Palästinensische Schulen zeigen Kindern eine Welt ohne IsraelPalästinensische Schulen zeigen Kindern eine Welt ohne Israel
Neue Aufnahmen aus Schulen bei Ramallah zeigen Kinder mit Landkarten, auf denen Israel vollständig durch Palästina ersetzt wird. Die Darstellungen stammen aus dem Umfeld der Palästinensischen Autonomiebehörde und werfen erneut die Frage auf, wie eine friedliche Zukunft entstehen soll, wenn der Nachbarstaat bereits im Unterricht verschwindet.

Bildnachweis: Symbolbild / KI
Was lernen Kinder über ein Land, das auf ihren Landkarten überhaupt nicht existiert? Diese Frage stellt sich nach neuen Veröffentlichungen über Schulveranstaltungen in der palästinensischen Stadt Birzeit nördlich von Ramallah. Auf Bildern, die von einer örtlichen Bildungsdirektion der Palästinensischen Autonomiebehörde veröffentlicht wurden, halten Schüler Plakate mit der Aufschrift „Free PalestinePalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen“ und Landkarten, auf denen das gesamte Staatsgebiet Israels als PalästinaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen dargestellt wird. IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen erscheint darauf nicht als Nachbarstaat, nicht als politischer Verhandlungspartner und auch nicht als Land mit einer eigenen Bevölkerung, sondern verschwindet vollständig aus der geografischen Darstellung.
Die israelische Organisation Palestinian Media Watch (PMW) machte am Montag, dem 19. Oktober 2026, auf die Aufnahmen aufmerksam. Sie stammen nach Angaben der Organisation von einer Veröffentlichung der Bildungsdirektion Birzeit vom 30. September, dem palästinensischen Flaggentag. Auf einem der Plakate ist die gesamte Fläche zwischen Mittelmeer und Jordan in den Farben der palästinensischen Flagge dargestellt. Daneben steht der Aufruf „Free Palestine“. Ein weiteres Bild zeigt ein Mädchen, das eine entsprechende Karte mit der Bezeichnung „Palästina“ trägt.
Der entscheidende Punkt ist nicht die Verwendung der palästinensischen Nationalflagge. Palästinensische Kinder dürfen ihre nationale Identität ausdrücken, ihre Geschichte kennenlernen und ihre politischen Hoffnungen formulieren. Problematisch wird es dort, wo eine staatliche Bildungseinrichtung eine geografische und politische Vorstellung vermittelt, in der für Israel überhaupt kein Platz mehr vorgesehen ist.
Denn die abgebildete Fläche umfasst nicht nur die palästinensischen Gebiete in Judäa und SamariaJudäa und Samaria: Israels historisches Kernland im politischen StreitJudäa und Samaria bezeichnen historische Landschaften zwischen Jerusalem, dem Jordantal und den zentralen Höhenzügen des Landes Israel. In Israel ist der Begriff gebräuchlich. International wird das Gebiet oft anders bezeichnet und politisch als umstritten eingeordnet.Mehr lesen sowie den Gazastreifen. Sie schließt das international anerkannte Staatsgebiet Israels ein, einschließlich seiner Städte und der Gebiete innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949. Damit handelt es sich nicht lediglich um eine Darstellung derjenigen Gebiete, über deren künftigen Status Israelis und PalästinenserPalästinenser: Herkunft, Begriffswandel und politische IdentitätPalästinenser bezeichnet heute meist palästinensische Araber mit eigener nationaler Identität. In der Mandatszeit konnte der Begriff jedoch allgemein Bewohner des britischen Mandatsgebiets Palästina meinen, auch Juden.Mehr lesen seit Jahrzehnten streiten.
Die Karte zeigt eine politische Vorstellung von Palästina, die das gesamte Land zwischen Mittelmeer und Jordan umfasst. Ob jedes beteiligte Kind die damit verbundenen politischen Konsequenzen versteht, ist nicht bekannt. Ebenso wenig lässt sich aus den Bildern allein ableiten, dass die Schüler persönlich eine gewaltsame Beseitigung Israels befürworten. Die politische Botschaft der verwendeten Karten ist jedoch eindeutig: Ein eigenständiger israelischer Staat ist darauf nicht vorgesehen.
Besonders schwer wiegt die institutionelle Herkunft. Die Aufnahmen stammen laut PMW nicht von einer privaten Demonstration oder einer unabhängigen politischen Jugendgruppe, sondern von einer Bildungsdirektion, die zum palästinensischen Bildungsministerium gehört. Die staatliche Verantwortung für die vermittelten Inhalte lässt sich deshalb nicht einfach mit dem Hinweis auf individuelle Meinungsfreiheit beiseiteschieben.
