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Deutsche Medien ignorieren die Geiselnahme des Libanon durch die Hisbollah und machen Israel zum Täter

Deutsche Medien ignorieren die Geiselnahme des Libanon durch die Hisbollah und machen Israel zum Täter


Israel wird als Aggressor gezeigt, die Hisbollah als Hintergrund behandelt. Dabei ist sie der Grund, warum der Libanon erneut für Irans Krieg zahlen muss.

Deutsche Medien ignorieren die Geiselnahme des Libanon durch die Hisbollah und machen Israel zum Täter
Bildnachweis: Pixabay

Der Libanon brennt nicht, weil IsraelIsrael: Der jüdische Staat im Herzen des Nahen OstensIsrael ist ein demokratischer Staat im Nahen Osten und der Nationalstaat des jüdischen Volkes. Er wurde am 14. Mai 1948 gegründet, seine Hauptstadt ist Jerusalem, die Knesset hat 120 Abgeordnete. Zum Unabhängigkeitstag 2026 hatte Israel rund 10,244 Millionen Einwohner.Mehr lesen Frieden verhindern will. Der Libanon brennt, weil eine vom Iran gesteuerte Terrororganisation ein ganzes Land zur Front gemacht hat. Genau diese Realität wird in Teilen der deutschen Berichterstattung nicht einfach übersehen. Sie wird ignoriert. Denn die Fakten liegen offen: Die HisbollahHisbollah: Irans Terrorarmee im LibanonDie Hisbollah ist eine schiitisch islamistische Organisation im Libanon. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren mit Unterstützung des Iran aufgebaut, verfügt über eine politische und militärische Struktur und wird von den USA, Israel und weiteren Staaten als Terrororganisation eingestuft.Mehr lesen beschießt Israels Norden, sie handelt nicht im Auftrag eines freien libanesischen Staates, sie bindet den Libanon an Teherans Kriegsstrategie, und sie entscheidet über Krieg und Frieden, obwohl sie dazu keinerlei demokratische Legitimation besitzt. Wer trotzdem vor allem Israels Antwort in den Mittelpunkt stellt, erzählt nicht nur unvollständig. Er verschiebt Verantwortung.

Ahmad Mansour hat in der Jüdischen Allgemeinen den entscheidenden Punkt ausgesprochen: Im Libanon selbst wird über diesen Krieg ehrlicher gestritten als in Deutschland. Während hierzulande viel zu schnell Israel als Aggressor erscheint, wächst im Libanon der Zorn auf die Hisbollah. Viele Libanesen wollen nicht als Schutzschild, nicht als Kulisse und nicht als Verhandlungsmasse für Teheran benutzt werden. Sie wollen keinen Krieg, den eine Miliz für fremde Interessen führt. Genau diese libanesische Perspektive müsste im Zentrum stehen. Stattdessen verschwindet sie in vielen deutschen Beiträgen hinter den immer gleichen Bildern: Rauch über dem Südlibanon, israelische Kampfjets, zerstörte Orte, Warnungen vor Israels Härte.

Diese Bilder zeigen Leid. Aber sie erklären nicht, wer dieses Leid politisch herbeiführt. Die Hisbollah hat den Süden des Libanon in eine militärische Zone verwandelt. Sie lagert Waffen, feuert Raketen und Drohnen, baut Stellungen auf und provoziert Gegenschläge. Sie zwingt die eigene Bevölkerung in eine Lage, in der jedes Dorf, jede Straße und jedes Gebäude zum Teil eines Krieges werden kann, den Teheran bestellt und Beirut ausbaden muss. Wer dann nur auf Israels Angriffe zeigt, verkauft den Lesern eine halbe Wahrheit.

Und halbe Wahrheiten sind im Krieg besonders gefährlich.

