Trump rückt näher an Großangriff gegen IranTrump rückt näher an Großangriff gegen Iran
Donald Trump hält eine politische Lösung offenbar kaum noch für erreichbar. Während zusätzliche Tankflugzeuge und Kampfflugzeuge in der Region eintreffen, bereitet sich Israel auf den Moment vor, in dem es selbst in den Krieg eingreifen muss.

Bildnachweis: The White House /
QuelleDie entscheidenden Fragen lauten offenbar nicht mehr, ob die Vereinigten Staaten ihren Krieg gegen das iranische Regime ausweiten, sondern wann sie es tun und wie weit sie dabei gehen. Nach Informationen der „JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen Post“ neigt US-Präsident Donald Trump inzwischen zu einer erheblichen Verschärfung der amerikanischen Angriffe. Mehrere amerikanische und israelische Regierungsvertreter gehen demnach davon aus, dass das Weiße Haus zusätzliche militärische Schritte vorbereitet. Eine endgültige Entscheidung ist jedoch weiterhin nicht bekannt.
Ein mit den Beratungen vertrauter Vertreter sagte der Zeitung, Trump habe erkannt, dass die Aussichten auf eine diplomatische Lösung ohne eine unerwartete Entwicklung praktisch nicht mehr vorhanden seien. Ein anderer Regierungsvertreter erinnerte allerdings daran, dass der Präsident seine Haltung bereits mehrfach im letzten Moment geändert habe. Das bedeutet: Die militärische Richtung wird deutlicher, ein Angriffsbefehl ist daraus noch nicht abzuleiten.
Gerade diese Unsicherheit gehört zu Trumps Methode. Er baut militärischen Druck auf, lässt umfangreiche Vorbereitungen sichtbar werden und hält zugleich offen, ob er den letzten Schritt tatsächlich anordnet. Doch diesmal stehen hinter den Drohungen bereits acht aufeinanderfolgende Nächte amerikanischer Angriffe, getötete US-Soldaten und eine iranische Führung, die ihre Raketen und Drohnen weiterhin gegen amerikanische Stützpunkte, Nachbarstaaten und die Schifffahrt richtet.
Die militärischen Vorbereitungen sind nicht mehr zu übersehen
Die Vereinigten Staaten verlegen derzeit zusätzliche Kampfflugzeuge und Tankmaschinen in die Region. Nach israelischen Angaben treffen täglich fünf bis acht amerikanische Luftbetankungsflugzeuge in IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen ein. Im Laufe der Woche soll dort eine ungewöhnlich große Zahl solcher Maschinen stationiert werden. Die Tankflugzeuge ermöglichen Kampfeinsätze über große Entfernungen und verlängern die Einsatzzeit amerikanischer Bomber und Jagdflugzeuge über iranischem Gebiet erheblich.
Ynet berichtet zudem von Dutzenden Tankflugzeugen sowie der Verlegung amerikanischer F-16 aus Deutschland und von F-35-Kampfflugzeugen aus Großbritannien in die Region. Diese Flugzeuge könnten unter anderem iranische Radaranlagen und Luftabwehrstellungen angreifen und damit den Weg für umfangreichere Luftschläge öffnen. Washington schafft sich damit militärische Möglichkeiten, die weit über die bisherigen Angriffe auf RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Marineeinrichtungen und Verkehrswege an der Straße von HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen hinausgehen.
Noch vor wenigen Tagen bemühten sich die Vereinigten Staaten, eine klare Grenze einzuhalten. Die Angriffe konzentrierten sich vor allem auf iranische Waffensysteme, Küstenverteidigung, Drohnenanlagen und militärische Einrichtungen rund um die Straße von Hormus. Große Führungseinrichtungen, zentrale Energieanlagen und hochrangige Vertreter des Regimes wurden nach damaligen Berichten bewusst nicht angegriffen. Gleichzeitig ließ Washington Teheran mitteilen, dass Gespräche weiterhin möglich seien.
Diese Tür scheint sich nun zu schließen. Trump erklärte bereits am 16. Juli, die Vereinigten Staaten würden in Iran „groß gewinnen“ und die Ergebnisse dieser Arbeit seien sehr bald sichtbar. Zugleich wurden bei den jüngsten Angriffen auch Brücken und weitere Teile der iranischen Infrastruktur getroffen, um militärischen Nachschub zu behindern. Das war mehr als eine sprachliche Verschärfung. Es zeigte, dass sich die amerikanische Zielauswahl bereits verändert.
Auch die weltweite Sicherheitswarnung des amerikanischen Außenministeriums vom 18. Juli passt in dieses Bild. Amerikaner wurden wegen der Spannungen im Nahen Osten und der Gefahr einer unvorhersehbaren Ausweitung der Kämpfe zu erhöhter Vorsicht aufgefordert. Das Ministerium warnte vor Angriffen auf amerikanische Einrichtungen, möglichen Aktionen iranischer Unterstützer, Flugausfällen und zeitweisen Sperrungen des Luftraums.
