Nahost-„Friedensprozeߓ: Israels 20 Jahre andauernder Alptraum

Nahost-„Friedensprozeߓ:

Israels 20 Jahre andauernder Alptraum




von Caroline Glick

Heute vor zwanzig Jahren (Anmerkung des Übersetzers: Das englische Original stammt vom 12. September 2013.) wurde Israels so genannter Friedensprozess mit der PLO offiziell im Rosengarten des Weißen Hauses eingeläutet.

Ungefähr ein Jahr später, als die Todesrate der israelischen Opfer der massiven Terroroffensive, welche die PLO kurz danach organisiert hatte, das erreichte, was damals wie unerträgliche Höhen erschien, ging ein allgemeiner Aufruf hinaus, "die Oslo-Kriminellen vor Gericht zu bringen".

Unnötig zu sagen, dass sich bei Shimon Peres, dem Architekten und Paten des sogenannten Friedensprozesses, der jetzt als Präsident Israels dient, nichts jemals aus dem Aufruf ergab.

Die Forderung nach einer Abrechnung war nicht beispiellos. Angesichts der Dinge gab es für diejenigen, die sie gestellt hatten, keinen Grund, dass sie als irgendetwas anderes wahrgenommen werden, als als vernünftigerweise aufgebrachte und mündige Bürger, die darauf bestehen, dass die Verantwortlichen für den größten destruktiven strategischen Fehler, den Israel jemals gemacht hat, einen persönlichen Preis für ihr Handeln bezahlen.

Zwanzig Jahre vor dieser Zeremonie im Weißen Haus erlitt Israel die schlimmste militärische Niederlage seiner Geschichte.

Israel hat den Yom-Kippur-Krieg gewonnen, am Ende. Es war ein schlampiger, schmerzhafter, tragischer und teurer Sieg. Ein Sieg dank taktischer Fehler der Syrer, des unglaublichen Heldenmuts und der Verbissenheit, die das Unteroffizierscorps und die Frontsoldaten der IDF zeigten, vor allem auf den Golanhöhen, und des Notfall-Nachschubs von Kriegsmaterial, den Israel in der Mitte des Krieges von den USA erhielt.

So wie der Fall zwanzig Jahre später, als die Israelis (nachdem der Selbstmordattentäter eingeführt wurde) beschlossen, dass ihre Führer sie betrogen hatten; nach dem Yom-Kippur-Krieg forderten die entlassenen Soldaten, die trauernden Familien und die breite Öffentlichkeit Rechenschaft von den leitenden politischen Führern und den hochrangigen Militärs der IDF, die sie auf den bösartigen, tödlichen Holzweg geführt hatten.

Nach dem Jom-Kippur-Krieg wurde ihre Forderung beantwortet. Die Agranat Kommission wurde gebildet. Und Köpfe rollten. Die Premierministerin, der Verteidigungsminister und der Generalstabschef der IDF wurden alle rausgeschmissen. Und sie hatten verdient, was sie bekamen.

Und nur um sicherzustellen, dass wir uns daran erinnern, wie schlecht bedient wir durch unsere Führer vor vierzig Jahren waren, geben die Medien jedes Jahr um Yom Kippur jeder rührseligen, wütenden und empörten Geschichte, die sie finden können, ein offenes Mikrofon. Jedes Jahr werden neue Dokumentationen produziert. Jedes Jahr werden neue Bücher veröffentlicht. Und zum größten Teil sind sie interessant und den Aufwand wert.

Nichts auch nur vage ähnliches zu der jetzt 40 Jahre langen Abrechnung, die Israel im Hinblick auf den Yom-Kippur-Krieg erlebt hat, hat sich in Bezug auf den so genannten Friedensprozess mit den Palästinensern ereignet, der jetzt 20 Jahre alt ist. Keine Untersuchungskommission wurde einberufen. Keine Köpfe rollten.

Kein Fernsehsender hat einen ernsten Dokumentarfilm ausgestrahlt, der den Preis verdeutlicht hätte, den Israel auf jeder Ebene für einen Fehler bezahlt hat, der uns auf jeder Ebene so teures Lehrgeld gekostet hat. Niemand hat die Millionen von Israelis verspätet gewürdigt, die die Katastrophe voraussahen, die über uns hereinbrechen würde, wenn wir die PLO anerkennen.

Und vorhergesehen haben sie es. Und sich dem widersetzt, das haben sie. Mehr als zwei Millionen Israelis - oder fast die Hälfte der jüdischen Bevölkerung des Landes in den frühen 1990er Jahren und ein Drittel der aktuellen jüdischen Bevölkerung haben aktiv das sogenannte Oslo-Abkommen abgelehnt und was danach folgte.

Als Anteil der israelischen Bevölkerung umfasste die Zahl der Israelis, die an den Protesten gegen den sogenannten Friedensprozess teilnahmen, die größte Protestbewegung in der Geschichte.

