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Iran spielt auf Zeit: Israel bereitet sich auf neue Angriffe vor

Iran spielt auf Zeit: Israel bereitet sich auf neue Angriffe vor


Während Teheran über sein Atomprogramm verhandelt, halten Israel und die USA militärische Optionen bereit. Nach israelischen Sicherheitseinschätzungen könnte sich die Lage unmittelbar nach den amerikanischen Kongresswahlen zuspitzen. Gleichzeitig bereitet sich Israels Armee auf eine mögliche Offensive gegen die Hamas in Gaza-Stadt vor.

Iran spielt auf Zeit: Israel bereitet sich auf neue Angriffe vor
Bildnachweis: Symbolbild / KI

IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen stellt sich auf eine mögliche neue militärische Eskalation mit dem iranischen Regime ein. Nach Einschätzung israelischer Sicherheitsverantwortlicher versucht Teheran, die Verhandlungen mit Washington hinauszuzögern, ohne grundlegende Zugeständnisse bei seinem Atom- und Raketenprogramm zu machen. Während die amerikanische Regierung dem Regime eine weitere diplomatische Gelegenheit einräumt, werden hinter den Kulissen mögliche neue Angriffe vorbereitet.

Wie die JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise berichtet, rechnen die zuständigen Stellen nicht damit, dass die iranische Führung einer vollständigen Aufgabe ihres Atomprogramms zustimmen wird. Noch weniger erwarten sie einen Verzicht auf die Produktion ballistischer Raketen. Diese stellen nach israelischer Einschätzung inzwischen nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für Europa eine erhebliche Bedrohung dar.

Die iranische Führung steht gleichzeitig unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Sanktionen, Kriegskosten und die Folgen der militärischen Auseinandersetzung belasten das Land. Trotzdem gelang es den Sicherheitsorganen der Islamischen Republik nach israelischer Darstellung zuletzt, neue Protestbewegungen frühzeitig zu unterdrücken und die Organisation größerer Demonstrationen zu verhindern.

Für Jerusalem ergibt sich daraus eine schwierige Lage: Das Regime ist wirtschaftlich geschwächt, verfügt aber weiterhin über militärische Fähigkeiten und einen Sicherheitsapparat, der seine Herrschaft absichert.

Der 3. November könnte zum Wendepunkt werden

Besonders aufmerksam beobachten israelische Sicherheitskreise die amerikanischen Kongresswahlen am Dienstag, dem 3. November. Nach ihrer Einschätzung wird US-Präsident Donald Trump vor diesem Termin keine neue größere Militäraktion gegen den Iran anordnen, solange keine unmittelbar bevorstehende iranische Überraschungsattacke erkannt wird.

Das amerikanische Regionalkommando CENTCOM hat dennoch Vorbereitungen für mögliche neue Einsätze getroffen. Berichten zufolge haben amerikanische und israelische Militärplaner gemeinsame Optionen für weitere Angriffe auf iranische Ziele ausgearbeitet.

Bereits am 22. Oktober war bekannt geworden, dass entsprechende Planungen unter anderem iranische Atomanlagen, RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und militärische Infrastruktur betreffen könnten. Nach Medienberichten wird über eine kurze, intensive Angriffswelle nachgedacht.

Die Vorbereitungen bedeuten allerdings noch keine Entscheidung für einen neuen Kriegseinsatz. Militärische Planungen können zugleich dazu dienen, den Druck auf einen Verhandlungspartner zu erhöhen.

Dass diese Überlegungen über gewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen hinausgehen, zeigen Berichte über amerikanische Warnungen an mehrere GolfstaatenStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen. Nach Informationen von Associated Press und anderen Medien wurden regionale Partner aufgefordert, sich auf mögliche neue Angriffe und iranische Vergeltungsmaßnahmen nach dem 3. November vorzubereiten.

Gleichzeitig versuchen Vermittler aus Katar, einen erneuten Kriegsausbruch zu verhindern. Am Samstag trafen iranische Unterhändler in Doha zu weiteren Gesprächen ein. Bereits am Freitag hatten iranische und katarische Vertreter mehr als zwölf Stunden in Teheran verhandelt. Die Kontakte werden nach Angaben beteiligter Diplomaten mit Washington abgestimmt.

Damit laufen zwei Prozesse nebeneinander: diplomatische Bemühungen um eine Einigung und militärische Vorbereitungen für den Fall ihres Scheiterns.

