Eröffnungsfilm des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Potsdam kommt ins Kino: Schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Araber

Eröffnungsfilm des Jüdischen Filmfestivals Berlin & Potsdam kommt ins Kino:

Schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Araber




Die gefeierte wie anrührende schwule Lovestory eröffnete am Donnerstag das „Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam", um ab 9. Mai bundesweit die Herzen der Kinozuschauer zu erobern. Dabei ist die Geschichte noch nicht einmal so ungewöhnlich – zumindest nicht in Israel : Ein schwuler, jüdischer Israeli verliebt sich in einen arabischen, schwulen Israeli.

Nur wenn man nicht weiß, das die Menschen in Israel – unabhängig von ihrem kulturellen, ethnischen oder sexuellen Background – gleichberechtigt sind und das beispielsweise homosexuelle Paare in allen Rechtsfragen – bis hin zum Adoptionsrecht und Steuerrecht – den heterosexuellen Ehen uneingeschränkt gleichgestellt sind, kann der Film auf überraschende Unverständnis stoßen. Auch das der Film Deutschlandpremiere beim Jüdischen Filmfestival hat ist logisch und konsequent – stets engagiert sich die jüdische Gemeinschaft in Deutschland gegen jede Form von Minderheitenfeindlichkeit und Diskriminierung. So ist die Jüdische Gemeinde zu Berlin, Deutschlands größte jüdische Gemeinde, mitinitiatorin und aktives Mitglied des Berliner Bündnisses gegen Homophobie. Ein Greium übrigens, in dem Vertreter jener ersatzreligiösen Psychosekte vergebens sucht, die im vergangenen Jahr mit einer haßerfüllten antisemitischen Kampagne jüdisches Leben in Deutschland verunmöglichen wollte und Homosexuelle nur dann aufs Schild hebt, bzw. vor den eigenen Karren spannt, wenn es darum geht Schwule und Lesben quasi als Hiwis schamlos zu instrumentalisieren im Kampf gegen andere Religionsgemeinschaften, die offenbar als Konkurrenz empfindet. Bei einer geschlossenen Gruppen, die nebenbei auch noch Euthanasiewünsche gegen Behinderte hegt und die freiheitlich-demokratische Grundordnung durch eine „Eliteherrschaft“ ersetzen will, überrascht dieses instrumentalisierende Verhältnis gegenüber Minderheiten nicht – und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Homosexuellen zur Zielscheibe der nächsten Kampagne werden, nachdem man sich – zum Glück erfolglos – an „den Juden“ abgearbeitet hat. Das sich unter der billigen Tünche tatsächlich aber auch Homophobie lauert, wird spätestens dann sichtbar, wenn man sich mit dem „Glaubenscredo“ der Ersatzreligiösen beschäftigt – der Theorie vom „anhaltenden Evolutionismus“, in dem Homosexuelle bestenfalls geduldet werden, solange man sich ihrer bedienen kann.

Mit der Entscheidung für „Out in the Dsark“ als Eröffnungsfilm bleiben sich die Macher des Jüdischen Filmfestivals selber treu – und lassen damit auch in diesem Jahr das Festival unter dem Bekenntnis zur offenen und pluralistischen Gesellschaft stehen. Ein „gelungener Liebes-Film, der sich zu einem Klassiker des Queer-Cinema entwickeln könnte", schwärmt das Portal spielfilm.de.

Auch die Liste der Auszeichnungen, die auf diversen Filmfestivals bereits eingesammelt wurden, spricht für sich : "Publikumspreis – Bester Spielfilm" vom gerade zu Ende gegangenen Turiner GLBT-Filmfestival, bei den Amsterdamer "Roze Filmdagen" sowie dem Queer Filmfestival in Sydney.

Wieder wird ein schwules Liebesdrama vor dem Hintergrund des endlos schwelenden Nahost-Konflikts ausgerollt. Ganz in der Tradition von „The Bubble" und „Yossi & Jagger" wird eine emotional packende und bis zum Schluss spannende Geschichte erzählt, die in der realen Lebenswirklichkeit Israels unzählige Entsprechungen findet : Die Liebe zwischen einem jüdischen und einem arabischen Israeli. Das eine solche Liebesbeziehung nicht einfach sein kann, ist vor dem Hintergrund des Konflikts deutlich : Anhaltender Vernichtungsdrohungen islamistischer Extremisten gegen Israel, verbunden mit Terroranschlägen, Morden und Entführungsversuchen. Gerade auch weil islamistische Extremisten auch mittels sozialer Netzwerke und Daitingportalen versuchen, Israelis in eine Falle zu locken, schwingt immer ein hohes Maß an Mißtrauen mit – und verschärft wird die Situation dadurch, das in den von den Terrororganisationen Hamas und Fatah besetzten Teilen Israels (Gaza, Teile von Judäa und Samaria, also Teile der sogenannten „Westbank“) Schwule und Lesben nicht nur unterdrüpckt und verfolgt, sondern auch mit dem Tode „bestraft“ werden. Für einen schwulen Araber ist es also tatsächlich in mehrfacher Hinsicht besonders schwer : Auf der einen Seite die Terroristen, islamistischen Fanatiker und meistens auch der eigene Familienclan, die allesamt den Tod des „abnormalen Sünders“ wollen und anstreben – auf der anderen Seite das von den islamistischen Terroristen verursachte und zu verantwortende Klima anfänglichen Mi8ßtrauens und anfänglicher besonders großer Vorsicht.