Die deutsche Berichterstattung macht es sich zu oft bequem. Israel handelt sichtbar, also wird Israel zum Hauptakteur. Die Hisbollah agiert aus dem Schatten, also bleibt sie sprachlich im Hintergrund. Aus Raketenangriffen werden „Gefechte“. Aus einer Terrororganisation wird ein „zentraler Faktor“. Aus iranischer Steuerung wird „regionaler Einfluss“. Aus Israels Verteidigung seiner Nordgrenze wird „Eskalation“. Genau so wird Stimmung gemacht: nicht durch eine große offene Falschmeldung, sondern durch Gewichtung, Reihenfolge und Weglassen dessen, was die Deutung verändern würde.

Die Härte der Realität lautet: Die Hisbollah ist nicht der Libanon. Sie ist eine Macht gegen den Libanon. Sie nimmt dem Staat die Entscheidung über Krieg und Frieden. Sie riskiert das Leben libanesischer Familien, um Iran strategische Tiefe gegen Israel zu verschaffen. Sie hat nach dem Hamas Massaker7. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen vom 7. Oktober 20237. Oktober 2023: Das Hamas-Massaker, das Israel veränderteDer 7. Oktober 2023 war der Tag des Hamas-Massakers in Israel. Terroristen aus Gaza ermordeten etwa 1.200 Menschen, vor allem Zivilisten, und verschleppten mehr als 240 Geiseln in den Gazastreifen.Mehr lesen den Norden Israels beschossen und den Libanon in den Krieg der iranischen Achse hineingezogen. Das war kein libanesischer Verteidigungskrieg. Es war eine Entscheidung im Interesse Teherans.

Wer diese Tatsache ignoriert, ignoriert auch die Menschen im Libanon.

Denn die Libanesen sind nicht nur Opfer israelischer Angriffe. Viele sind Opfer der Hisbollah, Opfer eines Staates im Staat, Opfer einer Miliz, die Waffen über Schulen, Raketen über Wirtschaft und iranische Loyalität über nationale Souveränität stellt. Ein freier Libanon könnte selbst entscheiden, ob er Frieden mit Israel sucht. Ein von der Hisbollah blockierter Libanon kann das nicht. Genau deshalb fürchtet Teheran den Frieden. Frieden würde die zentrale Lebenslüge der Hisbollah zerstören: dass ihre Waffen den Libanon schützen.

In Wahrheit schützen diese Waffen vor allem die Macht der Hisbollah.

Das muss man so hart sagen. Die Hisbollah braucht den Konflikt. Ohne Krieg, ohne Bedrohung, ohne permanente Feindschaft zu Israel müsste sie erklären, warum sie weiter schwer bewaffnet bleibt. Sie müsste erklären, warum sie stärker sein darf als der Staat. Sie müsste erklären, warum junge Libanesen keine Zukunft haben, während Iran Milliarden in Stellvertreterkriege steckt. Ein echter Frieden wäre für viele Menschen im Libanon eine Hoffnung. Für die Hisbollah wäre er eine Gefahr.

Genau deshalb ist es so fatal, wenn deutsche Medien den Konflikt immer wieder in das bekannte Muster pressen: Israel stark, Libanon schwach, also Israel schuldig. Diese Gleichung ist moralisch bequem, aber politisch falsch. Stärke allein macht keinen Aggressor. Schwäche allein macht keine Unschuld. Entscheidend ist, wer angreift, wer den Krieg in zivile Räume trägt, wer einen Staat als Geisel nimmt und wer seine Bürger schützen muss.

Israel schützt seine Städte im Norden. Kein Staat der Welt würde dauerhaft hinnehmen, dass Grenzorte mit Drohnen und Raketen angegriffen werden. Kein Staat würde zusehen, wenn eine fremdgesteuerte Miliz wenige Kilometer hinter der Grenze RaketenstellungenTerrorinfrastruktur: Wie Terrorgruppen Krieg in zivile Räume verlagernTerrorinfrastruktur bezeichnet Einrichtungen, Netzwerke und Strukturen, die Terrororganisationen für Angriffe, Waffenlagerung, Kommandoführung, Ausbildung, Raketenbeschuss, Tunnelbau oder Logistik nutzen. Besonders gefährlich wird sie, wenn sie in Wohngebieten, Schulen, Moscheen oder Krankenhäusern versteckt wird.Mehr lesen, Abschussrampen und Kampfinfrastruktur aufbaut. Deutschland nicht. Frankreich nicht. Die USA nicht. Nur Israel soll sich in deutschen Kommentaren regelmäßig so verhalten, als sei Selbstverteidigung ein moralisches Versagen.