Ein Teil der Berichte spricht sogar von Fortschritten bei den indirekten Gesprächen. Demnach stehen mögliche Vereinbarungen zum iranischen Atomprogramm, zur Schifffahrt durch die Straße von Hormus und zu wirtschaftlichen Zugeständnissen im Raum. Eine bestätigte Einigung gibt es bislang nicht.

Iran versucht, den amerikanischen Wahlkalender auszunutzen

Die Vermutung israelischer Sicherheitsverantwortlicher, Teheran spiele bewusst auf Zeit, wird durch frühere Aussagen iranischer Funktionäre gestützt.

Reuters berichtete bereits am 20. Oktober unter Berufung auf mehrere hochrangige iranische Quellen, die Führung in Teheran habe die Verhandlungen absichtlich verlängert, um Donald Trump vor den amerikanischen Zwischenwahlen keinen außenpolitischen Erfolg zu ermöglichen.

Demnach rechnet das Regime selbst mit möglichen neuen amerikanischen oder israelischen Angriffen. Gleichzeitig soll es darauf setzen, dass steigende Energiepreise und die wirtschaftlichen Folgen des Krieges die innenpolitische Lage der amerikanischen Regierung erschweren.

Diese Darstellung beruht auf anonymen Quellen aus dem iranischen Machtapparat. Sie ist keine offizielle Erklärung Teherans. Sie passt jedoch zu der israelischen Einschätzung, dass die Verhandlungen auch als politisches Druckmittel genutzt werden.

Die iranische Regierung stellt ihre Position anders dar. Sie fordert unter anderem eine Aufhebung der amerikanischen Seeblockade, die Freigabe eingefrorener Gelder und Garantien für weitere Verhandlungen. Teheran argumentiert außerdem, dass es nach früheren amerikanisch-israelischen Angriffen während diplomatischer Kontakte erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit Washingtons habe.

Die Gegensätze betreffen somit nicht nur das Atomprogramm, sondern auch die Reihenfolge möglicher Zugeständnisse und die Frage, welche Sicherheitsgarantien beide Seiten verlangen.

Für Israel bleibt entscheidend, dass eine Vereinbarung nicht lediglich Zeit für den Wiederaufbau iranischer Militärkapazitäten schafft. Das Atomprogramm, die Herstellung ballistischer Raketen und die Unterstützung bewaffneter Organisationen gehören zu den zentralen sicherheitspolitischen Problemen, die durch einen begrenzten diplomatischen Kompromiss nicht automatisch verschwinden.

Auch die militärische Lage zeigt, weshalb Jerusalem diese Fragen ernst nimmt. Iran hat während des Krieges amerikanische Einrichtungen und Stützpunkte in mehreren Golfstaaten angegriffen. Eine aktuelle Untersuchung der Associated Press dokumentiert erhebliche Schäden an Radaranlagen, Flugzeugen und anderer militärischer Infrastruktur.

Die Gefahr iranischer Vergeltung beschränkt sich damit keineswegs auf Israel.

Gaza: Ohne Entwaffnung droht die nächste Offensive

Parallel zu den Entwicklungen gegenüber Iran bereitet sich die israelische Armee auf eine mögliche neue Operation im GazastreifenPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen vor.

Nach Angaben der Jerusalem Post gehen israelische Militärverantwortliche davon aus, dass die Terrororganisation HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen ihre Waffen nicht freiwillig abgeben wird. Vertreter des Südkommandos erklärten gegenüber dem Nachrichtendienst Walla, die Hamas habe sich von Vorschlägen entfernt, ihre Waffen innerhalb des Gazastreifens an festgelegten Orten unter Kontrolle abzugeben.

Deshalb werde inzwischen eine mögliche Bodenoperation vorbereitet, die auf die Einnahme von Gaza-Stadt und die Zerschlagung dortiger Terrorinfrastruktur abzielen könnte.

Es handelt sich um militärische Vorbereitungen und eine Lageeinschätzung, nicht um die Bestätigung eines bereits erteilten Einsatzbefehls.

Unabhängig davon, welche Regierung nach der israelischen Parlamentswahl gebildet wird, bleibt die Frage der Hamas-Entwaffnung ungelöst. Nach israelischen Erkenntnissen versucht die Terrororganisation, ihre bewaffneten Strukturen wiederaufzubauen und die Kontrolle über Teile des Gazastreifens zu festigen.

haOlam.de hatte bereits mehrfach über diesen Widerspruch berichtet. Im September stellten wir den geplanten Wiederaufbau im Umfang von 2,45 Milliarden Dollar vor. Die entscheidende Voraussetzung war damals wie heute die Entwaffnung der Hamas und die Übertragung der Regierungsgewalt auf eine andere Verwaltung.