Die Auslöschung Israels aus Landkarten ist kein neuer Einzelfall
Palestinian Media Watch verweist auf eine nahezu identische Darstellung aus dem vergangenen Jahr. Am 30. September 2025 veröffentlichte das palästinensische Bildungsministerium nach Angaben der Organisation Bilder einer weiteren Schulveranstaltung zum Flaggentag. Auch dort hielten Kinder Plakate mit der Aufschrift „Free Palestine“, verbunden mit einer Landkarte, die Israel vollständig durch Palästina ersetzte.
Der neue Bericht dokumentiert somit keine erstmals aufgetretene Entwicklung. Vielmehr zeigen die veröffentlichten Beispiele, dass entsprechende Darstellungen zumindest bei mehreren schulischen Veranstaltungen unterschiedlicher Jahre verwendet wurden.
Noch bedeutender ist, dass die Problematik bereits lange vor den aktuellen Aufnahmen wissenschaftlich untersucht wurde. Das deutsche Georg-Eckert-Institut analysierte im Auftrag der Europäischen Union palästinensische Schulbücher und veröffentlichte seine Ergebnisse im Juni 2021. Die Untersuchung umfasste zahlreiche Lehrmaterialien unterschiedlicher Fächer und Jahrgangsstufen.
Die Forscher kamen zu einem differenzierten, aber in entscheidenden Punkten besorgniserregenden Ergebnis. Einerseits fanden sie Unterrichtsinhalte, die Menschenrechte, gesellschaftliche Teilhabe und Toleranz vermittelten. Andererseits dokumentierten sie antisemitische Erzählungen, die Verherrlichung von Gewalt und eine ausgeprägt einseitige Darstellung Israels.
Besonders aufschlussreich war die Untersuchung der Landkarten. Nach Feststellung des Instituts wurde Israel in den analysierten Materialien häufig nicht als eigenständiger Staat dargestellt. Stattdessen zeigten geografische Abbildungen das Gebiet vom Mittelmeer bis zur jordanischen Grenze als zusammenhängendes Palästina. Israelische Städte wie Tel Aviv fehlten teilweise vollständig.
Damit ist das Problem keineswegs nur eine Interpretation von Palestinian Media Watch. Auch eine im Auftrag der Europäischen Union erstellte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die geografische Darstellung Israels in palästinensischen Lehrmaterialien erhebliche Defizite aufweist.
Die Wissenschaftler unterschieden dabei zwischen verschiedenen Arten problematischer Inhalte. Nicht jede Darstellung nationaler palästinensischer Identität wurde als antisemitischAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen eingestuft, und nicht jede Verwendung historischer Landkarten bedeutet automatisch einen Aufruf zur Gewalt. Gleichzeitig bestätigte die Studie, dass bestimmte Lehrmaterialien antisemitische Motive enthalten und Gewalt gegen Israelis teilweise glorifizieren oder rechtfertigen.
Diese Unterscheidung ist notwendig, um das eigentliche Problem klar zu benennen. Die Existenz eines palästinensischen Nationalbewusstseins steht nicht im Widerspruch zum Existenzrecht IsraelsExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen. Eine palästinensische Identität kann ebenso wie eine israelische Identität Grundlage für kulturelle Zugehörigkeit, politische Selbstbestimmung und gesellschaftliche Entwicklung sein.
Ein grundlegender Widerspruch entsteht allerdings dann, wenn nationale Selbstbestimmung so vermittelt wird, dass die Selbstbestimmung des anderen Volkes darin keinen Platz mehr besitzt.
Im November 2025 veröffentlichte die Organisation IMPACT-se eine weitere umfangreiche Untersuchung des palästinensischen Lehrplans für das Schuljahr 2025/26. Dafür wurden 290 Schulbücher und 71 Lehrerhandreichungen untersucht. Die Organisation dokumentierte zahlreiche Beispiele für die Verherrlichung von Terrorismus, antisemitische Darstellungen, die Idealisierung des Märtyrertums und die fehlende Anerkennung Israels.
IMPACT-se kam zu dem Ergebnis, dass die problematischen Inhalte trotz angekündigter Reformen weitgehend fortbestünden. Bei der Bewertung einzelner Beispiele und ihrer Verbreitung gehen wissenschaftliche Untersuchungen allerdings teilweise auseinander. Das Georg-Eckert-Institut hatte frühere Arbeiten von IMPACT-se wegen methodischer Fragen kritisiert und ein differenzierteres Gesamtbild gezeichnet.
