Erst Journalist, dann Terrorist: Danon hält der UN ihre Gaza-Anklagen vorErst Journalist, dann Terrorist: Danon hält der UN ihre Gaza-Anklagen vor
Israels UN-Botschafter zeigt dem Sicherheitsrat Bilder von angeblichen Journalisten und UNRWA-Mitarbeitern mit Terrorbezug. Der Fall trifft einen Nerv: In Gaza wurden Israels Kritiker oft schneller mit Anklagen fertig, als die Fakten geprüft waren.

Israels UN-Botschafter Danny Danon hat dem Sicherheitsrat eine unbequeme Frage gestellt: „Terrorist oder Journalist?“ „UNRWAUNRWA: Das UN-Hilfswerk, das den Flüchtlingsstatus vererbtUNRWA ist das 1949 gegründete UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge. Es betreut heute rund 5,9 Millionen registrierte Personen und steht wegen vererbtem Flüchtlingsstatus, Schulmaterialien, Hamas-Vorwürfen und seiner politischen Dauerrolle in der Kritik.Mehr lesen-Mitarbeiter oder Nukhba-Kommandeur?“ Mit Bildern und Namen konfrontierte er die Vereinten Nationen mit Fällen, in denen von IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen getötete Personen zunächst als Journalisten oder zivile Mitarbeiter dargestellt wurden, später aber nach israelischer Darstellung Verbindungen zu Terrororganisationen hatten. Zu den von Danon genannten Namen gehörten Ahmed Samir Muhammad Washah, Mohamed Naser Abu Huwaidi und Mohammad Abu Itiwi. Die JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post berichtete über Danons Auftritt und seine Kritik, die UN verurteile Israel immer wieder auf Grundlage von HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen.
Der Satz trifft den Kern eines alten Problems: Gegen Israel ist das Urteil oft schneller fertig als die Beweislage. Erst kommt die Schlagzeile: Journalist getötet. UNRWA-Mitarbeiter getötet. Zivilist getötet. Danach folgen Empörung, Resolutionen, Vorwürfe und internationale Kampagnen. Wenn später Hinweise auftauchen, dass einzelne Betroffene zugleich Kämpfer, Hamas-Funktionäre, Islamischer-Dschihad-Mitglieder oder Teil terroristischer Strukturen waren, bleibt die Korrektur meist leise. Die Anklage war laut, die Wahrheit kommt im Kleingedruckten.
Genau dieses Muster wollte Danon sichtbar machen. Seine Botschaft lautete nicht, jeder tote Journalist in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen sei Terrorist. Das wäre falsch und pauschal. Seine Botschaft war härter und präziser: In einem Gebiet, das jahrelang von der Hamas beherrscht wurde, ist die Trennung zwischen Medienapparat, Hilfsstrukturen, Propaganda und Terrornetzwerken nicht immer so sauber, wie Israelkritiker sie gern darstellen.
Besonders brisant ist dabei die Rolle des Committee to Protect Journalists. Die Organisation hat eine vollständige Überprüfung ihrer Datenbank zu getöteten Journalisten im Israel-Hamas-Krieg angekündigt. Sie entfernte acht Namen aus ihrer „Killed“-Datenbank, weil später festgestellt wurde, dass diese Personen Kämpfer der Hamas oder des Palästinensischen Islamischen Dschihad waren. Weitere zwölf Namen wurden aus anderen Gründen entfernt. CPJ selbst bestätigte diese Korrekturen und führte die Namen weiter auf einer gesonderten Seite zu Journalistenopfern auf.
Das ist kein Randdetail. Es zeigt, wie gefährlich voreilige Zählungen in einem Krieg sind, in dem Hamas ein massives Interesse daran hat, jede getötete Person in eine Anklage gegen Israel zu verwandeln. Wer Listen ungeprüft übernimmt, übernimmt nicht nur Zahlen. Er übernimmt oft auch die Erzählung der Terrororganisation.