Auch der geplante Wiederaufbau von Rafah steht vor dieser Grundfrage.

Nach israelischen Sicherheitseinschätzungen könnte Washington nach den amerikanischen Wahlen erneut Druck machen, das Vorhaben voranzubringen. Geplant ist eine zunächst begrenzte, von den Vereinigten Arabischen Emiraten finanzierte neue palästinensische Siedlungsstruktur in einem Gebiet, das unter weitgehender operativer Kontrolle der israelischen Streitkräfte steht.

Die erste Phase soll nach dem ursprünglichen Konzept Zehntausenden Menschen eine neue Wohnmöglichkeit bieten. Israelische Soldaten untersuchen das Gelände weiterhin auf Blindgänger, Sprengsätze und terroristische Infrastruktur.

Innerhalb des israelischen Sicherheitsapparats bestehen jedoch erhebliche Vorbehalte gegen einen Wiederaufbau, solange Hamas ihre Waffen, Tunnel und militärischen Fähigkeiten behält.

Die Sorge ist nachvollziehbar: Neue Gebäude, Straßen und Versorgungseinrichtungen könnten erneut von der Terrororganisation genutzt werden, falls diese ihre bewaffnete Herrschaft nicht tatsächlich aufgibt.

Eine dauerhafte Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Gazastreifen setzt deshalb nicht nur finanzielle Mittel voraus, sondern auch eine politische und sicherheitspolitische Neuordnung.

Zwei Konflikte, eine grundlegende Sicherheitsfrage

Die neuen Einschätzungen zeigen, wie eng die Bedrohungen durch das iranische Regime und die Hamas miteinander verbunden bleiben.

Iran unterstützt seit Jahrzehnten bewaffnete Organisationen, die Israel angreifen. Die Hamas wiederum hat mit dem Massaker vom 7. Oktober7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen 2023 und der anschließenden Geiselhaft die schwerste terroristische Katastrophe in der Geschichte des jüdischen Staates verursacht.

In beiden Fällen steht Israel vor der Frage, wie verhindert werden kann, dass militärisch geschwächte Gegner ihre Fähigkeiten während einer Waffenruhe oder diplomatischer Verhandlungen wiederherstellen.

Gegenüber Teheran geht es um das Atomprogramm, ballistische Raketen und die militärischen Möglichkeiten des Regimes. Im Gazastreifen geht es um die Entwaffnung einer Terrororganisation, die ihre Herrschaft und ihre militärische Infrastruktur nicht aufgeben will.

Dabei sind die Ausgangslagen unterschiedlich. Eine neue Operation gegen Iran könnte erhebliche Folgen für die gesamte Golfregion und die internationale Energieversorgung haben. Ein erneuter großer Einsatz in Gaza-Stadt würde zusätzliche Gefahren für israelische Soldaten und die dortige Zivilbevölkerung mit sich bringen.

Die Entscheidungen darüber müssen deshalb anhand konkreter Bedrohungen, militärischer Erfordernisse und ihrer möglichen Folgen getroffen werden.

Der politische Kalender macht die Situation zusätzlich kompliziert. Israel muss nach seiner Parlamentswahl eine neue Regierung bilden, während die Vereinigten Staaten unmittelbar vor ihren Kongresswahlen stehen.

Für die israelischen Sicherheitsbehörden ändert das jedoch nichts an der grundlegenden Aufgabe: Die militärischen Fähigkeiten des iranischen Regimes und der Hamas müssen weiterhin beobachtet und bewertet werden, unabhängig davon, welche politischen Entscheidungen in Jerusalem oder Washington getroffen werden.

Die kommenden Tage könnten zeigen, ob die Verhandlungen mit Teheran zu überprüfbaren Zugeständnissen führen oder ob der Konflikt erneut militärisch eskaliert. Gleichzeitig bleibt in Gaza die entscheidende Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden unerfüllt: Die Hamas ist weiterhin bewaffnet.

Die beiden Konflikte lassen sich nicht allein durch diplomatische Ankündigungen lösen. Entscheidend wird sein, ob aus Vereinbarungen tatsächliche Veränderungen entstehen, die Israels SicherheitStaatsräson: Bedeutung und Israels SicherheitStaatsräson meint ein grundlegendes Staatsinteresse, das als besonders wichtig für Bestand, Sicherheit oder Verantwortung eines Staates gilt. In Deutschland wird der Begriff häufig mit der Sicherheit Israels verbunden.Mehr lesen dauerhaft verbessern und eine erneute Eskalation verhindern.





Autor: Redaktion
Montag, 02 November 2026

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