Doitsches Medienspektrum: Das bessere Deutschland heißt Palästina

Doitsches Medienspektrum:

Das bessere Deutschland heißt Palästina




Wer sich bezüglich der gesellschaftlichen Breite und Tiefe der deutschen „Palästina-Solidarität“ noch immer irgendwelchen „politischen“ Träumen hingegeben haben sollte – dass das alles gar nicht „so“ gemeint wäre, sondern „ganz anders“ – kann sich gegenwärtig von der real-existierenden Meinung in diesem Land eines Besseren belehren lassen.

 

Von Gerrit Liskow

 

Das journalistische Spektrum zwischen ND und FAZ ist sich hinsichtlich der palästinensischen Staatlichkeit bemerkenswert einig: Der Pali-Staat der Einheitsfront der Hamas-Fatah muss kommen, nur je nach Geschmacksrichtung aus unterschiedlichen Gründen.

In der FAZ wurde die gutbürgerliche deutsche Palästina-Solidarität pünktlich zum Papstbesuch eher als ein Beweis praktizierter christlicher Nächstenliebe lanciert. Denn, ach: Zu oft wären die Palis vom Westen enttäuscht und im Stich gelassen worden, verraten und verkauft, und das ohne dafür auch nur im mindesten „etwas“ zu können, „wissen“ Hans-Christian Andersen Rößler und Majid Sattar im Auftrag von Günther Nonnenmachers Frankfurter Fantasy Zeitung.

Und bei der JAZ „weiß“ Tobias Kaufmann, sonst beim Kölner Stadtanzeiger, dass es nur deshalb seit zwei Jahren mit den bilateralen Verhandlungen nicht recht klappen will, weil da eine Regierung am Ruder ist, die „politisch“ einfach nicht will – und zwar in Jerusalem, und nicht etwa in Ramallah.

Das, vor dem Hintergrund wiederholter Erklärung der Nicht-Anerkennung Israels als jüdischen Staat durch Herrn Abbas und ständiger Gesprächsangebote der israelischen Seite, lässt Raum für Zweifel, auf welche „politische“ Wirklichkeit sich Herr Kaufmann im Auftrag der JAZ bezieht – abgesehen von der in seinem Kopf. Bekanntlich ist es ja so, dass es der Regierung der PA allein darum geht, dass eine „fortschrittliche“ Regierung Israel regiert, die Palästinenser den Israelis also nur „helfen“ möchten.

Bei Spiegel online fantabuliert Moshe Zuckerman im Dienst des Frontgeschützes deutscher „Israel-Kritik“. Dieses journalistische „Qualitäts-“Geschütz bringt der Sohn Martin „Moralkeulen“ Walsers (gemeint ist selbstverständlich Augstein jr., und nicht Zuckerman) so geschickt in Stellung, als wolle er sich damit den Weg bis Ramallah freischießen um „seine“ Palästinenser zu befreien.

Selbstverständlich nur in ihrer Funktion als projektive Stellvertreter für das exquisiteste aller „politischen“ Bedürfnisse des widergutgewordenen Deutschlands: Einmal ein Opfer der Juden zu sein - und nicht etwa um der Palästinenser selbst willen, denn die sind Augstein jr. und auch Zuckerman egal, sonst wären sie ja nicht für die Hamas-Fatah.

Moshe Zuckerman lässt in seinem Puzzle aus Propagandalügen so gut wie keine Gelegenheit aus, sich bei solchen „politischen“ Kräften lieb Kind zu machen, denen ein jüdischer und demokratischer Staat per se ein Dorn im Auge ist; momentan noch auf Basis auf der „Meinung“, ein Israel, das sich gegen Aggressionen schützen muss, sollte besser gar nicht erst existieren.

http://aro1.com/mosche-zimmermanns-schwachsinn-gerade-im-spiegel/

Eine „Meinung“, die das „politische“ Spektrum von J-Street über die „Jüdischen Stimmen“ von Edith Lutz und „Die Tochter“, oder Shalom Achshav und Uri Avnery, vereint mit Hamas, Fatah, Hisb’Allah, dem Islamischen Djihad, den Salafisten, dem Volkstümlichen Widerstands Komitee (PRC) und den Al-Aqsa Brigaden – und zwar beinahe nahtlos, denn die Unterschiede sind eher methodischer Art.

Nicht zu vergessen die deutsche „Links“-Partei, namentlich Annette Groth. Die „weiß“: Solange man nur fleißig genug Stolpersteine verlegt, sind der „Israel-Kritik“ in Deutschland keine Grenzen gesetzt.

