Israels Verteidigungsminister in der Schußlinie: Weshalb Ya´alon stürzen?

Israels Verteidigungsminister in der Schußlinie:

Weshalb Ya´alon stürzen?




von Caroline Glick

Wenn dies ein Zufall ist, dann ist es ein außergewöhnlicher. Zweimal in
weniger als zwei Monaten sind Bemerkungen, die Verteidigungsminister Moshe Ya´alon in geschlossenen Foren über die wichtigsten Fragen der nationalen Sicherheitsagenda Israels gemacht hat, an die Medien durchgesickert. In beiden Fällen nutzten die Medien die ihnen zugespielten Bemerkungen, um eine Krise in den Beziehungen zwischen Israel und der Obama-Regierung zu schüren.

In beiden Fällen hat die Obama-Regierung die durch die israelischen Medien geschaffenen Gelegenheiten genutzt, um auf Ya’alon einzuschlagen und Druck auf Ministerpräsident Binyamin Netanyahu auszuüben, ihn zu entlassen.

Im Januar ließ Yediot Aharonot Ya´alons private Äußerungen durchsickern über US-Außenminister John Kerrys irrationalen Fokus auf den ätzenden Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern in einer Zeit, in der es einerseits relativen Frieden in Israel gibt und andererseits Israels Nachbarn politische Umwälzungen und Bürgerkrieg durchlaufen. Zusammen mit den beiden anderen Musketieren der extrem linken Medien Israels - Haaretz und Channel 2 verwendete Yediot die Geschichte, um einen Kampf zwischen der Netanjahu-Regierung und der Obama-Regierung zu provozieren. Schauspiel aufs Stichwort, das Weiße Haus und das Außenministerium forderten, dass Ya’alon sich für Bemerkungen entschuldigt, die im Privaten gemacht wurden. Ya’alon stellte sie zufrieden mit einer knappen Erklärung, dass er traurig war, wenn jemand Anstoß an seinen privaten Bemerkungen nahm.

Und jetzt, zwei Monate später sind Ya´alons Bemerkungen wieder durchgesickert.

Letzte Woche sprach Ya´alon auf einem Forum der Universität Tel Aviv, das für die Medien verschlossen war. Dort beklagte er die Beendigung der traditionellen Rolle der USA als Weltpolizist durch die Obama-Regierung und betrachtete ihre Bedeutung für Israel. Im Hinblick auf das Atomwaffenprogramm des Iran sagte Ya´alon, dass für Israel die Zeit gekommen war, zu erkennen, dass die USA nicht die Erwartungen erfüllt hat und nicht die Führung übernommen hat, den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Als Konsequenz "müssen wir [die Israelis] selbst auf uns aufpassen."

Haaretz veröffentlichte Ya´alons durchgesickerte Bemerkungen und begann dann mit ihren Partnern, Yediot und Channel 2 eine Krise in den Beziehungen mit den USA zu schüren. Wie sie es im Januar getan hatte, ergriff die Obama-Regierung letzte Woche die Chance. Die Sprecherin des State Department Jan Psaki bremste sich gerade noch, Ya´alons Rücktritt zu fordern.

Was ist denn hier los? Obama und Kerry sagen wie selbstverständlich viel schlimmere Dinge über Israels Führer, als Ya´alon über jeden von ihnen sagte. Und nichts von dem, wasYa´alon sagte, war falsch. Nichts, was er sagte, war einzigartig. Ähnliche Aussagen werden von verschmähten US-Verbündeten in der Region und der Welt gehört. Nicht nur waren Ya´alons Aussagen vernünftig, die überwiegende Mehrheit der Israelis teilen seine Gefühle sowohl bezüglich der Unzuverlässigkeit der US-Sicherheitsgarantien als auch in Bezug auf das Fehlen von Perspektiven für den Frieden mit der PLO.

Warum also seine Bemerkungen durchsickern lassen und sie als unverzeihliche Fauxpas präsentieren?

Der erste Grund ist, dass die Medien sieben Jahre lang daran gearbeitet haben, um in die Entscheidungsträger Israels unter Druck zu setzen, damit sie nicht bemerken, dass die USA nichts tun, um den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern.

Die USA hat tatsächlich Ende 2007 mit der Veröffentlichung des National Intelligence Estimate von der Möglichkeit Abstand genommen, den Iran mit militärischer Gewalt am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Der 2007 NIE berichtete fälschlicherweise, der Iran hätte sein Streben nach Atomwaffen im Jahr 2003 aufgegeben. Nachdem der Bericht veröffentlicht wurde, hatte der damalige Präsident George W. Bush keine politische Befugnis, den Iran anzugreifen.

Die entfernte Möglichkeit, dass die USA zu einem späteren Zeitpunkt die iranischen Atomanlagen angreifen, wurde mit Obamas Amtseinführung im Jahr 2009 komplett vom Tisch gefegt. Von Anfang an machte Obama durch Worte und Taten klar, dass es sein Ziel war, die Mullahs zu beschwichtigen, nicht sie zu konfrontieren.

Die Tatsache, dass sich Israel sieben Jahre lang nach dem 2007 NIE weiterhin an die leere Behauptung klammert, dass die USA handeln würden, um den Iran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern, ist ein Beweis sowohl für die Macht der Medien einzuschüchtern als auch für ihre Korruption. Die Medien müssten eigentlich den freien Fluss von Informationen erleichtern. Aber sie blockieren ihn durch Ersticken jeglicher Diskussion über die Glaubwürdigkeit der US-Führung im Umgang mit dem Atomprogramm des Iran. Und sie griffen rücksichtslos jeden Führer an, der die Bereitschaft angedeutet hat, selbstständig gegen den Iran zu handeln.