Die Öffentlichkeit sah voraus, was bestens vorhersehbar war. Namhafte Intellektuelle und dekorierte Militärs warnten, dass die PLO eine terroristische Organisation ist, die nicht die Absicht hatte, mit Israel Frieden zu schließen. Sie warnten davor, dass die PLO jeden Zoll Land, den Israel in ihre Kontrolle überträgt, als Stützpunkt für Terrorismus gegen israelische Zivilisten nutzen würde. Sie warnten davor, dass Yassir Arafat ein Lügner, ein Mörder und ein Judenhasser ist, der alle ihm erteilten Befugnisse dazu benutzen würde, zu morden und den Mord an israelischen Zivilisten zu legitimieren.

Sie warnten, dass er nicht im geringsten an der Schaffung eines palästinensischen Staates interessiert ist, sondern er wollte nur die Zerstückelung und Zerstörung unseres Staates, des jüdischen Staates überwachen.

Und in den letzten zwanzig Jahren wurden ihre Warnungen durch Ereignisse erhärtet, die jeden Tag geschahen.

Mehr als fünfzehnhundert Israelis wurden in den letzten zwanzig Jahren von palästinensischen Terroristen ermordet. Tausende von Israelis wurden verletzt oder erlitten die Zerstörung ihrer Familien und ihres Lebens.

Diplomatisch hat Israel einen unermesslichen Preis für die erbärmliche Dummheit der vorsätzlichen Blindheit unserer Führer gegenüber der krassen Verlogenheit der Zusage der PLO für eine friedliche Koexistenz mit Israel bezahlt. Die eklatante Offensichtlichkeit der Gefahr der falschen Annahme der Geschichtsschreibung unserer geschworenen Feinde auf unsere Fähigkeit, uns zu verteidigen, war international so überwältigend, dass sich überhaupt niemand die Mühe gemacht hatte, sie in den Jahren zu erwähnen, bevor das sogenannte Oslo-Abkommen geschlossen wurde.

Aber heute, nach zwanzig Jahren des selbst-induzierten diplomatischen Versagens wurden israelische Führer und Vertreter unfähig zur Verteidigung des Landes gemacht, es ist notwendig, das zu erklären.

Die PLO behauptet fälschlicherweise, dass die Ursache für die Instabilität und Gewalt im Nahen Osten das Fehlen eines palästinensischen Staates in den Gebieten ist, über die Israel im Sechstagekrieg von 1967 die Kontrolle von Jordanien und Ägypten übernahm.

Vor Beginn des sogenannten Friedensprozesses verteidigte sich Israel leicht gegen diese Verleumdung. Immerhin wurde die PLO 1964 gegründet - drei Jahre bevor Israel die Kontrolle über Jerusalem, Judäa, Samaria und Gaza übernahm. Ihr erklärtes Ziel war und bleibt die Zerstörung Israels, nicht die Errichtung eines palästinensischen Staates auf einigen der Gebiete, die Israel kontrolliert.

Die Abwesenheit von Frieden in der Region hat überhaupt nichts mit Israel zu tun. Sie stammt von dem virulenten Judenhass, der in der gesamten islamischen Welt vorherrschend ist. Aufgrund dieses Hasses wollen Israels Nachbarn seine Zerstörung. Die zentrale Bedeutung ihres irrationalen, zwanghaften Wunsches, die Ausrottung des jüdischen Volkes und des jüdischen Staates anzustreben, ist der Grund, warum es keinen wahren Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn gegeben hat - einschließlich seinen palästinensischen Nachbarn. Und weil ihr Haß irrational und allumfassend ist, gibt es nichts, was Israel tun kann, um sie zu beschwichtigen.

Israel war in der Lage, sich mit großer Wirkung gegen die Lügen der PLO zu verteidigen, bevor es diese terroristische Organisation als einen legitimen Akteur anerkannte und so die Legitimität ihrer heuchlerischen Erzählung akzeptierte. Aber seit es das tat, war es nicht mehr in der Lage, seine Aktionen oder in zunehmendem Maße sein Recht zu existieren zu erklären. Denn wenn die Abwesenheit eines palästinensischen Staates in Israels Kernland und seiner Hauptstadt das ist, was hinter all dem schlechten Verhalten der arabischen Welt steht, dann ist alles, was Israel tut, das sich sogar geringfügig auf die Errichtung eines solchen Staatses auswirkt, unmoralisch, destabilisierend und gefährlich.

Aus diesem Grund können uns auch Israels fähigste Diplomaten - soweit sie noch in Israels PLO-verliebtem Außenministerium arbeiten - nicht verteidigen. Deshalb hat eine Generation von israelischen Führern keinerlei Bemühungen vorzuweisen, um dieses Land zu verteidigen. Sie sind in einem politischen Diskurs gefangen, der auf antiisraelischen Lügen errichtet wurde.

Dann gibt es noch unsere Allianz mit den Vereinigten Staaten. Um die einzig verheerendste Aktion, die jemals von einer israelischen Regierung unternommen wurde, zu legitimieren, wandte sich die Rabin-Peres Regierung an die Clinton-Regierung und forderte sie auf, diese objektiv wahnsinnige Politik zu fördern, die energisch von der Hälfte des Landes abgelehnt wurde.

