Spanier bedroht Israeli mit dem Tod und schlägt zuSpanier bedroht Israeli mit dem Tod und schlägt zu
Auf der philippinischen Insel Siargao fragte ein spanischer Tourist einen Israeli nach seiner Herkunft. Als er Israel hörte, folgten Hassparolen, eine Todesdrohung und der erste Schlag.
Es war kein Streit über eine politische Rede, keine Demonstration und keine Auseinandersetzung in einem Kriegsgebiet. Ein israelischer Tourist betrat auf der philippinischen Insel Siargao ein Café. Ein anderer Urlauber sprach ihn an und wollte wissen, aus welchem Land er komme. Als der Mann antwortete, dass er Israeli sei, änderte sich die Situation schlagartig. Der Fragende, ein spanischer Tourist, beschimpfte ihn nach Angaben des israelischen DiasporaDiaspora: Jüdisches Leben außerhalb IsraelsDiaspora bezeichnet die Zerstreuung eines Volkes außerhalb seiner historischen Heimat. In jüdischem Zusammenhang meint der Begriff besonders die jüdischen Gemeinschaften außerhalb Israels. Die jüdische Diaspora entstand durch Exil, Vertreibung, Migration und jahrhundertelanges Leben als Minderheit.Mehr lesen-Ministeriums als „Babymörder“, warf ihm „Völkermord“ vor und drohte, ihn zu töten. Nicht das Verhalten des Israelis löste den Hass aus, sondern seine Herkunft.
Der Israeli, ein ReservistReservisten: Israels Bürger in UniformReservisten sind frühere Soldaten, die nach ihrem aktiven Dienst weiter für Einsätze, Übungen oder Kriegsfälle bereitstehen. In Israel heißen sie im Alltag oft Miluim und sind für die Verteidigungsfähigkeit des Landes besonders wichtig.Mehr lesen der IDF, versuchte dem Bericht zufolge zunächst, eine körperliche Auseinandersetzung zu verhindern. Er wies den Spanier darauf hin, dass der Bereich gefilmt werde, und forderte ihn auf, Abstand zu halten. Der spanische Tourist ließ sich davon nicht abbringen und schlug zuerst zu. Erst danach wehrte sich der Israeli, brachte den körperlich größeren Angreifer zu Boden und hielt ihn fest. Bei dem Kampf brach sich der Reservist einen Finger, der später in Thailand operiert werden musste.
Auf den Aufnahmen ist auch zu hören, wie der Israeli seinem Angreifer während des Kampfes mit dem Tod droht, falls dieser nicht aufhöre. Dieser Satz ist nicht zu verschweigen und nicht zu beschönigen. Er fiel jedoch während einer körperlichen Auseinandersetzung, die nach der Darstellung des Ministeriums und des Betroffenen vom spanischen Touristen begonnen worden war. Die örtliche Polizei nahm den Spanier in Gewahrsam. Nach Angaben des israelischen Ministeriums musste er eine Entschädigung für die medizinischen Kosten zahlen und sich vor laufender Kamera entschuldigen. Eine veröffentlichte Stellungnahme der philippinischen Polizei zu den Einzelheiten des Falls war zunächst nicht auffindbar.
Der Angreifer kam aus Spanien
Dass der Angreifer Spanier war, ist kein beiläufiges Detail. Der Angriff wurde nicht von irgendeinem anonymen Urlauber verübt, dessen politischer Hintergrund unbekannt blieb. Ein spanischer Tourist trug jene Begriffe bis auf eine Insel in Südostasien, die in Spanien seit Jahren im Zentrum der politischen HetzeVolksverhetzung: Wenn Hass strafbar wirdVolksverhetzung ist eine Straftat nach § 130 StGB. Gemeint sind unter anderem Hassaufrufe, Gewaltforderungen oder menschenwürdeverletzende Hetze gegen nationale, religiöse, ethnische oder andere geschützte Gruppen.Mehr lesen gegen IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen stehen. „Völkermord“, „Babymörder“ und die pauschale Gleichsetzung jedes Israelis mit angeblichen Verbrechen sind längst nicht mehr auf extremistische Gruppen beschränkt. Sie bestimmen auch den Ton, in dem die spanische Regierung über den jüdischen Staat spricht.
Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete Israels Vorgehen in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen in einer offiziellen Erklärung als „Völkermord“ und sprach von der „Vernichtung eines wehrlosen Volkes“. Seine Regierung verhängte ein umfassendes Waffenembargo, beschränkte Schiffe und Flugzeuge mit militärischer Fracht für Israel und verstärkte zugleich die Unterstützung für die Palästinensische AutonomiebehördePLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen und UNRWAUNRWA: Das UN-Hilfswerk, das den Flüchtlingsstatus vererbtUNRWA ist das 1949 gegründete UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge. Es betreut heute rund 5,9 Millionen registrierte Personen und steht wegen vererbtem Flüchtlingsstatus, Schulmaterialien, Hamas-Vorwürfen und seiner politischen Dauerrolle in der Kritik.Mehr lesen. Im Juni 2026 drängte Sánchez zusätzlich darauf, das Assoziierungsabkommen der Europäischen Union mit Israel teilweise auszusetzen und Sanktionen zu verhängen.
Damit ist nicht bewiesen, dass Sánchez für den Angriff auf Siargao verantwortlich wäre. Ein einzelner Gewalttäter handelt selbst und trägt selbst die Verantwortung. Ebenso falsch wäre es, sämtliche Spanier unter Generalverdacht zu stellen. Millionen Menschen in Spanien teilen diesen Hass nicht. Es wäre aber genauso unehrlich, die Wirkung öffentlicher Sprache zu leugnen. Wenn eine Regierung Israel fortwährend mit dem schwersten denkbaren Verbrechen verbindet, wird der Übergang vom Angriff auf die israelische Politik zum Hass auf einzelne Israelis erleichtert.
Der spanische Tourist auf Siargao fragte nicht, ob sein Gegenüber an einer bestimmten militärischen Entscheidung beteiligt gewesen sei. Er hörte lediglich das Wort Israel und glaubte offenbar, nun einen „Babymörder“ vor sich zu haben. Aus einem Menschen wurde innerhalb weniger Augenblicke ein Symbol für alles, was ihm zuvor über Israel erzählt worden war. Genau darin liegt die Gefahr dieser PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen. Sie unterscheidet nicht zwischen Regierung und Bürger, Soldat und Urlauber, politischer Entscheidung und persönlicher Existenz.
Spaniens Hassproblem ist längst messbar
Der Vorfall ereignet sich vor einem Hintergrund, den selbst die spanischen Behörden nicht mehr verbergen können. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums stieg die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten und Vorfälle im Jahr 2025 um 86,5 Prozent. Die Behörden erfassten 69 Fälle, nachdem bereits im Vorjahr ein deutlicher Anstieg verzeichnet worden war. Insgesamt erreichten Hassdelikte und entsprechende Vorfälle in Spanien den höchsten Stand seit Beginn der Erfassung.
Diese Zahlen beweisen nicht, dass jeder politische Angriff auf Israel antisemitischAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen ist. Sie zeigen jedoch, dass der Hass auf Juden und Israelis parallel zu einer immer schärferen öffentlichen Dämonisierung Israels wächst. Spanien kann nicht einerseits die Sprache des „Völkermords“ zur offiziellen Regierungssprache machen und andererseits überrascht sein, wenn Israelis nicht mehr als einzelne Menschen, sondern als angebliche Vertreter eines verbrecherischen Staates behandelt werden.
Auf Siargao wurde aus dieser Haltung konkrete Gewalt. Ein Spanier suchte sich einen Israeli aus, verlangte Auskunft über seine Herkunft, beschimpfte ihn, bedrohte ihn mit dem Tod und schlug zu. Er tat dies weit entfernt von Madrid, Gaza oder JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen. Der Hass war mit ihm gereist.
Der Israeli musste operiert werden. Der spanische Angreifer musste sich entschuldigen und für die Folgen seines Handelns zahlen. Damit wurde der unmittelbare Vorfall offenbar beendet. Die politische Frage bleibt jedoch bestehen: Wie viele Israelis müssen noch angegriffen, aus Lokalen gedrängt oder öffentlich bedroht werden, bevor Spanien begreift, dass die ständige Dämonisierung des jüdischen Staates nicht im Parlament und auf Demonstrationsplakaten endet?
Wer jeden Israeli zum „Babymörder“ erklärt, schafft keine Solidarität mit Palästinensern. Er schafft die Rechtfertigung dafür, einen fremden Menschen allein wegen seiner Herkunft anzugreifen. Genau das geschah auf den Philippinen, und der Täter war ein Spanier.
Autor: Redaktion
Mittwoch, 05 August 2026