Die neue Allianz der Zensoren – Wie westliche Medien Israels Gegner stärkenDie neue Allianz der Zensoren – Wie westliche Medien Israels Gegner stärken
Sie glauben, sie seien moralisch – dabei machen sie sich zu Erfüllungsgehilfen des Hasses. Der mediale Mainstream in Deutschland versagt fundamental – und spielt den Feinden der Demokratie in die Hände.

In einer Zeit, in der Journalismus Mut, Klarheit und Haltung bräuchte, dominiert etwas anderes: ein geistiges Duckmäusertum, das sich hinter Phrasen von „Menschenrechten“ und „Völkerrecht“ verschanzt, aber in Wahrheit oft nichts anderes tut, als die PropagandaDesinformation: Gezielte Täuschung der ÖffentlichkeitDesinformation bezeichnet bewusst verbreitete falsche oder irreführende Informationen. Ziel ist häufig, Menschen zu täuschen, Vertrauen zu zerstören, Konflikte zu verschärfen oder politische Entscheidungen zu beeinflussen.Mehr lesen einer mörderischen Terrororganisation wie der HamasHamas: Terrororganisation aus GazaHamas ist eine islamistische palästinensische Terrororganisation. Sie entstand 1987 aus dem Umfeld der Muslimbruderschaft, lehnt Israels Existenz ab und wird von Israel, den USA, der EU und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen zu veredeln. Das ist kein Unfall, keine bloße Schieflage – es ist eine moralische Bankrotterklärung westlicher Medieneliten. Und sie schreitet schneller voran, als viele es wahrhaben wollen.
Wie konnte es so weit kommen, dass wenige Wochen nach dem schlimmsten antisemitischen Massaker seit der SchoahShoah: Der nationalsozialistische Mord an sechs Millionen JudenShoah ist der hebräische Begriff für die Katastrophe der Vernichtung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Helfer. Rund sechs Millionen Juden wurden ermordet.Mehr lesen ernsthaft wieder darüber diskutiert wurde, ob IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen „überreagiere“? Wie ist es möglich, dass in deutschen Redaktionen ein Artikel, der das Existenzrecht IsraelsExistenzrecht Israels: Das Recht des jüdischen Staates auf SicherheitDas Existenzrecht Israels bezeichnet das Recht des jüdischen Staates, als souveräner Staat sicher und anerkannt zu bestehen. Wer Israel dieses Recht abspricht, kritisiert nicht nur eine Regierung, sondern stellt jüdische Selbstbestimmung grundsätzlich infrage.Mehr lesen klar verteidigt, inzwischen als Provokation gilt? Warum ist es heute einfacher, das Logo der Hamas zu verbreiten, als in einem Feuilleton ein Wort für die israelischen Geiseln zu finden?
Was wir derzeit erleben, ist eine schleichende, aber tiefgreifende Transformation: Der Journalismus, einst Stütze der Aufklärung, wird zum Vehikel einer neuen, identitätspolitisch getriebenen Gesinnung, die sich mehr für Opferrollen als für Wahrheit interessiert. Die moralische Autorität hat man längst an die lautesten Stimmen auf TikTok und Twitter verkauft – und wer sich diesem Lärm widersetzt, wird „gecancelt“, ausgeladen, entlassen oder totgeschwiegen. Der mediale Mainstream ist in großen Teilen nicht mehr nur ein Zuschauer der Geschichte – er ist ihr Verzerrer.
Die stille Kapitulation der Redaktionen
Man kann es nicht länger schönreden: Große Medienhäuser wie ZEIT Online, ARD, ZDF oder der „Spiegel“ haben sich in zentralen Fragen verabschiedet – nicht von Neutralität, sondern von intellektueller Redlichkeit. Ihre Israelberichterstattung ist ein Symptom dafür: Was als „kritische Distanz“ ausgegeben wird, ist oft nichts anderes als zynischer Relativismus. Terror wird beschönigt, Täter und Opfer werden verwechselt, und die Sprache wird so lange verbogen, bis sie ins eigene Weltbild passt.
