Antisemitismus-Skandal um Berlinale weitet sich aus: AJC stellt Zukunft des Friedensfilmpreises in Frage

Antisemitismus-Skandal um Berlinale weitet sich aus:

AJC stellt Zukunft des Friedensfilmpreises in Frage




Nach den anti-israelischen Aussagen des Filmregisseurs Mahdi Fleifel im Rahmen der Verleihung des Friedensfilmpreises 2013 der Internationalen Filmfestspiele, stellt das American Jewish Committee die Zukunft des Awards in Frage. Die Heinrich Böll Stiftung sowie des Internationalen Auschwitz Komitee, Förderer des Friedensfilmpreises, distanzierten sich bereits von den anti-israelische Aussagen des Preisträgers Mahdi Fleifel.

„Der Friedensfilmpreis muss grundlegend überdacht werden, wenn dieser als Plattform für anti-israelische Propaganda missbraucht wird“, sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations.

Der Auslandskorrespondent der israelischen Tageszeitung "Yedioth Ahronoth", Eldad Beck, hatte in einem „Morgenpost“-Artikel vom 19.02. die Friedensfilmpreisverleihung scharf kritisiert. Der dänisch-palästinensische Filmemacher soll während einer Publikumsdiskussion gesagt haben, niemals das Existenzrecht Israels zu akzeptieren. Darüber hinaus soll Fleifel Parallelen zwischen der Politik der demokratischen Regierung in Israel und den Verbrechen im Nationalsozialismus gezogen haben.

Die Jury würdigte in ihrer Erklärung den Film als „Beitrag für einen neuen Friedensprozess“.

„Wer Israel das Existenzrecht aberkennt, dient nicht als Vorbild für den Frieden. Die Basis für Frieden ist gegenseitige Anerkennung. Diesen Grundsatz hat der Regisseur durch seine einseitige Perspektive ad absurdum geführt. In Anbetracht dessen ist die Entscheidung der Jury entweder eine kolossale Fehlentscheidung oder eine bewusste Provokation“, so Berger.
Die Vereinigung „Internationale Ärzte zur Verhinderung des Atomkrieges“ (IPPNW), welche die Schirmherrschaft über den Friedensfilmpreis seit 1990 innehat, fiel bereits in der Vergangenheit durch israelfeindliche Aktivitäten und Stellungnahmen auf. Die Organisation relativiert die nukleare Bedrohung Israels durch den Iran und unterstützte die umstrittene „Gaza-Flotille“ islamistischer Extremisten. IPPNW-Vorstandsmitglied Wagner verbreitete auf einem islamistischen Webportal Verschwörungstheorien zum Terroranschlag von 9/11.

 

MFFB - Protestaktion gegen den diesjährigen Friedensfilmpreis der Berlinale

Sehr geehrte Freunde des MFFB,

Bitte beteiligen Sie Sich an der Protestaktion gegen den diesjährigen Friedensfilmpreis der Berlinale und leiten Sie diese Email an Ihre Kontakte weiter.

Schreiben Sie bitte Protest-Emails an die Jury, die Berlinale und die Förderer des Preises (Erläuterungen der Emailadressen unten)
mit dem folgenden oder einem selbstverfassten Text:

mail@artefakt-berlin.de
gorges@ippnw.de
staudte@ippnw.de
wilmen@ippnw.de
steffen@ippnw.de
kontakt@auschwitz.info info@vdaeae.de atelier@loewentor.de marcel.briefs@lbrmedia.de info@boell.de, Fuecks@BOELL.DE , berlinale@berlinale.de , info@berlinale.de ,

Sehr geehrte Jury, die Berlinale und die Förderer des Friedensfilmpreis der Berlinale,
bitte leiten Sie diesen Brief auch an alle Jury-Mitglieder (Mehdi Benhadj-Djilali, Pary El-Qalqili, Helgard Gammert, Claudia Gehre, Christoph Heubner, Monica Chana Puginier, Sobo Swobodnik, Ruth Marianne Wündrich-Brosien, Martin Zint) weiter.
Hiermit möchte ich mich aufs Schärfste gegen die Verleihung des Friedensfilmpreises der Berlinale an den Film "A World not Ours" protestieren.