Das ist nicht seriös. Das ist ein Maßstab, den man keinem anderen Staat zumuten würde.

Noch problematischer wird diese Berichterstattung, wenn sie mit den möglichen US Iran Verhandlungen zusammenfällt. Teheran versucht, den Libanon und die Hisbollah in ein größeres Abkommen hineinzuziehen. Das bedeutet: Iran will nicht nur über sein Atomprogramm, Sanktionen oder HormusStraße von Hormus: Die gefährlichste Engstelle der WeltwirtschaftDie Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen Iran und Oman. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Routen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.Mehr lesen reden. Iran will auch seine wichtigste Terrororganisation an Israels Nordgrenze politisch absichern. Wenn deutsche Medien in dieser Lage vor allem auf Israels Angriffe schauen, helfen sie unbeabsichtigt genau jener Erzählung, die Teheran braucht: Israel soll als Störer erscheinen, Iran als Verhandlungspartner, die Hisbollah als libanesischer Faktor.

Aber die Hisbollah ist kein normaler Faktor. Sie ist in Deutschland als Terrororganisation verboten. Das Bundesinnenministerium bezeichnete sie ausdrücklich als schiitische Terrororganisation. Wer in Deutschland über diesen Krieg berichtet, muss diesen Ausgangspunkt klar sichtbar machen. Nicht irgendwo im letzten Drittel. Nicht als Nebeninformation. Sondern als Grundlage der Einordnung.

Die zentrale Frage lautet nicht: Warum reagiert Israel so hart? Die zentrale Frage lautet: Warum darf eine Terrororganisation den Libanon überhaupt in einen Krieg ziehen?

Diese Frage müsste in deutschen Berichten ganz vorne stehen. Sie müsste jede Analyse prägen. Sie müsste in jeder Debatte über Waffenruhe, Verhandlungen und angebliche Deeskalation auftauchen. Denn eine Waffenruhe, die die Hisbollah nicht entwaffnet, beendet den Krieg nicht. Sie verschiebt ihn. Eine diplomatische Lösung, die Iran Einfluss im Libanon lässt, stabilisiert nicht den Libanon. Sie stabilisiert die Erpressung. Und eine Medienberichterstattung, die Israel zum Hauptproblem macht, obwohl die Hisbollah den Krieg trägt, informiert nicht ausreichend. Sie lenkt ab.

Ahmad Mansours Kritik ist deshalb so wichtig, weil sie die bequeme deutsche Sicht stört. Sie zwingt dazu, den Libanon nicht nur als Opfer israelischer Militärmacht zu betrachten, sondern als Land, das von einer bewaffneten iranischen Struktur besetzt gehalten wird, politisch, militärisch und gesellschaftlich. Diese Sicht ist härter. Aber sie ist näher an der Realität.

Wer Frieden im Libanon will, muss die Hisbollah schwächen. Wer die libanesische Bevölkerung ernst nimmt, darf die Miliz nicht als unvermeidlichen Teil des Landes behandeln. Und wer Israel kritisieren will, muss wenigstens ehrlich sagen, wogegen Israel kämpft: nicht gegen den Libanon, sondern gegen eine Terrororganisation, die den Libanon für Iran verbraucht.

Deutsche Medien müssen sich an dieser Realität messen lassen. Nicht an ihren Absichten, sondern an ihrer Darstellung. Wenn sie bekannte Fakten klein halten, wenn sie die Hisbollah sprachlich entschärfen, wenn sie Israels Reaktion lauter erzählen als die Angriffe auf Israel, dann müssen sie mit diesen Fakten konfrontiert werden.

Denn am Ende geht es nicht um ein Detail der Wortwahl. Es geht darum, ob deutsche Leser verstehen, wer im Libanon wirklich den Krieg am Leben hält.




Autor: Redaktion
Sonntag, 14 Juni 2026

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