Rabbinischer Kommentar: Je suis Charlie

Rabbinischer Kommentar:

Je suis Charlie




Die Welt ist erschüttert und versucht zu verstehen, wie diese Woche ein solch barbarisches Attentat geschehen konnte.

Eine der neuesten Drohungen von Terroristen kam im September 2014, mit einer Aufnahme der ISIS, auf der diese ihre Sympathisanten auf der ganzen Welt dazu aufrief: "Wenn Ihr keine IED (Sprengfalle) oder Munition findet, dann sucht Euch einen ungläubigen Amerikaner, Franzosen oder irgendeinen ihrer Allierten. Zerschlagt seinen Kopf mit einem Stein oder schlachtet ihn ab mit einem Messer oder überfahrt ihn mit Eurem Auto oder werft ihn von einem hoch liegenden Ort hinunter oder erwürgt ihn oder vergiftet ihn."

Im Mai 2014 wurden vier Menschen im Jüdischen Museum in Brüssel von einem französischen Staatsbürger ermordet, der für die ISIS in Syrien gekämpft hatte.

Diese und viele andere Attentate waren keine unvorhergesehene Geschehnisse - diese Taten wurden in aller Ruhe geplant und vorbereitet, angekündigt und allzu oft ignoriert.

Gewalt ist selten unvorhergesehen. Sie wird allzu oft nicht ernst genommen von zivilisierten Menschen. Es mag eigenartig und weit hergeholt erscheinen, darüber nachzudenken, dass es Menschen gibt, die schreckliche Gewaltaten verüben. Es ist viel leichter und beruhigender sich zu sagen, dass diese Menschen es unmöglich ernst meinen können, wenn sie diese Drohungen aussprechen, dass sie bestimmt übertreiben, wenn sie ihre Mord- und Verstümmelungsabsichten darlegen. Das Attentat in Paris zeigt, dass das Ignorieren dieser Warnungen eine große Gefahr für uns ist.

Der Iran hat zum Ausdruck gebracht, "Israel von der Landkarte zu tilgen". Im Januar 2015 hat der Anführer der Hamas Ismail Hanije einer Gruppe von Anhängern von seinen Plänen Israel anzugreifen erzählt: "Wir werden Waffen entwickeln, damit unsere Raketen so weit wie möglich reichen, und Ziele auf dem Meer, an Land und in der Luft treffen".

Im Novemer 2014 hat der Kopf der Hisbolla, Hassan Nasralla seine Absichten klar dargelegt: "Der Südlibanon ist bereit, (Israel) anzugreifen.... Wir haben keine Angst vorm Krieg...wir sind eine Bedrohung für Israel." Sogar die scheinbar moderate palästinensische Autorität hatte ihre eigene Botschaft an Israel im Juli 2014, als sie von einer neuen Art militärischer Ausrüstung Besitz nahm. Mit dem Bild eines Mannes, der einen Raketenwerfer in der Hand hält, hört man auf dem Video: "Eine Botschaft an die israelische Regierung und an das israelische Volk - der Tod wird Euch vom Süden bis zum Norden ereilen....Die KN-103-Rakete ist auf dem Weg zu Euch."

Es ist verlockend diese sowie andere Drohungen als leere Übertreibung abzutun.

Das Massaker in Paris erinnert uns leider daran, dass wenn Einzelne ihre Pläne zu töten und zu verstümmeln ankündigen, wir diese Drohungen unbedingt ernst nehmen müssen.

Wir müssen mehr Gutes und Liebevolles tun, um Licht in die Welt zu bringen.

Shabbat Shalom

Rabbiner Yehuda Teichtal

 

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Autor: joerg
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Samstag, 10 Januar 2015









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