UNO entscheidet am Holocaust Gedenktag, was Juden dürfen

UNO entscheidet am Holocaust Gedenktag, was Juden dürfen


Bei der Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen in New York wird ein jüdischer Besucher ausgeschlossen. Die UNO greift wegen einer israelischen Flagge ein und legt damit fest, welche Form jüdischer Identität akzeptiert wird.

Julian Voloj wurde im Gebäude der Vereinten Nationen in New York an der Teilnahme an der offiziellen HolocaustShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen Gedenkveranstaltung gehindert. Voloj ist der Enkel von Holocaust Überlebenden und wollte wie in den vergangenen Jahren an der Zeremonie in der Generalversammlung teilnehmen.

Der Ausschluss erfolgt nach einem Eingreifen der UN Sicherheitskräfte an der Sicherheitskontrolle. Dort wird die jüdische Besucherin Lizzy Savetsky angehalten, weil sie einen Blazer mit einer israelischen Flagge trägt. Die Sicherheitsbeamten erklären ihr, dass sie mit diesem Symbol keinen Zutritt zur Veranstaltung erhält. Erst nachdem sie das Kleidungsstück ablegt, darf sie das Gebäude betreten.

Der Vorgang bleibt nicht folgenlos. Als Voloj beginnt, das Geschehen mit seinem Mobiltelefon zu fotografieren, greift ein Sicherheitsbeamter ein. Nach seinen Angaben wird er zur Seite geführt, sein Telefon wird ihm abgenommen, per Gesichtserkennung entsperrt und die Aufnahmen werden gelöscht. Anschließend entzieht man ihm den Zugangsausweis. Er wird aus dem UN Gebäude geführt und von der Veranstaltung ausgeschlossen.

Voloj erklärt, dass er nicht in beruflicher Funktion anwesend gewesen sei, sondern ausschließlich als Familienangehöriger. Seine Großmutter überlebte als Jugendliche ein nationalsozialistisches Konzentrationslager in Transnistrien. Seit 2007 habe er nahezu jedes Jahr an der Holocaust Gedenkveranstaltung der UNO teilgenommen.

Der Vorfall verdeutlicht, dass die Vereinten Nationen an diesem Tag nicht nur über Erinnerung entscheiden, sondern faktisch darüber, welche jüdische Identität im eigenen Haus geduldet wird. Sichtbares Judentum, das mit dem Staat IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen verbunden ist, wird unterbunden.

Lizzy Savetsky äußert sich später öffentlich zu dem Vorgang und erklärt, sie sei aufgefordert worden, ihr Judentum vor dem Betreten der Veranstaltung abzulegen. Der Vorgang sei für sie besonders schwer wiegend gewesen, da es sich um einen Gedenktag für die Opfer der Shoah gehandelt habe.

Savetsky ist in den Vereinigten Staaten eine bekannte pro israelische Influencerin. Sie verließ 2022 die Fernsehsendung Real Housewives of New York und begründete diesen Schritt mit antisemitischen Erfahrungen. In mehreren Beiträgen wirft sie der UNO vor, Juden und Israel mit unterschiedlichen Maßstäben zu behandeln.

Nach Angaben Savetskys habe ein UN Mitarbeiter erklärt, dass eine palästinensische Flagge nicht beanstandet worden wäre. Die Vereinten Nationen haben diese Darstellung bislang nicht zurückgewiesen. Eine Stellungnahme zu dem Vorgehen der Sicherheitskräfte liegt nicht vor.

Israel und zahlreiche jüdische Organisationen kritisieren seit Jahren eine systematische Einseitigkeit der Vereinten Nationen gegenüber JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Diese Haltung beschränkt sich nach Ansicht vieler Beobachter nicht auf politische Resolutionen, sondern prägt zunehmend auch das praktische Handeln innerhalb der Organisation.

Während im Plenarsaal Reden über AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen gehalten werden, wird außerhalb des Saals festgelegt, welche jüdischen Symbole als zulässig gelten. Der Ausschluss von Julian Voloj macht diese Widersprüchlichkeit sichtbar.

Voloj erklärte später, der Vorfall habe ihn tief getroffen. Ob er künftig erneut an der Holocaust Gedenkveranstaltung der Vereinten Nationen teilnehmen werde, ließ er offen.




Autor: Redaktion
Mittwoch, 28 Januar 2026

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