Iran feuert weiter – Israels Armee meldet Erfolge, doch keine EntwarnungIran feuert weiter – Israels Armee meldet Erfolge, doch keine Entwarnung
Die israelische Armee trifft systematisch Irans Raketenarsenal und Kommandozentralen. Doch das Regime in Teheran könnte Israel noch wochenlang mit Raketen beschießen.

IDF
Die israelische Armee hat in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben massive Fortschritte im Kampf gegen Irans militärische Infrastruktur erzielt. Seit Beginn der großangelegten Gegenschläge am Freitag wurden rund 170 Ziele in Iran getroffen – darunter ein bedeutender unterirdischer Raketenstützpunkt, mehrere mobile Abschussrampen, Luftabwehrstellungen und zentrale Einrichtungen des Atomprogramms. Doch trotz dieser Erfolge gibt es noch keinen Hinweis auf ein nahes Ende der Bedrohung für Israels Bevölkerung.
Ein IDF-Offizier erklärte am Sonntag, man habe zwar zahlreiche ballistische Raketen zerstört, doch sei unklar, wie viele Iran tatsächlich noch besitzt – oder bewusst verschweigt. Zwar schätzen israelische und amerikanische Quellen das iranische Arsenal auf rund 3.000 Raketen, von denen etwa 1.000 IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen erreichen können, doch die Zahl einsatzfähiger Abschussrampen liegt laut denselben Quellen nur zwischen 150 und 250.
Seit April 2024 hat Iran laut israelischen Angaben bereits mehr als 800 Raketen abgefeuert – allein in den letzten 48 Stunden mindestens 275. Zuletzt trafen am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag drei Salven Israel: um 23 Uhr, um 2 Uhr und nochmals gegen 2:55 Uhr. Ziel waren dabei vor allem das Zentrum und der Norden des Landes. In Bat Yam und Rehovot wurden Wohngebäude schwer beschädigt.
Kein Ende in Sicht – Raketenbedrohung bleibt akut
Der militärische Erfolg in Iran ist spürbar – doch die Bedrohung bleibt bestehen. Sollte das Regime in Teheran die Intensität der Angriffe drosseln und künftig „nur noch“ 50 bis 100 Raketen täglich abfeuern, könnte der Beschuss dennoch über Wochen oder gar Monate anhalten. Die israelische Armee bereitet sich daher auf eine anhaltende Gefahrenlage im Inneren vor.
Ein IDF-Sprecher betonte, dass die Schäden in Israel bisher geringer ausfielen als ursprünglich befürchtet – was sowohl dem Iron-Dome-Abwehrsystem als auch dem schnellen Reaktionsvermögen der Bevölkerung und der Rettungskräfte zu verdanken sei. Dennoch: Zehn Menschen wurden bislang getötet, mehr als 250 verletzt.
Luftschläge in Etappen – Herausforderung durch Entfernung
Im Gegensatz zu früheren Operationen im Libanon oder in Syrien gestaltet sich der Luftkrieg gegen Iran logistisch äußerst komplex. Die meisten Drohnen erreichen iranisches Territorium nicht. Kampfjets benötigen mehrere Stunden für Hin- und Rückflüge, was die Schlagkraft deutlich limitiert. Eine Dauerbelastung wie bei Operationen gegen die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen sei daher nicht umsetzbar, so ein hochrangiger Offizier.
Die Operation erfolgt deshalb in Phasen. Zuerst wurden Luftabwehrsysteme ausgeschaltet und Führungspersonal ausgeschaltet, dann Nuklearanlagen wie Natanz ins Visier genommen – ein Symbol und Bollwerk iranischer Macht. In der aktuellen Phase konzentriert sich die IDF auf mobile Raketenabschussbasen und logistische Knotenpunkte, wobei die Mobilität der Anlagen und der enorme Aufwand für die Luftbetankung israelischer Flugzeuge den Fortschritt verlangsamen.
Israel informiert, aber bleibt vorsichtig
Dass das israelische Militär öffentlich über die Operationen spricht, aber genaue Zahlen und Prognosen vermeidet, ist Teil einer bewussten Strategie. Einerseits soll der eigene Bevölkerung vermittelt werden, dass man handlungsfähig ist. Andererseits soll Teheran nicht erkennen können, wie erfolgreich einzelne Angriffe waren oder welche Ziele bislang unerreicht blieben.
Ein Offizier erklärte, dass der Fortschritt sogar schneller verlaufe als ursprünglich angenommen. Auch amerikanische Militärkreise zeigten sich demnach beeindruckt vom Tempo der israelischen Luftwaffe. Doch das beantwortet nicht die zentrale Frage: Wie lange kann Iran Israel noch beschießen – und mit welcher Intensität?
Bis eine Antwort möglich ist, bleibt die Bevölkerung Israels weiter im Ausnahmezustand.
Autor: Redaktion
Sonntag, 15 Juni 2025