Eine notwendige Antwort: `Guten Tag Herr Lüders,´

Eine notwendige Antwort: `Guten Tag Herr Lüders,´




Zu Ihrem Beitrag vorgestern auf Phoenix:

Wenn man nicht schon seit Jahren wüsste, wie Sie ganz persönlich politisch ticken, nämlich antiisraelisch und letztlich antisemitisch – noch dazu bedenkt, auf welcher politischen Seite Sie sich seit je her positioniert haben und sich schon einmal für einen ganz speziellen Orden qualifiziert hatten und darüber hinaus viele politisch unbedarfte Zeitgenossen – falls politisch kaum oder gar nicht interessiert – Ihre „Qualifikation“ in Sachen Nahost für bare Münze nehmen, könnte man fast glauben, dass Sie in Ihrer eloquenten (geschwätzigen) Attitüde das Nonplusultra für deutschen Betroffenheitspazifismus seien.

Dem ist aber nicht so.

Sie haben wieder einmal ein Beispiel dafür abgegeben, wie verkappter Antisemitismus sich in einer Sprache manifestiert, die sich des Sujets „Frieden“ in einer widerlich abstoßenden surrealistischen Form bedient.

Ich will Ihnen aus meinem Gedächtnisprotokoll der Phoenix-Sendung von gestern Abend (Siehe Link oben [Phoenix]) zwei Beispiele spiegeln, die beispielhaft für Ihren heuchlerischen moralischen Schlingerkurs sind:

Sie sagten in der Sendung unter anderem:

Der Iran würde mit einem Frontalangriff und Krieg auf sein Land konfrontiert werden, und die Bevölkerung würde dann geschlossen hinter der Ajatollah-Nomenklatur stehen.

Wenn Sie wirklich einen Anspruch auf seriöse politikwissenschaftlich-strategische Diagnose erheben wollen (Ich bin Evang. Theologe und Politikwissenschaftler; deshalb erlaube ich mir diese Formulierung):

Würden Sie dann allen Ernstes bestreiten, dass es um punktierte Gewaltanwendung auf strategische Ziele im Iran ginge, wie es im Verlauf der Diskussion auf Phoenix angesprochen worden war – also kein Krieg gegen ein Territorium oder Volk, sondern um punktuelle strategische Anlagen, die selbst Iran-Kritiker im Westen nicht ausschließen?

Und wissen Sie eigentlich, wie die Opposition im Iran wirklich tickt?

Und was israelische Alleingänge betrifft, die Sie moralisch verwerflich finden:

Soweit ich Ihrem Geburtsdatum entnehmen kann, waren Sie schon halbwegs erwachsen, als israelische Kommandoeinheiten die von deutschen und palästinensischen Terrorgruppen entführten Juden einer Air-France-Maschine am Flughafen von Entebbe (Uganda) in einer spektakulären Befreiungsaktion retteten. Damals wurde im Flugzeug fleißig nach Juden selektiert – von den Söhnen und Töchtern der Väter, die an der Auschwitzrampe über Tod und Leben entschieden.

War einer Ihrer Verwandschaftsangehörigen dabei, der das Vergnügen hatte, von deutschen und palästinensischen Terroristen selektiert oder verschont zu werden, weil er (k)einen jüdischen Pass hatte?

Oder hätten Sie als eventuell Betroffener dem Schlächter Idi Amin damals zugestanden, dass er die ugandische Integrität über die Rettungsaktion stellte?

Wenn Sie den heutigen Iran in Zusammenhang mit geo- und religionsspezifischen Axiomen interpretieren, vergleichen Sie Äpfel (Gleichgewicht des [rationalen] Schreckens in den 1950er bis 1980er-Jahren) mit einer diametralen Kriegsführung und einer kulturhistorischen und religiös fundierten höchst [irrationalen] fragilen Gemengelage eines neuen geistesgeschichtlichen Äons (Zeitalters).

Können Sie mir folgen?

Es geht um den radikalen Schiitismis (eschatologischen Mahdi-Glauben), den sowohl Ahmadinejad als auch Chamenei versuchen, in die Tat umzusetzen. Wenn das nicht irrational gefährlich ist, was dann?

Hier geht es nicht allein um rationale Dispositionen von Regimes, die ihre geopolitischen Claims abstecken wollen, wie Sie in unglaublich naiver Weise darzustellen versuchen, sondern, wie Matthias Küntzel zu Recht sagt, um die Verwirklichung bzw. Herbeiführung einer rückwärts gerichteten schiitischen Apokalypse, die allen säkularen Konfliktlösungsansätzen ein deutliches Harmaggedon entgegensetzt, weil sie eschatologisch, also endzeitlich ausgerichtet ist und alles hinwegfegen will, was sich ihrer barbarischen Islamisierung widersetzt.

Wenn Sie, Herr Lüders, das nicht begreifen [können], sollten Sie schnellstens einen Kurs in vergleichenden Religionswissenschaften besuchen.

 

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b) Sie wiederholen das allseits bekannte Argument, dass der gesamte Nahe Osten – also auch Israel – sich einem Verbot von Atomwaffen unterwerfen solle.

Mit dieser Formulierung zeigen Sie doch mehr als deutlich, dass Sie Israels Existenzrecht nicht anerkennen wollen, weil Sie

1) einem demokratisch gewählten Staat das Recht auf eine ultimative Abschreckung nicht zugestehen wollen und damit

2) Diktaturen den uneingeschränkten Zugriffe auf Nukes einräumen.

Abschließende Frage:

Würden Sie sagen, dass Ihre Verlautbarungen bei Phoenix antisemitisch intendiert waren oder nicht?

Mir brauchen Sie nicht zu antworten, weil ich weiß, wie Sie ticken.

Antworten Sie Ihrem Gewissen.

Bernd Dahlenburg, M.A.

Evang. Theologe / Politikwissenschaftler

Freier Redakteur

 

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Autor: haolam.de
Bild Quelle:


Donnerstag, 16 Februar 2012