Bill Clinton war glücklich, ihnen einen Gefallen zu erweisen. Aber sobald die Amerikaner an Bord waren und das US Prestige hinter eine Politik stellten, die, so wie sie auf Lügen beruhte, keine Chance auf Erfolg hatte, konnte Israel nicht mehr weggehen.

Sobald die Amerikaner eine Politik unterstützten, die die Hälfte der Bevölkerung - und jetzt zwei Drittel der Bevölkerung - ablehnten, befand sich Washington zwangsläufig auf der Seite einer ständig schrumpfenden Minderheit der Israelis gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Folglich haben US-Entscheidungsträger in den letzten zwanzig Jahren eine Politik unterstützt, die zunehmend antiisraelisch wurde.

Von einer inländischen Perspektive hat der falsche Friedensprozess einen enormen Tribut von der israelischen Gesellschaft und Demokratie gefordert. Um einen solchen Schritt zu verteidigen, der so energisch und nachvollziehbar von einem großem Teil der Öffentlichkeit abgelehnt wurde, war es notwendig, die Öffentlichkeit zu marginalisieren. Und so wurden wir einer systematischen Anstrengung unterzogen, abweichende Stimmen aus den oberen und später unteren Rängen der IDF zu eliminieren und zu diskreditieren, aus dem Außenministerium (obwohl Peres in der vorhergehenden Dekade viel von der Arbeit erledigt hatte, die verantwortungsbewussten Stimmen aus dem Ministerium zu entfernen) und aus dem Justizministerium.

Verantwortungsbewusste Gegner im öffentlichen Bereich wurden als Extremisten und Feinde des Friedens getadelt, die wenig anders als Terroristen seien. Ein neues Vokabular wurde erfunden, um die Wirklichkeit zu verbergen - wie z.B. Terroropfer als Friedensopfer zu bezeichnen.

Vier Mal in den letzten zwanzig Jahren - 1994, 1995, 2000 und 2005 - brachten die Friedensprozessoren die israelische Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Legitime Demonstranten und politische Aktivisten - einschließlich minderjähriger Kinder - wurden kriminalisiert und oft inhaftiert und für ihren zivilen Ungehorsam vor Gericht gestellt. Die Korruption des israelischen Rechtssystems, das die Gesetze ungleich auf verschiedene Mitglieder der Öffentlichkeit anwendet, je nach ihren politischen Ansichten, war ein direktes Ergebnis der israelischen Entscheidung vor zwanzig Jahren, die PLO zu umarmen.

Während der letzten zwanzig Jahre war die Gruppe, die am meisten verantwortlich war für das weitere Verweilen Israels bei einer Strategie, die uns nichts als Katastrophen brachte, die Medien. Der Grund, dass Peres zum Präsidenten gewählt wurde, anstatt wie Golda Meir auf die Weide gesetzt zu werden, besteht darin, dass die Medien ihn als den größten Staatsmann aller Zeiten verehren.

Der Grund, dass nicht-linke Führer einmal im Amt die Positionen der radikalen Linken umarmen, die Öffentlichkeit ignorieren, jeden Versuch blockieren, den Schaden, den das Oslo-Abkommen angerichtet hat, zu korrigieren, und sich auf einen neuen Weg begeben, ist, weil sie Kanal 2 und all den anderen nicht gewachsen sind.

Unsere Medienunternehmen betreiben einen konstanten Strom von post-zionistischer Propaganda, die das Aktionsfeld unserer Volksvertreter auf die Größe einer Briefmarke reduziert. Sie ignorieren kenntnisreiche, redegewandte Vertreter der Mehrheit. Sie laden regelmäßig kognitiv und ästhetisch fragwürdige Nationalisten in ihre Studios ein, um die Mehrheit der Zuschauer, die ihre Meinung teilen, in schweigende Verlegenheit zu bringen. Zionisten werden in hochkarätigen aber machtlosen Positionen angestellt, damit sich die Öffentlichkeit unwohl fühlt, wenn sie sich beschwert, dass ihre Ansichten keine Stimme in den Medien haben.

Heute erreicht die Obama-Regierung einen Tiefstand an strategischer Dysfunktion. Die arabische Welt stärkt die gefährlichsten Elemente in einem Land nach dem anderen. Die Europäische Union behandelt Israel als einen größeren internationalen Verbrecher als Iran, Nordkorea oder Syrien. Antiisraelische Indoktrination ist die Norm an den Universitäten in der ganzen westlichen Welt. Eine neue Generation wird erwachsen, die noch nie die Wahrheit über den jüdischen Staat gehört hat.

Um all dies zu bekämpfen, ist der wichtigste Schritt, den Israel ergreifen muss, unseren 20 Jahre andauernden Alptraum mit der PLO zu beenden. Solange es so weitergeht, sind wir weiterhin nicht in der Lage, uns zu verteidigen.

 

Übersetzung: Robert Rickler, Pressesprecher des des Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V - Erstveröffentlicht in der Jerusalem Post / Foto: Quelle

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Dienstag, 24 September 2013