Die aktuellen Schulaufnahmen lassen sich unabhängig von diesem wissenschaftlichen Streit beurteilen. Sie zeigen konkrete Darstellungen, die nach Angaben von PMW durch eine staatliche palästinensische Bildungsdirektion verbreitet wurden. Allerdings erlauben die wenigen Beispiele keine Aussage darüber, dass sämtliche palästinensischen Schulen oder Lehrer dieselbe politische Botschaft vermitteln.
Wer Frieden fordert, muss auch den anderen Staat anerkennen
Der politische Widerspruch ist offensichtlich. Die Palästinensische AutonomiebehördePLO: Die Organisation zwischen Terrorgeschichte, Oslo und MachtverlustDie PLO ist die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie wurde 1964 gegründet, wurde später international als Vertreterin der Palästinenser anerkannt und spielte im Oslo-Prozess eine zentrale Rolle.Mehr lesen unter Präsident Mahmoud Abbas tritt international für die Anerkennung eines palästinensischen Staates ein. Sie fordert politische Selbstbestimmung und beruft sich dabei auf internationale Beschlüsse und das Recht der Palästinenser auf nationale Eigenstaatlichkeit.
Bereits im Rahmen des Oslo-Friedensprozesses erkannte die Palästinensische Befreiungsorganisation 1993 ausdrücklich das Existenzrecht Israels in Frieden und Sicherheit an. Diese Anerkennung bildete eine der zentralen Grundlagen der anschließenden Verhandlungen und der Errichtung der Palästinensischen Autonomiebehörde.
Mehr als drei Jahrzehnte später steht diese historische Verpflichtung in einem bemerkenswerten Spannungsverhältnis zu jenen Landkarten, die bei den jetzt dokumentierten Schulveranstaltungen verwendet wurden.
Wenn die palästinensische Führung international einen eigenen Staat verlangt, muss sie sich fragen lassen, weshalb staatliche Bildungseinrichtungen zugleich Darstellungen verbreiten, auf denen der israelische Staat vollständig verschwindet. Eine politische Ordnung, die auf zwei Staaten beruht, setzt voraus, dass beide überhaupt als legitime politische Einheiten anerkannt werden.
Diese Frage betrifft nicht nur diplomatische Formulierungen. Es geht um das Weltbild, das Kinder während ihrer Schulzeit entwickeln. Ein Schüler, dem Israel ausschließlich als unrechtmäßige Besetzung des gesamten historischen Palästina vermittelt wird, erhält andere Voraussetzungen für die Beurteilung des Konflikts als ein Kind, das zugleich von der Geschichte des jüdischen Volkes, der Gründung Israels und dem Existenzrecht beider Völker erfährt.
Das bedeutet nicht, dass Kinder mit solchen Unterrichtsinhalten zwangsläufig zu Terroristen werden oder später Gewalt befürworten. Menschen entwickeln eigenständige Überzeugungen, begegnen anderen Perspektiven und können politische Vorstellungen kritisch hinterfragen. Schulische Bildung prägt jedoch grundlegende Orientierungen und Vorstellungen davon, was als selbstverständlich, gerecht oder legitim gilt.
Gerade deshalb sind die aktuellen Darstellungen mehr als ein Streit über geografische Symbole. Sie werfen die Frage auf, ob das palästinensische Bildungssystem junge Menschen ausreichend darauf vorbereitet, eines Tages mit Israel in Frieden zu leben.
Die Vergangenheit zeigt, welche Folgen die Verherrlichung terroristischer Gewalt haben kann. haOlam.de berichtete bereits im August 2026 über Schüler, die bei einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Kleidung mit dem Bild der palästinensischen Terroristin Dalal Mughrabi trugen. Mughrabi war an dem Küstenstraßenmassaker vom 11. März 1978 beteiligt, bei dem 38 Israelis ermordet wurden, darunter 13 Kinder.
Die Verehrung einer an einem solchen Massaker beteiligten Terroristin ist nicht mit einer gewöhnlichen Forderung nach palästinensischer Selbstbestimmung gleichzusetzen. Sie zeigt vielmehr, wie terroristische Gewalt innerhalb bestimmter politischer Erinnerungskulturen zu einem vermeintlich vorbildlichen Handeln umgedeutet werden kann.
Eine Landkarte, auf der Israel nicht existiert, ist nicht mit der Verehrung einer Terroristin identisch. Beide Vorgänge können jedoch Teil eines größeren Problems sein, wenn jungen Menschen ein Geschichtsbild vermittelt wird, in dem die Rechte israelischer Zivilisten und die Legitimität ihres Staates systematisch ausgeblendet werden.
Für Israel besitzt dieses Problem unmittelbare sicherheitspolitische Bedeutung. Der jüdische Staat hat wiederholt Friedensprozesse erlebt, die von schweren Terroranschlägen begleitet oder untergraben wurden. Die HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen lehnt Israels Existenz ab und hat mit den Massakern vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen gezeigt, welche Folgen ihre terroristische Ideologie für israelische Zivilisten haben kann.