Ya´alon hat offenbar keine Angst vor den Medien. Er weiß, er kann der Öffentlichkeit glaubhaft nachweisen, dass Israel seine eigenen Interessen sichern kann und muss, unabhängig von der Position der USA. Da sie ihn nicht dazu bringen können, sich in ihre Linie einzufügen, hat das Medien-Triumvirat offenbar beschlossen, das öffentliche Vertrauen in ihn zu untergraben, indem sie ihn als rücksichtslosen Amateur präsentieren.

Hier ist es entscheidend, das Problem des Durchsickerns zu verstehen. Durch das Abhalten der vertraulichen Besprechungen hat Ya´alon nichts falsch gemacht.

Tatsächlich verhielt er sich so, wie ein Führer es tun sollte. Wenn der Führer in einer offenen Gesellschaft eine deutliche Verschiebung in der nationalen Politik erwägt, ist es vernünftig für ihn, sein Denken mit politischen Eliten zu teilen, ob in der Wissenschaft oder den Medien, um den Boden vorzubereiten und ihre Antworten zu beurteilen. Dies im Privaten zu tun ermöglicht dem Führer, große Verschiebungen weit weg vom Rampenlicht zu erwägen.

Es waren die undichten Stellen, nicht Ya´alon, die sich leichtfertig und unprofessionell verhalten haben.

Er sprach inoffiziell um eine diplomatische Peinlichkeit für sich und das Land zu verhindern. Sie ließen seine Ausführungen durchsickern, um ihn in Verlegenheit zu bringen und um eine diplomatische Krise zu initiieren.

Glücklicherweise - und ironischerweise - ging ihr Plan nach hinten los. Indem sie Ya´alon diskreditierten, haben die Medien Ya´alon, einem der Männer in Israel, denen am meisten vertraut wird, versehentlich ermöglicht, die Diskussion über die Palästinenser und die Iraner zu initiieren, die sie seit Jahren blockiert hatten - und es nach seinen Bedingungen zu tun.

Und jetzt ist es zu spät, um das Gespräch zu stoppen.

Die Medien beschlossen, die Kampagne gegen Ya´alon auf seine angebliche Verantwortungslosigkeit und losen Lippen zu konzentrieren, weil sie nicht mit ihm in der Substanz argumentieren können.

Seine Behauptung, dass es keine Chance gibt, dass die Palästinenser einem Friedensabkommen mit Israel zustimmen, ist selbstverständlich.

Seine Behauptung, dass Israel Obama nicht vertrauen kann, den Iran daran zu hindern, eine Atommacht zu werden, ist nicht zu leugnen.

Und das ist der Grund, warum die Medien sich dafür entscheiden, künstliche Krisen mit den USA wegen Ya´alons privaten Bemerkungen zu erschaffen, und warum die Obama-Regierung so begeistert mit Kanal 2, Yediot und Haaretz zusammenarbeitet.

Beide sind sich daüber im Klaren, dass die einzige Hoffnung, die sie haben, die Regierung und die Öffentlichkeit dazu zu nötigen, den Glauben an ihre gescheiterte und gefährliche Politik in Bezug auf die PLO und den Iran beizubehalten, in der Drohung besteht, dass Israel einen Preis für den Verzicht darauf bezahlen muss. Und der Preis, den sie nennen, ist die Beständigkeit der US-Israel-Allianz.

Bis heute wurde die Öffentlichkeit nicht durch ihre Mätzchen bewegt. Umfragen, die nach dem ersten Durchsickern im Januar gemacht wurden, ergaben, dass Ya´alon der beliebteste Minister in der Regierung ist.

Und während es wichtig ist, besorgt zu sein, wenn die Medien gemeinsame Sache mit einer feindlichen US-Regierung machen, um den Verteidigungsminister zu Fall zu bringen, ist es auch wichtig, nicht zu sehr zu übertreiben.

Israelis wissen, dass sie Ya´alon mehr vertrauen können, als Obama oder den Medien. Und sie stimmen ihm zu. Mit diesen Pluspunkten in der Hand ist es schwer zu sehen, wie Ya´alon diesen Kampf verlieren kann.

 

Übersetzung von Robert Rickler, Pressesprecher des "Freundeskreis Israel in Regensburg und Oberbayern e.V." - Foto: US-Verteidigungsminister Chuck Hagel zusammen mit dem israelischen Verteidigungsminister Moshe Ya´alon (Foto: von Secretary of Defense [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons)

 

 

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Autor: fischerde
Bild Quelle:


Sonntag, 06 April 2014






Also ich finde Caroline Glick super.



@Erika: Ganz meine Meinung.



"Seine Behauptung, dass es keine Chance gibt, dass die Palästinenser einem Friedensabkommen mit Israel zustimmen, ist selbstverständlich." Und das wissen auch die Schreibfinken der Qualitäts-Medien.* Aber nach ihrer rauschmittelverzerrten Weltanschauung, MUSS Israel der Schuldige sein. Blödmänner die (die Schreiberlinge natürlich). Und das man Großmufti Obamarama nur so weit trauen kann, wie man ein Klavier werfen kann, dürfte sich ja auch schon inzwischen global rumgesprochen haben.   * im Prinzip weiß das jedes halbwegs `vernunftbegabte Wesen´.



Obamaabbas ...



@Gerti: Endlich mal jemand, der Klartext redet.



@Erika: Du meinst, die Klartext redet.



@5Erika @6Gerti: Wir wollen doch alle "genderwissentschaftlich" Korrekt bleiben, oder? ;-) hihi...



@Gerti: Sicher.