Illustrieren lässt sich die „politische“ Position der nationalen Avantgarde, der deutschen „Linken“, anhand von zweierlei: Erstens anhand von Ina Lorenz‘ Definition des Zionismus („Das Jüdische Hamburg“; S. 294). „Zionismus“ – à la Lorenz – hatte nämlich „bezüglich der forcierten Auswanderung nach Palästina“ dieselben Ziele, wie der Nationalsozialismus. Ach so.

Zu ihrer Zeit beim „Institut für die Geschichte der deutschen Juden“ an der Uni Hamburg – keine sonderlich renommierte, aber eine überaus ordentliche deutsche Hochschule – war Frau Lorenz übrigens die Chefin von Frau Schüler-Springorum. Letztere scheint eine würdige Nachfolgerin für Wolfgang Benz am „Zentrum für Antisemitismus-Forschung“ an der TU Berlin geworden zu sein; ihr erstes Interview im „Muslim Markt“ erwarte ich mit Spannung.

Das ist die Quintessenz westdeutscher „Vergangenheitsbewältigung“, wie sie „politischer“, nämlich „gedenkpolitischer“, kaum sein könnte: „Das mit den Juden“ (gemeint ist die Shoah) war ein bisschen zu viel - aber „das“ ist doch noch lange kein Grund für einen eigenen Staat, nicht wahr?

Die ostdeutsche Lehre aus der deutschen Geschichte illustriert die Gruppe Leipziger Allerlei Einerlei, nein: „Leipziger Kritik“. Anlässlich einer lobhudelnden Besprechung des infamen und impertinenten „Höre Israel“-„Gedichtes“ von Erich Fried, wie sie derartig affirmativ nur eine überzeugte deutsche Untertanenseele zu Papier bringen kann, fließt so ziemlich alles zusammen, was der inoffiziellen Staatsreligion der DDR - dem als „Antizionismus“ verspätet widerauferstandenen Antifaschismus, der das historische Versagen der deutschen Arbeiterbewegung kompensieren sollte - bis heute ihren „politischen“ Schmackes verleiht: das Gerücht über die Juden (Adorno), insbesondere das Gerücht über den „Juden unter den Staaten“.

Es ist in diesem für den aktuellen Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz geradezu mustergültigen Geschreibsel aus Leipzig viel von Gefühlen die Rede, von Scham, von Schuld, und wie verständlich das doch alles sei, aber – und das ist ein großes Aber, das mit der ganzen Wucht der wissenschaftlichen Weltanschauung geschrieben steht – „das“ dürfe das doch nicht die „politische“ Analyse vernebeln; dieses „Das“ scheint dasselbe wie das Westdeutsche „Das“ zu sein, und es meint den Antisemitismus, verstanden als den blinden Fleck der gesellschaftlichen Selbstwahrnehmung.

Und die „politische“ Analyse wiederum besagt: Israel ist eine spätkoloniale Besatzungsmacht, die es mit den Palästinensern macht, wie „die Nazis mit den Juden“, und zwar seit 63 Jahren, also seit der Staats-Gründung; folglich wären auch Chaifa, Tel Aviv und Be’er Sheba nichts anderes als illegale zionistische Siedlungen, ach so.

Was Mahmoud Abbas in seiner Funktion als Sprechpuppe seines Übermullahs Achmedinjad am letzten Freitag in der Ban Ki-moon Behörde am East River zum besten gegeben hat. Obwohl er im Grunde weiß, dass es „Die Palästinenser“ im von ihm verwendeten, national-„politischen“ Sinn vor dem Jahr 1967 (Sechs-Tage-Krieg) noch gar nicht gegeben haben kann; was aber ganz bestimmt nicht dazu führen wird, dass EU-Außenzarin Ashcroft Herrn Abbas die Apanage kürzt.

Das alles „weiß“ man nicht nur in Leipzig, wenn es um Erich Fried geht oder wenn man sich „kritisch“ dünkt. Denn die Auswüchse dieser „politischen“ Ideologie treiben im ND und der jungen Welt, den beiden Trendsettern des zeitgeistigen, national-sozialistischen deutschen „Qualitäts“-Journalismus, ihre stilechten Blüten.

So muss es nicht verwundern, dass die „politisch“ vielleicht noch etwas mutigere, vermeintlich und angeblich tabubrecherische „junge Welt“, jetzt auf eine „journalistische“ Linie einschwenkt, die die Gründung eines Terror-Staates an der Seite Israels als gerechte Strafe für den Holocaust propagiert.

