Kushner und Blair verhandeln mit Hamas über Entwaffnung und Israels RückzugKushner und Blair verhandeln mit Hamas über Entwaffnung und Israels Rückzug
In Kairo haben Jared Kushner, Tony Blair und Gaza-Beauftragter Nikolay Mladenov mit einer Hamas-Delegation über die Zukunft des Gazastreifens gesprochen. Im Zentrum stehen die Entwaffnung der Terrororganisation, Israels Rückzug und eine neue Verwaltung Gazas.

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Die Verhandlungen über die Zukunft des Gazastreifens sind in eine entscheidende Phase eingetreten. Jared Kushner, der frühere britische Premierminister Tony Blair und Nikolay Mladenov, der für den von US-Präsident Donald Trump geschaffenen Board of Peace die Umsetzung des GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen-Plans koordiniert, haben am Sonntag in Kairo mit Vertretern der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen gesprochen.
Nach Informationen der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post ging es dabei um die praktische Umsetzung des 15-Punkte-Fahrplans für Gaza. Auch Reuters bestätigt Treffen von Kushner und Mladenov mit Vermittlern aus Ägypten, Katar und der Türkei sowie die Anwesenheit von Hamas-Vertretern bei einem Teil der Gespräche.
Damit sitzen hochrangige amerikanische und internationale Vertreter unmittelbar mit jener Terrororganisation am Tisch, die am 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen den Krieg mit ihrem Massaker in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ausgelöst hatte. Der entscheidende Punkt ist jedoch, worüber gesprochen wird: Nach Angaben einer mit den Gesprächen vertrauten Quelle soll Hamas ihre Regierungsgewalt, ihre Waffen und ihre militärische Infrastruktur vollständig abgeben.
Der Plan sieht vor, die zivile Verwaltung des Gazastreifens an das technokratische National Committee for the Administration of Gaza, NCAG, zu übertragen. Parallel soll eine internationale Stabilisierungstruppe eingesetzt werden. Hamas soll schrittweise entwaffnet, ihre militärische Infrastruktur stillgelegt und aus der Regierungsstruktur Gazas entfernt werden. Mladenovs bereits im Mai veröffentlichter Fahrplan verbindet diese Schritte mit einem schrittweisen Rückzug der israelischen Armee.
Genau hier liegt allerdings der Konflikt mit Israel.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besteht darauf, dass die IDF Gaza nicht verlässt, solange Hamas nicht nachweisbar entwaffnet ist. Reuters berichtete zuletzt, Israel lehne einen Rückzug ab, solange lediglich Zusagen der Terrororganisation vorliegen. Der Board of Peace erklärt dagegen, jeder Schritt solle überprüfbar sein und erst erfolgen, wenn zuvor vereinbarte Bedingungen tatsächlich erfüllt wurden.
Das ist keine nebensächliche Frage der Reihenfolge.
Für Israel wäre ein Rückzug, während Hamas weiterhin Waffen, Tunnel, Raketen und bewaffnete Einheiten besitzt, ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Die Erfahrung nach früheren Waffenruhen hat gezeigt, dass Hamas Ruhephasen zum Wiederaufbau ihrer militärischen Fähigkeiten nutzen kann. Deshalb verlangt Jerusalem nicht lediglich eine politische Erklärung der Terrororganisation, sondern eine überprüfbare Entwaffnung.
Nach Angaben der Jerusalem Post wurde bei dem Treffen in Kairo ausdrücklich über die Stilllegung von Hamas-Waffen und TerrorinfrastrukturTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen gesprochen. Ebenso standen der Rückzug der IDF, der Wiederaufbau Gazas und humanitäre Maßnahmen auf der Tagesordnung.
Die Position des Board of Peace wurde dabei ungewöhnlich deutlich formuliert: Hamas müsse ihre Regierungsgewalt sowie sämtliche Waffen und militärische Infrastruktur aufgeben. Gaza dürfe nie wieder als Ausgangspunkt für Terror gegen Israel dienen.
Trump hatte bereits Ende Juli erklärt, Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einem vollständigen Entwaffnungsplan grundsätzlich zugestimmt. Reuters berichtete ebenfalls von einer prinzipiellen Zustimmung, allerdings bleiben erhebliche Differenzen über Reihenfolge und Bedingungen bestehen. Hamas verlangt insbesondere israelische Rückzüge und ein Ende israelischer Angriffe. Israel wiederum will verhindern, dass ein Rückzug vollzogen wird, bevor die Entwaffnung überprüft ist.
Genau daran wird sich entscheiden, ob der Plan mehr wird als ein weiteres diplomatisches Papier.
Dass Kushner, Blair und Mladenov mit Hamas sprechen, mag angesichts des Charakters der Organisation unangenehm sein. Wenn das Ziel tatsächlich ihre Entwaffnung und Entfernung aus der Herrschaft über Gaza ist, lässt sich ein direkter oder indirekter Verhandlungskanal jedoch kaum vermeiden.
Entscheidend ist, was am Ende dabei herauskommt.
Ein Gaza ohne Hamas-Herrschaft, ohne Raketenarsenal und ohne wiederaufgebaute Terrorinfrastruktur wäre ein grundlegender Unterschied zur Situation vor dem 7. Oktober. Ein Gaza dagegen, aus dem Israel sich zurückzieht, während Hamas lediglich Waffen versteckt, Einheiten umbenennt oder ihre militärische Struktur in neue Institutionen überführt, wäre keine Lösung.
Der gesamte Plan steht deshalb vor einem einfachen Test: Wird Hamas tatsächlich entwaffnet oder nur politisch umetikettiert?
Für Israel kann nur die erste Variante akzeptabel sein.
Autor: Redaktion
Montag, 17 August 2026