Der Preisträger der dänisch-palestinensische Regisseur Mahdi Fleifel hatte sich wie folgt auf inakzeptable Weise geäußert: "Ich glaube, das Beste wäre es, wenn Israel als nationale Heimat der jüdischen Religion aufhören würde zu existieren". "Israel ist eine Tatsache. Aber es hat keinen legalen Grund zu existieren. Es wurde uns vom Westen aufgezwungen. Deswegen werden die Palästinenser und die Araber es nie akzeptieren." Auf eine Publikumsfrage zur 2-Staaten-Lösung antwortete er: "Hört auf darüber zu sprechen, es ist nur eine Illusion."

Wer das Existenzrecht Israels leugnet, überschreitet eine rote Linie, was nicht akzeptiert werden darf. Weder in der deutschen noch in einer internationalen Öffentlichkeit eines Filmfestivals. Dieser Person einen Friedenspreis zu verleihen, ist skandalös und absurd und zeigt wie ignorant und faktenresistent gegenüber den Tatsachen des Konflikts eine kulturell-liberale Öffentlichkeit in Deutschland, einschließlich der Jury, sich verhält.

Denn Mahdi Fleifel sagt in seinem Film, während eines Besuches im Yad Vashem er könnte keine Empathie für das Leiden der Juden entwickeln, da er ständig Bilder von israelischen Soldaten vor Augen hätte, die "Knochen von Palästinensern brachen". Dies ist ein unakzeptabler antisemitischer Nazi-Vergleich, der der Jury hätte auffallen müssen.

Aber auch im Film selbst finden sich Argumentationen/Falschdarstellungen, die der Verleihung eines Friedenspreises Hohn sprechen. Israel wurde 1948 von 5 arabischen Armeen überfallen, deren Generäle und Befehlshaber die arabische Bevölkerung drängten, ihr Land zu verlassen um nach einer erfolgreichen Zerschlagung, des von der UN legitimierten jüdischen Staates - d.h. der Vernichtung und Vertreibung der dort ansässigen Juden - wieder zurückzukehren.

Israel trägt nicht die alleinige Schuld für die Flüchtlingsmisere der Palästinenser, wie der Film suggeriert. Die Nachbarländer Libanon, Syrien und Jordanien und ihre Politik die Flüchtlinge jahrzehntelang in Lagern zu halten, verstetigen das Leiden der palästinensischen Bevölkerung dieser Länder. Gerade die Verweigerung von Zivilrechten wie dem Recht zu arbeiten und die Anerkennung der Staatsbürgerschaft für längjährige Flüchtlinge sind mit die schwersten Hindernisse zur Lösung der Flüchtlingsfrage.
Eine Reform der Flüchtlingsdefinition der UNRWA ist längts überfällig. Doch anstatt die Nachbarstaaten anzuhalten Flüchtlinge zu Staatsbürgern werden zu lassen, verstetigt die UNO das Problem, indem sie den Kindern der Flüchtlinge den Status ihrer Eltern überträgt. Ein Status, der übrigens für alle anderen Flüchtlinge weltweit - außer den palästinensischen - nicht gilt.

Dazu kommt die politische Instrumentalisierung des sogenannten "Rückkehrrechts der Palästinenser" durch die Regierungen in diesen Staaten, aber auch durch die Fatah selbst. PA-Präsident Mahmoud Abbas hatte erst kürzlich Palästinensern, die vorm syrischen Bürgerkrieg in die Westbank flüchten wollten, die Einreise verweigert, da Israel, das die Einreise grundsätzlich genehmigt hätte, verlangte, dass sie ein Papier unterschrieben, dass sie nicht nach Israel weiterreisen werden. Klarer kann Abbas sich nicht gegen eine 2-Staaten-Lösung stellen, die ja beinhaltet, dass das Westjordanland und Gaza für die palästinensische Bevölkerung Heimstätte sein sollte, genauso wie Israelis innerhalb der Grenzen ihres Staates diese Heimstätte finden.

Der Regisseur verrät mit der Ablehnung der 2-Staaten-Lösung die Absicht, die kaum verborgen hinter seinem Film steckt. Auch die Jury hätte dies erkennen müssen.

Wenn der Film die angeführten Tatsachen ignoriert und die volle Schuld für die Misere der Flüchtlinge bei der israelischen Regierung sieht, verdient er keinen Friedenspreis.

Die Böll-Stiftung hatte sich schon öffentlich vom Preisträger distanziert. Wir erwarten das ebenso von der Jury, der Berlinale-Leitung und allen Förderern des Friedensfilmpreises

Mit freundlichen Grüßen
XXX

Vielen Dank für Ihre Beühungen und Unterstützung
Ihr
Michael Spaney
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Michael Spaney
Executive Director
Mideast Freedom Forum Berlin

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Montag, 25 Februar 2013