Letztlich folgt die „junge Welt“ ihren Leserinnen und Lesern damit nur dahin, wo diese „geistig“ und „politisch“ zuhause sind. Ferner hält sie sich ihre Wiedervereinigung mit der „jungen Freiheit“ zum „Kampfblatt der Einheitsfront des deutschen Volkes“ weiter offen; während man sich bei der taz überlegt, ob man nicht wenigstens als wöchentliche Kulturbeilage mit von der Partie sein kann?

Aber in den Abgründen der „politischen“ Sektenblätter ist es nicht anders, als in jenem Mainstream, der diese Postillen als gesellschaftliche, „politische“ Avantgarde rezipiert und ihnen so fleißig nach dem Munde redet, wie etwa die deutsche Tagesschau, die anlässlich des Besuchs von Herrn Gül in einer Art Dauerwerbesendung viel Positives über den „wachsenden Einfluss der Türkei im östlichen Mittelmeer“ zu sagen wusste.

Nächstes Mal, liebe Tagesschau, sagt es doch einfach etwas unverblümter: Wenn sich die Juden Israelis schon nicht so mir nichts dir nichts ins Meer schmeißen lassen, dann nehmt ihnen doch auf jeden Fall die Gasfelder vor ihrer Küste weg – denn genau das ist das Ziel des „wachsenden Einflusses der Türkei im östlichen Mittelmeer“, der die deutsche Tagesschau so recht entzückt.

Und dass man ausgerechnet bei Holzbrinks Fachblatt für sozial akzeptablen „Antizionismus“ – also jene „Zeit“, deren „Israel-kritische“ Linie noch immer Helmut Schmidt mitgestaltet – kapiert haben sollte, mit wem man sich da in der Form reflexartiger, authentischer „Palästina-Solidarität“ kommun macht, würde überraschen.

War doch schon die „Zeit“-Reaktion auf Clockwork London und den Tottenham Blitz von aufrechter und ehrlich empfundener Sympathie für den „revoltierenden“ Mob geprägt – und der Annahme, dass es die demokratisch legitimierte Regierung David Camerons nicht besser verdient hat, weil sie sich zu weit von jenem „gesunden“ Volks-Empfinden entfernt hätte, dem man auch am Speersort wohl nur zu gerne wieder etwas ungehemmter hinterherschreiben würde, nur wäre man dann eben bloß die schlechtere „Bild“.

Dass also „Die Zeit“ die Regierung unter der Einheitsfront von Hamas-Fatah weiterhin als gesellschaftlich und politisch positive Perspektive für „Palästina“ zu verkaufen versteht, ist nur konsequent. Und wenn schon „Die Zeit“ das so sieht, dann sollte es keine/n wundern, was den Rest der deutschen Journaille umtreibt; ganz zu schweigen vom deutschen Staatsfunk.

Den Rest besorgt der Begleitbass eines soliden Anti-Amerikanismus, denn was die „politische“ Verzweiflungstat des Überzeugungstäters Mahmoud Abbas am Sitz der UN bezwecken soll, wird insbesondere von jenen gesellschaftlichen Kreisen goutiert werden, die sich in der Folge des 8. Mai 1945 stets besiegt und nie befreit gefühlt haben: die USA in die außenpolitische Isolation zu zwingen, als letzter verbliebener Freund des jüdischen Staates.

Und diese „Lehre“ aus dem aktuellen Geschehen zu ziehen wird dem Spektrum von Tagesschau bis taz, von Spiegel bis ND, von „junge Welt bis „junge Freiheit“, geradezu unwiderstehlich sein.

PS: Abbas bekam seine „akademischen“ Meriten an der Universität in Moskau, indem er eine Beziehung gegenseitiger Nützlichkeit zwischen Zionismus und Nationalsozialismus „bewies“. So viel dazu.

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Sonntag, 25 September 2011






Eine sehr gute Auswertung dessen, was in den Medien so abgeht. Mir ist auch schon des öfteren aufgefallen, das auch in der JAZ merkwürdige Dinge stehen. Danke Gerrit, Danke haOlam das ihr das las erste und bislang - leider - als einzigste offen ansprecht!



Hallo, vom Herrn Kaufmann hätte ich es nie geglaubt! Er schreibt doch ganz was Anderes in der Jüdischen Allgemeinen Zeitung. Schwer endtaüscht von diesen Herrn! Hoffentlich wird

er von JAZ zurückgepfiffen oder nicht mehr berücksichtigt! Soll er seine Weisheiten bei den

"Gutmenschen" ablieren. HAG SAMEAH!



Lieber Gutmensch als Lobby-Jude.



@Atiimp

zum glück gibt es keine Gutmenschen sondern nur Egoistische Menschen die nur an Sich selbst denken!

Wer etwas anderes Behauptet Lügt oder sieht nur seine Seite und nicht die Seite des geschädigten!