Hamas-Kommandeur getötet: Er hielt Noa Argamani und weitere Geiseln gefangenHamas-Kommandeur getötet: Er hielt Noa Argamani und weitere Geiseln gefangen
Israel hat im Gazastreifen einen Hamas-Kommandeur getötet, der nach Angaben der Armee an der Gefangenhaltung von mindestens zwölf israelischen Geiseln beteiligt war. Unter ihnen waren Noa Argamani, Emily Hand und Ohad Ben Ami. Die Streitkräfte werfen ihm außerdem vor, trotz der Waffenruhe neue Angriffe vorbereitet zu haben.

Bildnachweis: IDF
Die israelischen Streitkräfte haben einen HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Kommandeur getötet, der nach ihren Erkenntnissen an der Gefangenhaltung zahlreicher israelischer Geiseln beteiligt war. Ihab Jamil Abu Taqiya, ein Gruppenführer im militärischen Arm der Terrororganisation HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen, wurde am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, bei einem israelischen Luftangriff im Raum Nuseirat im zentralen GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen getötet. Das teilten die israelische Armee und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet am Freitag mit.
Abu Taqiya soll während der ersten Phase des Krieges an der Bewachung und Gefangenhaltung von mindestens zwölf Menschen beteiligt gewesen sein, die beim Hamas-Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen 2023 nach Gaza verschleppt worden waren. Zu den von der Armee genannten Geiseln gehören Noa Argamani, Emily Hand, Ohad Ben Ami, Raya Rotem und ihre Tochter Hila Rotem Shoshani. Auch Andrey Kozlov, Shlomi Ziv und Almog Meir Jan, die im Juni 2024 bei einer israelischen Militäroperation aus Nuseirat gerettet wurden, stehen auf der Liste.
Weitere von der Armee genannte Geiseln sind Maxim Herkin, Yosef Haim Ohana, Segev Kalfon und Alexander Lobanov. Letzterer wurde während seiner Gefangenschaft von der Hamas ermordet. Sein Leichnam wurde im September 2024 im Gazastreifen gefunden.
Die israelischen Sicherheitsbehörden machten keine näheren Angaben dazu, wann und an welchen Orten Abu Taqiya die einzelnen Menschen bewacht haben soll. Die Aufzählung bedeutet daher nicht, dass sämtliche Geiseln gleichzeitig von ihm festgehalten wurden.
Mit der Tötung des Kommandeurs ist nach Darstellung der israelischen Streitkräfte ein weiterer Angehöriger der Hamas ausgeschaltet worden, der sowohl an der früheren Geiselhaft als auch an jüngsten militärischen Aktivitäten der Terrororganisation beteiligt war.
Zwei Hamas-Kommandeure bei Luftangriff getötet
Bei demselben Angriff wurde nach israelischen Angaben Ibrahim Gihad Muhammad Abu Oshaiba getötet. Er soll als Zugführer im militärischen Arm der Hamas tätig gewesen sein.
Die Armee wirft beiden Männern vor, während des Krieges Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet und unterstützt zu haben. Insbesondere in den vergangenen Wochen hätten sie versucht, die militärischen Fähigkeiten der Hamas wiederherzustellen.
IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen bezeichnet diese Aktivitäten als systematische Verletzungen der bestehenden Waffenruhe. Die Luftangriffe seien durchgeführt worden, um die von den beiden Terroristen ausgehende Bedrohung zu beseitigen.
Nach Angaben der Streitkräfte wurden vor dem Angriff Maßnahmen getroffen, um das Risiko für unbeteiligte Zivilisten zu verringern. Dazu gehörten der Einsatz präzisionsgelenkter Munition und die Überwachung des Zielgebiets aus der Luft. Eine unabhängig überprüfbare Einschätzung möglicher ziviler Opfer lag zunächst nicht vor.
Die Angaben zur Identität und zu den Aktivitäten der getöteten Männer stammen von den israelischen Sicherheitsbehörden.
Das Schicksal der Geiseln bleibt Teil des Krieges
Die Namen der von Abu Taqiya festgehaltenen Menschen erinnern an unterschiedliche Schicksale während der Hamas-Geiselhaft.
Noa Argamani wurde am 7. Oktober 2023 vom Nova-Musikfestival entführt. Die Aufnahmen ihrer Verschleppung gingen um die Welt und wurden zu einem der bekanntesten Bilder des Massakers. Am 8. Juni 2024 retteten israelische Spezialkräfte sie gemeinsam mit Andrey Kozlov, Shlomi Ziv und Almog Meir Jan aus der Gefangenschaft in Nuseirat.