Die Geschichte des Filmes

Mitten in der Nacht wird der junge arabische Student Nimr Mashrawi (Nicholas Jacob) beinahe von den Soldaten am Sicherheitszaun zwischen der von der Fatah beherrschten Stadt Ramallah und Tel Aviv erwischt. Er ist auf dem Weg zu seinem Freund Mustafa (Loai Noufi), der ihn in einem schwulen Club auf israelischer Seite erwartet. Mustafa ist ebenfalls Araber, der sich jedoch dauerhaft in Israel aufhält und gerade mithilfe einiger israelischer Bekannten eine neue Wohnung über den Dächern der Stadt finden konnte.

Während Nimr an der Bar des Clubs auf seinen Besucher wartet, lernt er den Israeli und Junganwalt Roy Schaefer (Michael Aloni) kennen. Ein Funkengewitter entlädt sich zwischen den beiden. Doch Nimr kämpft gegen seine Gefühle an, da er weiß, wie schwer es werden wird. Zu Hause, bei seiner Familie, weiß niemand, dass er schwul ist. Würde das herauskommen, wäre sein Leben in akuter Gefahr. Und er hat gute Aussichten, an der Spitzenuniversität Tel Avivs studieren zu können. Ein Aspekt übrigens, der auf viele Araber zutrifft – an den Universitäten in Israel studieren mehr arabische Frauen, als in allen arabischen Staaten zusammen – was ein bezeichnendes Licht auf die von Antisemiten herbeiphantasierte Propagandabehauptung vom „Apartheidsstaat Israel“ wirft.

Mit der Zulassung an der Universität von Tel Aviv in der Tasche besucht Nimr darauf Mustafa in dessen neuem Appartement, um vom überglücklichen Freund zu erfahren, dass Roy wieder im Club war und sich nach Nimr erkundigt hat. Die Vorzeichen für ein gemeinsames Glück scheinen nicht schlecht zu sein. Kurzerhand stattet Nimr dem freudig überraschten Anwalt einen Besuch ab, der schließlich mit einer gemeinsamen Nacht endet. Doch die Probleme lauern bereits : Bei seiner Familie muss er mit seinem älteren Bruder Nabil (Jameel Khouri) klarkommen, der im Keller Waffen stapelt, radikale Ansichten vertritt, Terror befürwortet und eine reaktionär-autoritäre Vaterrolle übernommen hat.

Infos zum Film

Out in the Dark. Drama. Israel / USA 2012. Regie, Drehbuch, Produktion : Michael Meyer. Darsteller : Nicholas Jacob, Michael Aloni, Jameel Khouri, Alon Pdut, Loai Noufi. Laufzeit : 96 Minuten. Sprache : hebräische Originalfassung. Untertitel : Deutsch. FSK 12. Bundesweiter Kinostart am 9. Mai 2013

Aktuelle Kinotermine :

Augsburg - Liliom (Do., 09.05.13 bis 15.05.13)
Berlin - Kino International - Preview im Rahmen des MonGay (Mo., 06.05.13., 22 : 00)
Berlin - Xenon Kino (Do., 09.05.13 bis 15.05.13, täglich um 20 : 00)
Berlin - Kino Zukunft (Do., 09.05.13 bis 15.05.13 täglich 20 : 00, 16.05.13 bis 22.05.13 täglich 20 : 30)
Bochum - Metropolis - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (Fr., 17.05.13, 22 : 30)
Dortmund - Schauburg - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (So., 12.05.13, 18 : 30)
Dresden - Kino im Dach (Do., 09.05.13 bis 15.05.13)
Düsseldorf - Bambi - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (Mo., 13.05.13, 21 : 30)
Essen - Galerie Cinema - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (Mi., 15.05.13, 19 : 00)
Freiburg - Kandelhof Kino (Mi., 08.05.13. 19 : 00)
Kassel - Bali Kino (Mi., 15.05.13, 19 : 00)
Leipzig - Passage Kinos (Mi., 31.07.13, danach bis auf weiteres)
Köln - Filmpalette - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (Di., 21.05.13, 21 : 00)
München - City Kinos München - Preview im Rahmen des MonGay (Mo., 06.05.13, 21 : 15)
Oberhausen - Lichtburg - Im Rahmen der Filmreihe Homochrom (So., 21.05.13, 21 : 00)

 

Den Film sehen - mit haOlam.de: Schicken Sie einfach eine eMail an mail[at]haOlam[dot]de mit dem Filmnamen in der Betreffzeile - unter allen Einsendern verlorden wir zwei Eintrittskarten. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen, ebenso der Linksweg. Viel Erfolg und viel Spaß. Einsendeschluß: Mittwoch, 8. Mai, 9 : 00 Uhr.

 

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Sonntag, 05 Mai 2013






"Schwule Liebe zwischen einem Israeli und einem Araber (Die gefeierte wie anrührende schwule Lovestory)"

Dieses politisch korrektes Anbiedern ist einfach eckelhaft.



Wenn hier etwas ekelhaft ist, dann sind es deine Hasstiraden - das ist nichts anderes faschistoide Menschenverachtung und Rufschädigung für Israel. Eigentlich müsstest Du mit deinen "Ansichten" bei einem islamistischen Portal abhängen .....



Tja, die Lesekompetenz ist nicht Ihre Stärke - um es wohlwollend zu sagen. Entweder sind Sie 16, oder sind Sie für immer 16 geblieben.



#1 KL "Dieses politisch korrektes Anbiedern ist einfach ekelhaft."

Das sehe ich auch so, abgesehen davon, daß es sich bei diesem Film um eine Männerbeziehung handelt.

moins



@steve

Wenn man davon absieht, bleibt von solchen Erzeugnissen nichts mehr übrig.