Weniger Terror, mehr Zündstoff: IDF warnt vor neuer Eskalation in Judäa und Samaria

Weniger Terror, mehr Zündstoff: IDF warnt vor neuer Eskalation in Judäa und Samaria


Die Zahl der Anschläge ist so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Doch Israels Sicherheitsapparat sieht die Lage in Judäa und Samaria keineswegs als entspannt an, sondern als potenziell explosiv.

Weniger Terror, mehr Zündstoff: IDF warnt vor neuer Eskalation in Judäa und Samaria
Bildnachweis: Symbolbild / KI

Auf den ersten Blick klingt die Lage beruhigend. Nach Angaben israelischer Sicherheitskreise ist das Terrorniveau in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen derzeit so niedrig wie seit 2011 nicht mehr. Doch genau aus diesem Befund zieht die IDF nicht den Schluss, jetzt könne man sich zurücklehnen. Im Gegenteil: Vor den Feiertagen setzt die Armee auf noch mehr Prävention, mehr Präsenz und schnellere Eingriffe, weil sie unter der ruhigen Oberfläche neue Eskalationsgefahren erkennt.

Der Kern der Warnung lautet: Weniger laufender Terror bedeutet nicht automatisch weniger Bedrohung. Sicherheitsvertreter gehen davon aus, dass HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen-Strukturen in der Türkei, in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen, im Iran, in Katar, im Libanon und an anderen Orten weiter versuchen werden, Anschläge gegen Israelis und IDF-Soldaten in Judäa und Samaria anzustoßen. Die momentane Ruhe sei daher kein Zeichen dafür, dass die Gefahr verschwunden ist, sondern eher das Ergebnis anhaltenden Drucks durch Armee, Schin Bet, Polizei und Grenzpolizei.

Diese Sicht passt zu mehreren Entwicklungen der vergangenen Wochen. Ende August töteten IDF und Schin Bet bei einem gezielten Einsatz bei Dschenin den Hamas-Terroristen Qais Bitawi und zwei weitere Bewaffnete. Nach israelischen Angaben war Bitawi in bedeutende Terroraktivitäten verwickelt, finanzierte und steuerte Anschläge und unterhielt Kontakte zur Hamas in Gaza und ins Ausland. Zugleich erklärte Verteidigungsminister IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Katz, die aggressive Präventionspolitik habe die Terroraktivität bereits deutlich gesenkt.

Prävention statt Reaktion

Israels Sicherheitsapparat will deshalb gerade vor Rosch Haschana und den weiteren Herbstfeiertagen nicht erst reagieren, wenn Anschläge bereits in Vorbereitung weit fortgeschritten sind. Nach dem Bericht der JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post richtet sich die aktuelle Linie nicht nur gegen konkrete Verdächtige, sondern auch gegen Zentren der Aufwiegelung und gegen infrastrukturelle Voraussetzungen künftigen Terrors.

Hinzu kommt ein zweiter Faktor: die gewachsene operative Freiheit der IDF in mehreren ehemaligen Terrorhochburgen. Sicherheitskreise verweisen darauf, dass die Armee nach der Einnahme und dauerhaften Präsenz in früheren Flüchtlingslager-Zentren schneller und tiefer agieren könne als früher. Gerade in Nord-Samaria hat sich das Vorgehen dadurch verändert. Israel will verhindern, dass sich dort erneut geschlossene Terrorräume bilden, aus denen Hamas, Islamischer DschihadIslamischer Dschihad: Irans Terrorpartner gegen IsraelDer Islamische Dschihad ist eine palästinensische Terrororganisation, die Anfang der 1980er Jahre entstand. Sie lehnt Israel ab, wird stark vom Iran unterstützt und verfügt mit den Al Quds Brigaden über einen bewaffneten Arm.Mehr lesen oder andere Gruppen Anschläge organisieren.

Auch der Waffenschmuggel bleibt ein zentrales Problem. Schon im März hatten Schin Bet, Polizei und IDF einen Schmuggel von 36 Pistolen und 63 Magazinen an der jordanischen Grenze vereitelt. Im Juni folgte ein weiterer größerer Fund mit Sturmgewehren und Dutzenden Pistolen. Solche Lieferungen sind für Israel kein Randthema, sondern Treibstoff für die nächste Terrorwelle.

Die nächste Gefahr heißt Reibung

Gleichzeitig kommt die Warnung der Armee nicht nur aus palästinensischer Richtung. Der Bericht nennt ausdrücklich eine wachsende „Friction“, also zunehmende Reibung vor Ort. Gemeint ist ein Gemisch aus angespannten Kontakten, wachsender Siedlungs- und Außenpostendynamik, illegalen Strukturen, palästinensischer Feindseligkeit und einer insgesamt aufgeladenen Atmosphäre.

Das ist ein heikler Punkt, den man bei haOlam nicht wegdrücken sollte. Israel hat ein elementares Recht, seine Bürger in Judäa und Samaria zu schützen und TerrorstrukturenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen frühzeitig zu zerschlagen. Zugleich ist es offenkundig, dass illegale Außenposten und Gewalt jüdischer Extremisten zusätzliche Spannungen schaffen und Sicherheitskräfte binden. Genau das zeigte zuletzt auch Kusra, wo die IDF ihr eigenes Vorgehen und Verzögerungen bei der Räumung eines illegalen Außenpostens prüfen musste.

Dazu kommt die Sorge vor einem möglichen Machtkampf nach Mahmud AbbasPLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen. Sicherheitskreise halten weiter an der Koordination mit den palästinensischen Sicherheitskräften fest, sehen aber zugleich ein gefährliches Szenario: Sollten palästinensische Waffen in einer Nachfolgekrise gegen Israelis oder IDF-Soldaten gerichtet werden, könnte aus latenter Unsicherheit sehr schnell eine offene Eskalation werden.

Die eigentliche Nachricht lautet deshalb nicht, dass in Judäa und Samaria gerade wenig Terror herrscht. Die Nachricht lautet, dass Israel diese vergleichsweise ruhige Phase als Zeitfenster begreift, um die nächste Welle zu verhindern. Für die IDF ist die Lage nicht stabil, sondern nur vorläufig kontrolliert.

Und genau deshalb will sie jetzt härter vorbeugen, bevor Hamas und andere Terrororganisationen die Ruhe wieder in Blut verwandeln.

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Autor: Redaktion
Sonntag, 13 September 2026

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