Emily Hand war erst acht Jahre alt, als Hamas-Terroristen sie aus dem Kibbuz Be'eri verschleppten. Nach 50 Tagen wurde sie im November 2023 im Rahmen einer Vereinbarung freigelassen.
Andere Geiseln mussten wesentlich länger auf ihre Rückkehr warten. Manche überlebten die Gefangenschaft nicht.
Die jetzt bekannt gewordenen Informationen verdeutlichen, dass die Geiselhaft nicht allein von der obersten Hamas-Führung organisiert wurde. Auch Kommandeure unterhalb der höchsten Führungsebene waren nach Erkenntnissen der israelischen Armee an der Gefangenhaltung und Bewachung verschleppter Menschen beteiligt.
Das ist für die Aufarbeitung der Verbrechen vom 7. Oktober von Bedeutung. Die Verantwortung beschränkt sich nicht auf diejenigen, die den Terrorangriff planten oder persönlich Menschen aus Israel verschleppten. Auch die anschließende jahrelange Gefangenhaltung, Misshandlung und Ermordung von Geiseln gehört zu den Verbrechen der Terrororganisation.
haOlam.de hatte bereits über die Beteiligung von Hamas-Mitgliedern und weiteren Helfern an der Geiselhaft berichtet. Aussagen freigelassener Israelis zeigten dabei, dass die Verschleppten teilweise in Wohnhäusern und sogar medizinischen Einrichtungen untergebracht wurden. Die neuen Angaben über Abu Taqiya ergänzen dieses Bild um einen weiteren namentlich identifizierten Hamas-Kommandeur.
Weitere Hamas-Stellungen angegriffen
Die Tötung der beiden Kommandeure war nicht der einzige israelische Einsatz gegen die Hamas in dieser Woche.
Armee und Schin Bet meldeten außerdem die Zerstörung zweier WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen im Raum Al-Bureij und in Gaza-Stadt. Nach Angaben der Streitkräfte wurden dort zahlreiche Waffen und militärische Ausrüstungsgegenstände aufbewahrt, darunter Panzerabwehrwaffen, Sprengsätze, Raketen, Kalaschnikow-Gewehre, Handgranaten und Munition.
Die Lager seien vom militärischen Arm der Hamas genutzt worden. Die Armee erklärte, vor den Angriffen Warnungen an Zivilisten ausgegeben und weitere Vorkehrungen zur Verringerung ziviler Schäden getroffen zu haben.
Bereits am Mittwoch hatten israelische Streitkräfte nach eigenen Angaben vier weitere Hamas-Terroristen im südlichen Gazastreifen getötet.
Im Raum Khan Yunis wurde Muhammad Alian Biyuk angegriffen, den die Armee der Nukhba-Eliteeinheit der Hamas zuordnet. Bei einem weiteren Einsatz im Raum Rafah starben nach israelischen Angaben drei Mitglieder des militärischen Hamas-Arms, darunter ein Kommandeur.
Auch diesen Männern werfen die Sicherheitsbehörden vor, an der Vorbereitung neuer Angriffe und dem Wiederaufbau militärischer Strukturen beteiligt gewesen zu sein.
Die israelische Armee betonte, dass ihre Einheiten im Gazastreifen weiterhin entsprechend der Vereinbarung über die Waffenruhe stationiert seien. Man werde gegen unmittelbare Bedrohungen der Soldaten und der israelischen Bevölkerung vorgehen.
Damit bleibt die Frage nach der tatsächlichen Umsetzung der Waffenruhe zentral. Während die Vereinbarung weitere Kampfhandlungen begrenzen soll, wirft Israel der Hamas vor, ihre militärischen Fähigkeiten erneut aufzubauen und damit die Grundlagen für weitere Angriffe zu schaffen.
Die Hamas hat mit dem Massaker vom 7. Oktober und der anschließenden Geiselhaft gezeigt, welche Gefahr von ihrer militärischen Organisation ausgeht. Aus israelischer Sicht ist deshalb entscheidend, dass die Terrororganisation nicht erneut über die Möglichkeiten verfügt, einen vergleichbaren Angriff vorzubereiten.
Die Tötung von Ihab Jamil Abu Taqiya erinnert zugleich daran, dass die Verbrechen an den israelischen Geiseln nicht mit deren Freilassung oder der Rückführung ihrer Leichname abgeschlossen sind. Ihre Aufarbeitung und die Verantwortung der beteiligten Hamas-Mitglieder bleiben eine zentrale Aufgabe.
Autor: Redaktion
Samstag, 31 Oktober 2026