Die Palästinensische Autonomiebehörde ist nicht mit der Hamas gleichzusetzen. Sie erkennt Israel im Rahmen der Verpflichtungen der PLO grundsätzlich an und verfolgt eine andere politische und institutionelle Strategie. Gerade deshalb muss sie sich jedoch an ihren eigenen offiziellen Verpflichtungen messen lassen.
Wenn Abbas und seine Regierung einen palästinensischen Staat fordern, sollte die Anerkennung Israels auch im schulischen Alltag sichtbar sein. Die Frage ist nicht, ob palästinensische Kinder ihre nationale Geschichte kennenlernen dürfen. Selbstverständlich dürfen sie das. Die Frage ist, ob dabei der andere Staat ausgelöscht werden muss.
Auch die internationale Gemeinschaft trägt Verantwortung. Europäische Regierungen unterstützen die Palästinensische Autonomiebehörde seit Jahren finanziell und politisch. Diese Unterstützung dient unter anderem dem Aufbau staatlicher Strukturen, der Versorgung der Bevölkerung und der Stabilisierung öffentlicher Institutionen.
Daraus folgt nicht automatisch, dass europäische Gelder unmittelbar für die Herstellung jedes problematischen Schulplakats verwendet werden. Eine solche Behauptung wäre ohne konkrete Finanzierungsnachweise nicht gerechtfertigt. Wohl aber müssen Geldgeber prüfen, ob unterstützte Institutionen mit ihren erklärten Zielen von Frieden, Toleranz und friedlicher Koexistenz übereinstimmen.
Die Europäische Union hat das Problem grundsätzlich erkannt und entsprechende Untersuchungen finanziert. Entscheidend ist jedoch, ob daraus überprüfbare Veränderungen im Bildungswesen entstehen. Die bloße Ankündigung von Reformen genügt nicht, wenn sich dieselben problematischen Inhalte weiterhin in Lehrmaterialien und offiziellen Schulveranstaltungen finden.
Die Bilder aus Birzeit stammen aus dem September 2026. Sie zeigen, dass zumindest die dort dokumentierten Schulen noch immer mit einer symbolischen Darstellung arbeiten, die den Staat Israel vollständig ausblendet. Das ist ein konkreter Befund, der sich nicht mit Verweisen auf zukünftige Reformen erledigt.
Für palästinensische Kinder ist eine solche Bildungspolitik ebenfalls problematisch. Wer ihnen eine politische Zukunft vermittelt, in der Israel nicht mehr existiert, bereitet sie nicht ausreichend auf die tatsächlichen Verhältnisse der Region vor. Israel ist ein bestehender Staat mit Millionen Einwohnern, einer langen jüdischen Geschichte, einer demokratisch gewählten politischen Führung und international anerkannten staatlichen Institutionen.
Die Anerkennung dieser Realität verlangt von niemandem, auf die eigene palästinensische Identität oder auf legitime politische Forderungen zu verzichten. Sie ist jedoch eine Voraussetzung dafür, politische Lösungen zu entwickeln, die nicht auf der Beseitigung des jeweils anderen beruhen.
Ein tragfähiger Frieden erfordert mehr als Waffenruhen und internationale Konferenzen. Er verlangt auch Bildung, die nicht nur das eigene Leid vermittelt, sondern die Existenz, Geschichte und Rechte der anderen Seite anerkennt. Ohne diese Grundlage werden neue Generationen möglicherweise mit Erwartungen aufwachsen, die sich nur durch eine erneute Konfrontation erfüllen ließen.
Palestinian Media Watch wertet die aktuellen Bilder als Beleg für eine fortgesetzte Erziehung zur Ablehnung Israels. Diese Bewertung geht über den unmittelbaren Bildbefund hinaus und muss als Einschätzung der Organisation kenntlich bleiben. Die gezeigten Landkarten selbst sind jedoch bereits erklärungsbedürftig genug.
Denn die eigentliche Frage lautet nicht, weshalb palästinensische Kinder eine palästinensische Flagge tragen. Sie lautet, weshalb staatlich verantwortete Schulen ihnen Landkarten zeigen, auf denen das Nachbarland vollständig verschwunden ist.
Wer eine friedliche Zukunft zwischen Israelis und Palästinensern anstrebt, muss darauf eine überzeugende Antwort finden. Frieden beginnt nicht erst am Verhandlungstisch. Er beginnt auch damit, was Kinder über ihre Nachbarn lernen.
Autor: Redaktion
Donnerstag, 22 Oktober 2026