`Giordano-Bruno-Stiftung´ in der Kritik: Geschmückt mit fremden Federn?

`Giordano-Bruno-Stiftung´ in der Kritik:

Geschmückt mit fremden Federn?




Die hitzig und emotional geführte Sommerlochdebatte des Jahres 2012 rund um die Beschneidung, die allerdings mehr in den Medien und kaum in der Bevölkerung stattfand, ist spätestens mit der vom Bundestag mit einer Mehrheit von 75 Prozent parteiübergreifend verabschiedeten Gesetzesergänzung, die die männliche Beschneidung als legal und zulässig einstuft, kaum noch ein Thema. Selbst die energischsten Kritiker der Knabenbeschneidung sind nach Ende der Debatte – und der Spendensammlungen – kaum oder gar nicht mehr zu vernehmen.

Dennoch kam kürzlich ein pikanter Punkt auf, der Fragen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Integrität der vermeintlich „ethisch überlegeneren“ Beschneidungskritiker Fragen aufwerfen könnte..

Ein Diskussionsbeitrag war der Film „It´s a Boy“ des britischen Filmemachers Victor Schonfeld, der vom britischen Fernsehen vor etlichen Jahren ausgestrahlt wurde. Schonfeld selber hatte zu keinem Zeitpunkt den Film als „wissenschaftliches Fachdokument“ oder „medizinischen Fachfilm“ angepriesen – sondern lediglich als dokumentarische Darstellung, in deren Mittelpunkt ein Einzelfall steht – der sicher mit seinen Komplikationen nicht einzigartig, aber eben auch nicht mehr oder weniger ist. Das es zu zweckentfremdenden Instrumentalisierungen des Filmes kommen könnte, war sicher absehbar. Besonders als der Film – von einer Einzelperson ehrenamtlich mit deutschen Untertiteln versehen – auf einem Internetportal zum kostenpflichtigen Download angeboten wurde, kam es auch zu offen antisemitischen Kommentaren, die auf drängen des Filmemachers vom Portalbetreiber wieder entfernt wurden.

Zu Irritationen und Unstimmigkeiten kam es aber auch aus anderem Anlass. Die weniger bekannte und gesellschaftspolitisch eher unbedeutende sogenannte „Giordano-Bruno-Stiftung“ mit Sitz in einer ebenso unbekannten wie unbedeutenden Kleinstadt, wußte in ihrem „Newsletter“ vom 22.11.2012 dem Leser und Spender folgendes zu verkündigen:

"ZEIT FÜR EINEN HISTORISCHEN WANDEL IN SACHEN BESCHNEIDUNG": GBS PRÄSENTIERT BRITISCHEN FILM "IT’S A BOY!" ERSTMALS IN DEUTSCHLAND …. Wenige Tage zuvor präsentiert der AK Kinderrechte der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) die von der Kritik gefeierte Channel-4-Dokumentation "It’s a boy!" des jüdischen Filmemachers Victor Schonfeld erstmalig in Deutschland. ...“

In einem Telefongespräch mit dem Herausgeber von haOlam.de reagierte der Filmemacher auf diese Aussagen erstaunt und empört. Die aufgestellte Behauptung, bzw. dem entstehenden Eindruck widersprach Schonfeld energischst. Er betonte, der Film sei von ihm und einem organisationsungebundenen deutschen Unterstützer in Deutschland präsentiert worden – versehen mit deutschen Untertiteln und angeboten auf einem Filmportal sowie durch eine Anzeige beworben. In einer weiteren, schriftlichen Stellungnahme gegenüber haOlam.de wiederholte Schonfeld, das seine diesbezügliche Arbeit uanabhängig gemacht wurde. Der Film sei, so Schonfeld weiter, auch unabhängig von laufenden Kampagnen.