Auch der Fall Ahmed Washah zeigt diese Problematik. Nach israelischer Darstellung war der getötete Al-Jazeera-Kameramann zugleich Hamas-Scharfschütze; Al Jazeera wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als haltlos. Genau solche Fälle müssen sorgfältig geprüft werden. Aber sie dürfen nicht länger automatisch nach dem Muster behandelt werden: Israel tötet Journalisten, Israel erklärt sich später heraus. In Gaza kann die Realität komplizierter sein – und genau diese Komplexität wird in der UN-Debatte oft bewusst ausgeblendet.
Danon griff auch den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani an, der zuvor einen von Israel getöteten Terrorverdächtigen als Journalisten bezeichnet hatte. Dieser Punkt ist politisch wichtig. Denn der Streit endet nicht im Sicherheitsrat. Er reicht bis in westliche Städte, Universitäten, Medienhäuser und Parlamente. Wer dort Begriffe wie „Journalist“, „Helfer“ oder „UN-Mitarbeiter“ benutzt, ohne die möglichen Terrorverbindungen zu prüfen, liefert der Hamas genau das, was sie braucht: moralische Tarnung.
Das gilt besonders für UNRWA. Die Organisation steht seit Langem unter schwerem Druck, weil Israel ihr vorwirft, in Gaza nicht nur humanitäre Arbeit geleistet zu haben, sondern von Hamas-Strukturen durchdrungen worden zu sein. UNRWA bestreitet viele dieser Vorwürfe und warnt vor Gefahren für ihre Mitarbeiter. Doch die Grundfrage bleibt: Wie konnte eine UN-Organisation in einem von Hamas kontrollierten Gebiet über Jahre arbeiten, ohne dass TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Personalüberschneidungen und ideologische Durchdringung zum zentralen Problem der internationalen Debatte wurden?
Die UN muss sich diese Frage gefallen lassen. Nicht Israel hat die Hamas in Schulen, Tunneln, Medienbüros und Hilfsstrukturen eingebettet. Die Hamas hat Gaza so organisiert, dass zivile Räume, Propaganda und Terror ineinanderlaufen. Genau dadurch entsteht der politische Nutzen für die Terrororganisation: Stirbt ein Kämpfer, erscheint er als Journalist. Wird ein Funktionär getroffen, erscheint er als Helfer. Wird eine Terrorstruktur angegriffen, wird daraus ein Angriff auf die Zivilgesellschaft.
Das bedeutet nicht, dass Israel keine Fehler machen kann. Es bedeutet nicht, dass jeder israelische Angriff automatisch richtig war. Aber es bedeutet, dass die internationale Debatte endlich aufhören muss, Hamas-Angaben, lokale Medienlisten und UN-Narrative so zu behandeln, als seien sie neutrale Aktenauszüge.
Danons Auftritt war deshalb mehr als eine Verteidigung Israels. Er war eine Anklage gegen die Routine der UN: Israel wird öffentlich verurteilt, bevor die Fakten abgeschlossen sind. Spätere Korrekturen verändern die Stimmung kaum. Die beschädigte Wahrheit bleibt beschädigt, und Hamas hat ihr Ziel erreicht.
Wenn die Vereinten Nationen ernst genommen werden wollen, müssen sie aufhören, in diesem Spiel mitzuspielen. Wer Terroristen als Journalisten zählt, beschützt nicht die Pressefreiheit. Er beschmutzt sie. Wer UNRWA-Mitarbeiter mit Terrorfunktionen nicht klar benennt, schützt nicht humanitäre Hilfe. Er macht sie zur Deckung für Missbrauch.
Die Frage „Terrorist oder Journalist?“ ist unbequem. Aber nach allem, was inzwischen selbst von Organisationen wie CPJ korrigiert werden musste, ist sie legitim.
Und die UN schuldet Israel darauf mehr als Empörung.
Autor: Redaktion
Dienstag, 30 Juni 2026