Der Tod zweier amerikanischer Soldaten bei einem iranischen Angriff in Jordanien hat den Druck auf Trump zusätzlich erhöht. Nach amerikanischen Medienberichten wurden bei den jüngsten Angriffen zudem zahlreiche weitere Soldaten verletzt. In Washington wächst damit die Forderung, Iran nicht nur für einzelne Angriffe zu bestrafen, sondern seine Fähigkeit zu weiteren Schlägen nachhaltig zu zerstören.
Israel bereitet sich auf drei mögliche Wege in den Krieg vor
Israel hält einen unmittelbaren iranischen Angriff derzeit noch nicht für sicher. Die gegenwärtige Einschätzung lautet, dass Teheran einen direkten Beschuss Israels möglichst vermeiden will, solange die Vereinigten Staaten ihre Angriffe nicht wesentlich ausweiten. Doch diese Annahme kann innerhalb weniger Stunden wertlos werden. Der iranische Raketenangriff auf die jordanische Hafenstadt Aqaba hat gezeigt, wie nahe die Kämpfe inzwischen an Eilat herangerückt sind.
Nach Angaben zweier israelischer Regierungsvertreter gibt es drei Szenarien, in denen Israel in die amerikanischen Angriffe eingreifen könnte. Das erste wäre ein direkter iranischer Angriff auf Israel. Das zweite wäre eine Geheimdiensterkenntnis, wonach Iran Raketen oder Drohnen für einen bevorstehenden Angriff auf israelisches Gebiet vorbereitet. Das dritte wäre eine ausdrückliche Bitte Trumps um israelische Beteiligung.
Die israelischen Streitkräfte bereiten sich deshalb nicht nur auf eigene Angriffe in Iran vor. Sie müssen gleichzeitig mit umfangreichem Raketenbeschuss auf israelische Städte und wichtige Infrastruktur rechnen. Hinzu kommt die Gefahr, dass die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen im Libanon einen amerikanisch-israelischen Angriff nutzt, um eine zweite Front zu öffnen. Israel müsste dann Luftverteidigung, Aufklärung und Luftwaffe gleichzeitig gegen Iran und im Norden einsetzen.
Washington hat eine israelische Beteiligung bislang offenbar bewusst begrenzt. Die Vereinigten Staaten wollten verhindern, dass Teheran den Konflikt als gemeinsamen amerikanisch-israelischen Krieg darstellen kann. Sollte das Pentagon jedoch zu dem Schluss kommen, dass israelische Aufklärung, Einsatzerfahrung oder besondere Fähigkeiten der israelischen Luftwaffe benötigt werden, kann sich diese Haltung rasch ändern.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu deutete am Sonntag ebenfalls an, dass Israel in den kommenden Tagen vor einer außergewöhnlichen Sicherheitslage stehen könnte. Bei einer Sitzung des Verfassungsausschusses des Likud erklärte er, eine solche Lage könne Wahlkampfveranstaltungen und die geplanten parteiinternen Vorwahlen erschweren.
Diese Aussage ist kein Beweis dafür, dass Netanjahu bereits über einen amerikanischen Angriffsbefehl informiert wurde. Sie fiel zudem in einem heftigen innerparteilichen Streit über die Zusammensetzung der Likud-Liste und die Macht des Ministerpräsidenten bei der Auswahl der Kandidaten. Netanjahu hatte bereits zuvor die Möglichkeit angesprochen, die Vorwahlen bei einer Verschlechterung der Sicherheitslage durch ein Auswahlgremium zu ersetzen. Sein Hinweis besitzt deshalb eine sicherheitspolitische und zugleich eine innenpolitische Bedeutung.
Dennoch fügt er sich in ein Gesamtbild, das immer schwerer zu übersehen ist. Die Vereinigten Staaten sammeln Flugzeuge, erweitern ihre Angriffsmöglichkeiten, warnen ihre Bürger und treffen bereits Ziele, die über den bisherigen begrenzten Rahmen hinausgehen. Israel versetzt Luftwaffe, Luftverteidigung und Nachrichtendienste in erhöhte Bereitschaft. Gleichzeitig schrumpft der politische Spielraum für neue Verhandlungen mit einem Regime, das auf militärischen Druck weiterhin mit Raketen und Drohnen reagiert.
Trump kann seine Entscheidung noch ändern. Das hat er in der Vergangenheit oft genug getan. Doch Teheran sollte daraus keine Sicherheit ableiten. Die bisherigen amerikanischen Angriffe dienten vor allem dazu, unmittelbare iranische Fähigkeiten zu schwächen und die Straße von Hormus zu schützen. Der nächste Schritt könnte darauf zielen, Iran die militärische Grundlage für seinen Krieg zu nehmen.
Für Israel ist das keine Auseinandersetzung, die sich dauerhaft auf die andere Seite der Region begrenzen lässt. Iran greift Jordanien und die Golfstaaten an, bedroht den internationalen Handel und verfügt weiterhin über Waffen, die israelische Städte erreichen können. Sollte Trump die nächste Stufe anordnen, wird Jerusalem möglicherweise nicht entscheiden können, ob es Teil dieses Krieges wird. Es wird nur noch entscheiden können, wann und mit welcher Kraft es handelt.
Autor: Redaktion
Montag, 20 Juli 2026