CSD-Parade Berlin mit Rekordbeteilung: Israels Botschafter eröffnet LGBT Pride Parade in der Hauptstadt

CSD-Parade Berlin mit Rekordbeteilung:

Israels Botschafter eröffnet LGBT Pride Parade in der Hauptstadt




Im „szeneinternen Wettkampf“ zwischen Köln und Berlin, wer die größte Parade zum Christopher-Street-Day hat, hat die Hauptstadt erstmals gute Aussichten, in diesem Jahr die Nase vorne zu haben: Mit mehr als 700.000 Teilnehmern verzeichnete der CSD Berlin eine Rekordteilnahme – der „Cologne Pride“ findet erst am ersten Juli-Wochenende statt, dann wird der kleine „Konkurrenzkampf“ für dieses Jahr entschieden sein.

Eröffnet wurde die Parade in diesem Jahr vom Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, eröffnete zusammen mit seinen Amtskollegen Marnix Krop (Niederlande) und Philip D. Murphy (USA) eröffneten unter dem Jubel der Teilnehmer die Parade und feierten kräftig mit. Die Eröffnung durch die Botschafter dreier wesentlicher Staaten der westlich-demokratischen Wertegemeinschaft, demonstrierte erneut die untrennbare Verbundenheit der internationalen LGBT-Community mit der Gemeinschaft der westlich-zivilisierten und demokratisch-humanitären Staaten wie Israel oder eben den USA. Unter den ebenfalls in die Hunderttausende gehenden Zuschauern am Straßenrand entlang der Paradestrecke wurde auch der langjährige Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Rechtsanwalt Dr. Michel Friedman gesichtet (siehe auch Vorabmeldung Samstag auf haOlam.de) sowie viele Mitglieder der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Der Demonstrationstag, der in Gedenken an die Anti-Diskriminierungs-Aufstände, die sich 1969 in der New Yorker Christopher Street aufgrund von Polizeiwillkür ereigneten, fand in Berlin 1979 zum ersten Mal statt. 400 Demonstranten gingen damals für Gleichberechtigung auf die Straße – dieses Jahr waren es rund 700.000. Die bislang größte LGBT-Pride Parade fand 2002 als Europride in Köln mit rund 1,2 Millionen Teilnehmern statt.

An der Spitze der Berliner Parade fuhr ein Wagen zum Thema „Solidarität mit der LGBT-Community in Russland“ - im Putin-Staat (laut Ex-Kanzler Schröder soll Putin ein „lupenreiner Demokrat“ sein) werden Schwule und Lesben mit Sondergesetzen regelrecht drangsaliert (haOlam.de wird verstärkt über die Situation in Russland und zu entsprechenden Aktionen in Deutschland, insbesondere in Berlin, berichten, bzw. auf solche Aktionen hinweisen und sich auch aktiv an der Solidaritätsarbeit mit der LGBT-Community in Rußland beteiligen). Insgesamt wurde wie immer viel gefeiert, viel Selbstbewusstsein und Vielfalt demonstriert – gleichzeitig war die Parade in diesem Jahr aber auch wesentlich politischer als in den Vorjahren, was kein Widerspruch zum Eventcharakter sein muss.

Die Abschlußkundgebung mit einem Straßenfest und Showbühne fand am Brandenburger Tor statt – durchaus symbolträchtig und passend: Hier, wo im Januar vor 80 Jahren die braunen Horden des arischen Barbarentums unter dem Gejohle des vom Antisemitismus besoffenen „gesunden Volksempfindens“ die Machtergreifung passend mit einem Fackelzug feierten, feierten Hundertausende den LGBT Pride und nicht nur am Stand der aus Tel Aviv angereisten Freunde, sondern auch an einer ganze Reihe anderer Stände sah man Israelfähnchen in blau-weiß und/oder in Regenbogen-Farben.

 

Foto: Gerammelt voll - die Straße des 17. Junis bei der diesjährigen LGBT Pride Parade Berlin (Foto: Holger Raak/haOlam.de)

 

Einen weiteren Bericht mit Bilderstrecken von der Parade gibt es morgen.

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Sonntag, 23 Juni 2013