Besonders drastisch zeigte sich das jüngst am Fall Maxim Biller. Der bekannte jüdische Schriftsteller hatte in der ZEIT eine Kolumne veröffentlicht, die sich gegen die neue, antiisraelische Rhetorik in Deutschland richtete – mit scharfen, aber nötigen Worten. Die Reaktion? Erst Druck, dann Depublikation. Der Text wurde gelöscht. Nicht, weil er rechtswidrig war, nicht einmal faktisch falsch – sondern, weil er unbequem war. Weil er benannte, was viele denken, aber kaum noch jemand zu sagen wagt: dass sich unter dem Deckmantel der „Israelkritik“ ein neuer AntisemitismusAntisemitismus: Judenhass in alten und neuen FormenAntisemitismus bezeichnet Judenhass und Feindschaft gegen Juden. Er reicht von Vorurteilen und Verschwörungserzählungen bis zu Ausgrenzung, Bedrohung und Gewalt.Mehr lesen breitmacht – salonfähig, gebildet, und doch zutiefst gefährlich.
Dass selbst jüdische Stimmen heute aus den eigenen Reihen zum Schweigen gebracht werden, wenn sie nicht ins linke Meinungsschema passen, ist nicht nur ein Skandal – es ist ein Wendepunkt. Denn das bedeutet: Die Presse, die sich gerne als Bollwerk gegen Rechts inszeniert, toleriert nur noch jene Juden, die bereit sind, sich dem eigenen Schuldnarrativ unterzuordnen. Für selbstbewusste, israel-solidarische Stimmen ist kein Platz mehr. Das ist nicht Meinungsvielfalt – das ist Meinungslenkung.
Medien als Komplizen der Hamas-Narrative
Die Hamas hat keinen einzigen westlichen Fernsehsender unter Kontrolle. Sie braucht ihn auch nicht. Denn viele Redaktionen übernehmen ihre Narrative freiwillig. Ohne Zwang. Ohne Befehl. Die Sprachregelungen der Hamas – von der „humanitären Krise in GazaPalästina: Geschichte, Bedeutung und politischer Streit um einen aufgeladenen BegriffPalästina bezeichnet historisch eine Region im südlichen Levantegebiet und politisch heute vor allem den Anspruch auf palästinensische Staatlichkeit. Der Begriff ist eng mit jüdischer Geschichte, dem britischen Mandat, Israel und dem Nahostkonflikt verbunden.Mehr lesen“ bis zum „Verbrechen an der Zivilbevölkerung“ – werden in deutschen Medien übernommen, als wären sie faktenbasiert. Dabei ist längst bekannt, dass die Terrororganisation gezielt Krankenhäuser, Schulen und Moscheen für WaffenlagerTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen und Kommandozentralen nutzt – in der Hoffnung, dass bei israelischen Gegenangriffen Bilder entstehen, die in deutschen Wohnzimmern Empörung erzeugen.
Und es funktioniert. Bilder aus Gaza erzeugen Klicks. Tote Kinder gehen viral. Aber kaum jemand fragt: Wer hat sie dorthin gebracht? Wer hat dafür gesorgt, dass in Gaza keine Schutzräume existieren, keine Warnsysteme, keine Evakuierungspläne? Die Antwort: Die Hamas – weil sie Zivilisten als menschliche SchutzschildeMenschliche Schutzschilde: Wie Terror Zivilisten als Deckung missbrauchtMenschliche Schutzschilde sind Zivilisten, deren Anwesenheit absichtlich genutzt wird, um militärische Ziele vor Angriffen zu schützen oder militärische Operationen zu behindern. Das humanitäre Völkerrecht verbietet diese Praxis.Mehr lesen benutzt. Doch statt diese Wahrheit auszusprechen, verlagern viele Medien die Schuldfrage – nach JerusalemJerusalem: Hauptstadt Israels und Herz jüdischer GeschichteJerusalem ist die Hauptstadt Israels und die größte Stadt des Landes. Für Juden ist sie seit Jahrtausenden religiöser und historischer Mittelpunkt. Zugleich ist Jerusalem auch für Christen und Muslime heilig und steht im Zentrum politischer Streitfragen.Mehr lesen.
Die Folge: Wer Hamas-Propaganda heute in leicht verdauliche Häppchen verpackt, hat im deutschen Journalismus Karrierechancen. Wer sich hingegen klar zum Überlebensrecht Israels bekennt, riskiert, als „rechts“, „militaristisch“ oder „zionistischZionismus: Das Recht der Juden auf SelbstbestimmungZionismus bezeichnet die jüdische Nationalbewegung, die für die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine historische Heimat und für jüdische Selbstbestimmung im Land Israel eintrat. Der moderne Zionismus entstand im 19. Jahrhundert als Antwort auf Antisemitismus, Verfolgung und Entrechtung.Mehr lesen“ diffamiert zu werden. Die Realität hat ihre moralische Schwerkraft verloren. Und das ist kein Versehen – es ist ein Systemfehler.
