseln liegen. Griechenland und die Europäische Union weisen die Vereinbarung zurück. Auch Israel hat die jüngste Entscheidung ausdrücklich kritisiert.
Der Streit betrifft nicht nur die Aufteilung möglicher Erdgasvorkommen. Ankara beansprucht Einfluss in Seegebieten, durch die wichtige Energieverbindungen verlaufen sollen. Dazu gehört der geplante Great Sea Interconnector, eine Stromverbindung zwischen Griechenland und Zypern, die perspektivisch bis nach Israel reichen soll. Türkische Einwände gegen maritime Untersuchungen haben die Umsetzung solcher Projekte bereits erschwert.
Damit berühren die türkischen Ansprüche unmittelbar israelische Interessen. Israel benötigt sichere Handelswege, verlässliche Energieverbindungen und die Möglichkeit, seine wirtschaftlichen und militärischen Aktivitäten im Mittelmeer ohne unrechtmäßige Einschränkungen auszuüben.
Das gemeinsame Manöver vor Kreta lässt sich deshalb auch als Abschreckungssignal gegenüber Ankara verstehen. Die israelischen Streitkräfte haben die Übung allerdings nicht ausdrücklich als Warnung an die Türkei bezeichnet. Die zeitliche Nähe zur libyschen Entscheidung allein beweist keine gezielte Reaktion. Sie verleiht der Demonstration militärischer Zusammenarbeit jedoch besondere politische Bedeutung.
Für Israel und Griechenland ist entscheidend, dass ihre Kooperation nicht mehr auf diplomatische Erklärungen beschränkt bleibt. Beide Marinen üben inzwischen den gemeinsamen Einsatz unterschiedlicher Waffensysteme unter realitätsnahen Bedingungen. Das erhöht ihre Fähigkeit, im Krisenfall abgestimmt zu handeln.
Aus dem Militärabkommen wird praktische Zusammenarbeit
Die Übung ist kein isoliertes Ereignis. Bereits im Dezember 2025 vereinbarten Israel, Griechenland und Zypern einen gemeinsamen militärischen Arbeitsplan für 2026. haOlam.de berichtete damals über die geplanten Manöver, Ausbildungsprogramme und Gespräche über eine mögliche schnelle Eingreiftruppe. Diskutiert wurde ein Verband mit rund 2.500 Soldaten aus den drei Staaten. Eine endgültige Entscheidung über dessen Aufstellung ist bislang nicht bestätigt.
Inzwischen wird deutlich, welche praktische Bedeutung die vereinbarte Zusammenarbeit erhält. Die griechische Marine erprobt israelische Waffentechnologie, während beide Streitkräfte ihre Einsatzverfahren aufeinander abstimmen. Für Israel bedeutet das eine engere sicherheitspolitische Partnerschaft mit europäischen Staaten, die im Mittelmeer eigene strategische Interessen verfolgen.
Hinzu kommt die zunehmende Verschlechterung der Beziehungen zwischen JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen und Ankara. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan unterstützt die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen politisch und hat seine Angriffe gegen Israel seit dem Terroranschlag vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen erheblich verschärft. Gleichzeitig versucht die Türkei, ihren militärischen und wirtschaftlichen Einfluss im östlichen Mittelmeer auszubauen.
Griechenland und Zypern betrachten diese Entwicklung ebenfalls mit Sorge. Beide Staaten stehen seit Jahrzehnten mit Ankara im Streit über maritime Rechte und Sicherheitsfragen. Die Zusammenarbeit mit Israel eröffnet ihnen zusätzliche militärische Möglichkeiten und stärkt zugleich Israels Position in einer strategisch wichtigen Region.
Während des Manövers trafen sich die beiden Marinekommandeure an Bord der griechischen FregattePsara. Nach Angaben der griechischen Marine besprachen sie aktuelle Sicherheitsherausforderungen, die Freiheit der Schifffahrt und eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit. Auch neue Technologien und gemeinsame maritime Operationen standen auf der Tagesordnung.
Der israelische Marinekommandeur Harel bezeichnete die Partnerschaft mit Griechenland als erheblichen militärischen Vorteil. Sie verbessere die Fähigkeit beider Staaten, gemeinsam offensiv und defensiv zu handeln und die Sicherheit der Schifffahrt im Mittelmeer zu gewährleisten.
Die Versenkung derBouboulinalieferte eindrucksvolle Bilder, doch militärisch wichtiger ist die Fähigkeit beider Marinen, ihre Kräfte gemeinsam einzusetzen. Während Ankara seinen Einfluss durch umstrittene maritime Vereinbarungen auszuweiten versucht, bauen Israel und Griechenland ihre militärische Zusammenarbeit konkret aus. Das verändert nicht automatisch die rechtlichen Verhältnisse im Mittelmeer, erhöht aber die sicherheitspolitischen Handlungsmöglichkeiten beider Staaten.
Für Israel ist diese Entwicklung besonders bedeutsam. Seine Sicherheit hängt nicht allein von den Grenzen zu den unmittelbaren Nachbarstaaten ab. Auch die Abwehr maritimer Bedrohungen, der Schutz von Energieanlagen und die Freiheit internationaler Handelswege gehören zu den strategischen Interessen des jüdischen Staates. Mit Griechenland und Zypern verfügt Jerusalem über Partner, die diese Interessen in wesentlichen Punkten teilen.
Autor: Redaktion
Sonntag, 25 Oktober 2026