 

Irl / zbe – Foto: Screenshot des „gbs“-Newsletters

 

Der Vorstandssprecher der gbs, Michael Schmidt-Salomon, sandte uns heute ein Statement zur Veröffentlichung zu:

Wir haben uns im gbs-Newsletter vom 22.11.2012 keineswegs mit „fremden Federn“ geschmückt. Hier der korrekte Ablauf der Ereignisse, den wir auf vielfältige Weise belegen können: Ende Oktober 2012 kam es zum ersten Kontakt zwischen Victor Schonfeld und der gbs. Anfang November teilte er uns mit, dass er seinen Film mit deutschen Untertiteln versehen könnte, wenn wir dies bezuschussen würden. Wir sagten sofort zu und überweisen den Betrag von 900 € am 12.11.2012 auf das Konto seiner Londoner Produktionsfirma. Am 22.11.2012 wiesen wir in unserem Newsletter auf die ersten öffentlichen Aufführungen von "It's a boy" in Deutschland hin, die die gbs am 23. und 25. November im Literaturhaus Berlin durchführte. Der erwähnte haOlam-Artikel erschien am 2. März 2013, also mehr als drei Monate später. Dass Victor Schonfeld völlig unabhängig von unseren Aktivitäten eine Anzeige schaltete und den Film auf einer Internetplattform präsentierte, haben wir niemals bestritten. Auch haben wir niemals den Eindruck erweckt (oder gar erwecken wollen), der Film sei in irgendeiner Weise abhängig von unserer Kinderrechts-Kampagne. Im Gegenteil: Aus unserer Ankündigung ging klar hervor, dass der Film bereits lange vor unserer Kampagne in England für Furore gesorgt hatte. Sollte also Victor Schonfeld wirklich empört reagiert haben, wie haOlam berichtete, so ist dies vermutlich darauf zurückzuführen, dass ihm der Wortlaut unserer Presseerklärung nicht korrekt ins Englische übersetzt wurde. Denn den Text unserer Ankündigung hatten wir mit ihm im Vorfeld abgesprochen, den entsprechenden Mail-Verkehr haben wir archiviert.

Hier noch einmal der Link zu unserer Pressemitteilung, damit die Leserinnen und Leser von haOlam überprüfen können, was wir tatsächlich gemeldet haben:

http://www.giordano-bruno-stiftung.de/newsletterarchiv/newsletter-22112012

Ich hoffe, dass diese Darlegungen ein wenig dazu beitragen können, etwaige Missverständnisse aus dem Weg zu räumen.

 

Wir weisen in diesem Zusammenhang nur darauf hin, daß der Hinweis auf Übersetzungs-, bzw. Verständnisprobleme bei Victor Schonfeld sicher richtig sind, da er kein Deutsch spricht - allerdings ist der Autor der deutschen Untertitel muttersprachlich Deutscher. 

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Montag, 09 Februar 2015






Autor dieses Beitrages ist bitte wer??? Warum gebt Ihr selten bis nie Autoren/Link zu Quellen an? Alles nur eine copy&paste Seite? Sehr seriös.

 

Die Initialien der Autoren sind am Ende des Artikels angegeben, eine durchaus allgemein ü´bliche Kennzeichnung, die sich in den meisten Medien in dieser Form finden. Im übrigen sind bei fast allen Artikeln die Autoren angegeben, bei Zweitveröffentlichungen werden, je nach Absprache, die Quellen verlinkt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.



Ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-) Kann mir eigentlich jemand sagen, was diese Truppe damit meint, wenn sie sich selber als "Denkfabrik" bezeichnet? Werden da "Gedanken" am Fließband produziert und dann den Gläubigen indoktriniert?



@ Adnan:

Sind Sie sicher, richtig zu liegen? Ich finde hier öfters Autorenangaben, als beuispielsweise bei Spiegel-online ....

 

@ irl/zbe:

Danke, es geht nur scheinbar um eine "kleine" Ungereihmtheit. Oft sind es aber die "kleinen Sachen", die sehr aufschlußreich sein können .....