Wenn Intellektuelle verstummen
Die Radikalisierung der Redaktionen ist eng verknüpft mit einem kulturellen Klima, das jede Form von Klarheit für gefährlich erklärt. Die Universitäten, lange Zeit Orte des freien Denkens, sind inzwischen Brutstätten eines moralistischen Dogmatismus, der Israel nur noch als „Kolonialmacht“ kennt und jüdisches Selbstbewusstsein als „toxisch“ diffamiert. Junge Akademiker, die sich zu Israel bekennen, werden in Seminaren offen gemobbt. Wer ein Plakat mit den Gesichtern der Geiseln aufhängt, muss damit rechnen, dass es wieder abgerissen wird – nicht von Neonazis, sondern von linken Aktivisten.
Diese Entwicklung sickert in alle kulturellen Schichten: Von Musikfestivals bis Literaturhäusern, von Theaterbühnen bis Poetry Slams – überall dort, wo man sich für „offen“ und „divers“ hält, wird der Hass auf IsraelIsraelbezogener Antisemitismus: Wenn Israelhass Judenhass wirdIsraelbezogener Antisemitismus liegt vor, wenn Feindschaft gegen Juden auf Israel übertragen wird. Kritik an israelischer Politik ist nicht automatisch antisemitisch. Antisemitisch wird sie, wenn Israel dämonisiert, delegitimiert, mit doppelten Maßstäben behandelt oder Juden weltweit für Israel verantwortlich gemacht werden.Mehr lesen längst als noble Haltung verkauft. Wer sich dem entzieht, gilt als reaktionär. In Wahrheit ist es umgekehrt: Der neue Konformismus ist das wahre Gift, das den Westen schwächt – moralisch, politisch und intellektuell.
Israel als Projektionsfläche
Israel ist in dieser medialen Gleichung längst nicht mehr Staat, sondern Symbol. Für viele postkoloniale Aktivisten steht es für das, was sie verachten: Wehrhaftigkeit, nationale Identität, militärische Stärke, westliche Werte. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass selbst einfache Fakten – etwa, dass die Hamas Jüdinnen und Juden explizit vernichten will – kaum noch Erwähnung finden. Sie stören das Bild. Das Bild vom unterdrückten Palästinenser und dem israelischen Unterdrücker.
Was dabei ignoriert wird: Dass es keine israelischen Selbstmordattentäter gibt. Dass Israel Minderheiten schützt, arabische Richter beschäftigt und queere Menschen nicht verfolgt. Dass es in Gaza keine Wahlen gibt, keine freie Presse, keine Religionsfreiheit. Und dass das eigentliche Verbrechen nicht ist, dass Israel sich verteidigt – sondern, dass es das muss.
Warum wir nicht schweigen dürfen
Der Journalismus hat versagt – aber nicht vollständig. Es gibt Stimmen, die sich widersetzen. Es gibt Autoren, Redakteure und Leser, die noch wissen, was Wahrheit bedeutet. Es liegt an ihnen – an uns –, ob dieser Diskurs weiter kippt. Denn wer heute schweigt, bereitet das Terrain für die nächsten PogromePogrom: Wenn Hass zur Jagd auf Juden wirdEin Pogrom ist eine kollektive Gewalttat gegen eine Minderheit, besonders gegen Juden. Der Begriff wurde durch antijüdische Gewalt im Russischen Reich bekannt, die Form der Gewalt ist jedoch viel älter.Mehr lesen. Wer den medialen Kulturkampf gegen Israel ignoriert, hat den politischen längst verloren.
Maxim Biller, Ulf Poschardt, Philipp Peyman Engel und andere sind nicht „provokant“, weil sie Israel verteidigen. Sie sind mutig, weil sie sich dem toxischen Konsens verweigern. Wir brauchen mehr davon – nicht weniger.
Israel steht an der Frontlinie eines globalen Konflikts, der auch unser Konflikt ist. Wer das nicht sieht, wird bald selbst zum Ziel. Die Hamas mag weit entfernt erscheinen. Aber ihr größter Triumph ist nicht militärisch – sondern kulturell. In den Köpfen, in den Redaktionen, in den Schulklassen. Das dürfen wir nicht hinnehmen.
Autor: Andreas Krüger
Samstag, 05 Juli 2025